Volkswagen Emden VW schickt für ID.7 internationalen Kinostar ins Rennen
Volkswagen will seine neue Limousine ID.7 aus Emden mit einer großen Werbekampagne einführen. Dazu hat der Konzern einen Star engagiert, der in den Kinos von Europa und Nordamerika einen Namen hat.
Ostfriesland - Das Volkswagen-Werk in Emden hat am Montag den offiziellen Produktionsstart der Elektrolimousine ID.7 gefeiert. Mit dabei war viel Prominenz aus Politik, Gewerkschaft und Wirtschaft. Es gab zahlreiche Forderungen an die Bundespolitik und den VW-Konzern, ein großes Bekenntnis zum VW-Standort Emden und eine kleine Überraschung.
„Das ist ein guter Tag für Emden und ein guter Tag für ganz Ostfriesland“, sagte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). Als Aufsichtsratsmitglied des VW-Konzerns betonte er gleichzeitig, es seien insgesamt 1,2 Milliarden Euro in den Standort Emden investiert worden. Das tue kein Konzern ohne Grund. „Ich habe keinen Zweifel an der Zukunftsfähigkeit des Standorts“, betonte Weil am Montag. Leider sei der Absatz der Elektroautos ein wenig ins Stocken geraten, sage Weil. Er bedauere, dass die staatliche Förderung für den Kauf von Elektroautos verfrüht gekürzt worden sei. Der Ministerpräsident prognostizierte aber, dass die CO2-Preise schneller steigen würden als die Strompreise. „Es gibt gute Aussichten, dass das auch den Geldbeutel der Autofahrer schonen wird.“ Für Emden sprach er die Hoffnung aus: „Ich freue mich, wenn das nicht die letzte Eröffnung hier am Standort ist.“
Bestellbar noch im August
Niedersachsens Ministerpräsident sprach damit auch die aktuell relativ niedrigen Auftragseingänge für den kompakten Elektro-SUV ID.4 an. Das Werk Emden musste deshalb bis Ende des Jahres die Spätschicht streichen und Hunderte Leiharbeiter entlassen. Bis Ende des Jahres wird wohl ein Großteil dieser etwa 1500 Leiharbeiter das Werk verlassen müssen.
Umso besser soll es nun mit dem ID.7 laufen, der in Emden für den europäischen und den nordamerikanischen Markt moniert wird. Bisher läuft der ID.7 nur hin und wieder vom Band. „Das soll jetzt aber Stück für Stück gesteigert werden“, sagte Werksleiter Uwe Schwartz im Gespräch mit unserer Zeitung. Derzeit seien von den täglich produzierten 300 Elektrofahrzeugen 20 ID.7. Damit das nicht mehr lange so bleibt, soll die Limousine noch in diesem Monat von den Kunden in Deutschland bestellbar sein.
Überraschung bei der Markteinführung
Im November wird dann eine größere Markenkampagne zu sehen sein. Imelda Labbé, Vorständin für Vertrieb und Marketing bei Volkswagen PKW, verriet im Gespräch mit unserer Redaktion, bei der Einführungskampagne des ID.7 mit einer Überraschung aufwarten zu wollen. „Die Kampagne startet im November, sagte Labbé. „Das wird eine Überraschung.“ VW habe einen Markenbotschafter engagieren können, der Kinofreunden bekannt sein dürfte – in all unseren Märkten. Noch einmal zur Erinnerung: Der ID.7 wird in Emden für den europäischen und den nordamerikanischen Markt montiert.
Um wen genau es sich handelt, wollte Labbé allerdings noch nicht verraten. Offenbar ist die Personalie derart top secret, dass Thomas Schäfer, CEO der Marke Volkswagen, gegenüber unserer Zeitung beteuerte, er wisse auch nicht, um wen es gehe. Laut Marketing-Chefin Labbé soll es sich um eine digitale Marketingaktion handeln.
Kritik vom Betriebsrat
Dem Emder Betriebsratschef Manfred Wulff dürfte das nicht genügen. Im Gespräch mit unserer Zeitung fordert er den Konzernvorstand auf, alles zu tun, um die Elektroautos sichtbarer zu machen. Dafür zählen für ihn Rabatt-Aktionen und die Möglichkeit für Werksangehörige, die Fahrzeuge zu leasen. Und: „Wir müssen auch klassisch mehr werben – in Zeitungen und im Fernsehen.“ Die Themen Mitarbeiterbeteiligung, Werbung und Anreize für das Flottengeschäft dürften am Montag auch bei anschließenden Aussprache von Betriebsrat und Konzernlenkung eine Rolle gespielt haben – diesmal allerdings unter Ausschluss der Öffentlichkeit.
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