Fuddenhof in Großefehn  Dieser Alpaka-Nachwuchs geht gut auf die Haut

Lars Löschen
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Von Lars Löschen
| 21.08.2023 11:55 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die kleine Lottje guckt ein wenig misstrauisch in die Kamera. Alpaka-Mutter Giesela frisst Besitzerin Katja Janßen aus der Hand. Fotos: Ortgies
Die kleine Lottje guckt ein wenig misstrauisch in die Kamera. Alpaka-Mutter Giesela frisst Besitzerin Katja Janßen aus der Hand. Fotos: Ortgies
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Auf dem Fuddenhof in Großefehn lässt ein neugeborenes Alpaka-Fohlen die Herzen höher schlagen. Die Tiere sind extrem vielseitig – eine Spur führt sogar unter die Dusche.

Großefehn - Nanu? Was hopst und springt denn da? Auf dem Fuddenhof in Großefehn hört man Hühner gackern, Schweine grunzen, Ziegen meckern und sogar Esel schreien. Die echten Hingucker unter den Tieren auf dem Hof sind aber wohl auch gleichzeitig die leisesten – und die wolligsten. Von Schafen ist aber nicht die Rede.

Was und warum

Darum geht es: Die Alpakas auf dem Fuddenhof sind eine echte Allzweckwaffe – und sehen dabei auch noch knuffig aus.

Vor allem interessant für: Tierfans und alle, die erfahren wollen, was Alpakas so alles drauf haben

Deshalb berichten wir: Der Fuddenhof hatte im Internet einen Beitrag über den Alpaka-Nachwuchs geteilt.

Den Autor erreichen Sie unter: l.loeschen@zgo.de

Katja Janßen, Gerd Lüken-Janßen und Tochter Lina haben sich im Jahr 2019 entschieden, Alpakas auf den Familienhof zu holen. Bis vor kurzem waren es noch fünf Tiere, doch seit etwa einem Monat steht und springt eins mehr im Gehege: die kleine Lottje.

Ein schöner Tag für eine Geburt

Auf die Geburt hat die Bauernfamilie ein Jahr hingefiebert, sagt Katja Janßen. Solange war Alpaka-Dame Giesela nämlich trächtig. „Alpakas suchen sich immer einen schönen Vormittag aus, um ihre Crias zu gebären. Sie lecken ihre Jungtiere nämlich nicht trocken, das soll die Sonne machen“, weiß die 40-Jährige, die extra für ihre Schützlinge einen Hebammen-Kurs absolviert hat. Bei der Geburt gab es aber keinerlei Komplikationen und Lottje ist wohlauf.

„Alpakas können sehr gut, einigermaßen weit und auch treffsicher spucken“, heißt es auf der Internetseite vom Alpaka Zucht Verband Deutschland.
„Alpakas können sehr gut, einigermaßen weit und auch treffsicher spucken“, heißt es auf der Internetseite vom Alpaka Zucht Verband Deutschland.

Eigentlich hätten sich alle auch noch auf ein weiteres Fohlen gefreut, aber die zweite Alpaka-Dame Peti wurde nicht trächtig, sagt Gerd Lüken-Janßen. Somit bleibt Lottje ohne gleichaltrige Spielkameraden, wird dafür aber von ihren Besitzern gut versorgt. Jedoch darf man Lottje in ihrem ersten Lebensjahr nicht zu oft richtig nah kommen, betont Tochter Lina: „Ansonsten könnte sie uns als Teil der Herde wahrnehmen.“ Das wiederum könne später zu Rangeleien zwischen Mensch und Tier führen.

Schonmal mit einem Alpaka geduscht?

Auf dem Fuddenhof sind neben den beiden Weibchen plus Lottje noch drei Alpakahengste. Gibt es im nächsten Jahr neuen Nachwuchs? Von den hofeigenen Männchen nicht, sagt Katja Janßen, während sie eine Scheren-Gestik macht. In die Alpakazucht möchte die Familie nicht einsteigen.

Drei bis vier Kilo Wolle kommen pro Jahr von einem Alpaka.
Drei bis vier Kilo Wolle kommen pro Jahr von einem Alpaka.

Dafür hatten die Hofbetreiber eine andere Idee: Die Tiere werden einmal im Jahr geschoren. Zwischen April und Juni kommt dafür sogar ein Spezialist auf den Hof, denn das Alpaka-Haar lässt sich nicht so einfach wie bei Schafen abtrimmen. „Drei bis vier Kilo Wolle sind das pro Alpaka“, so die 40-Jährige. Anschließend wird dies nicht nur zu Garn weiterverarbeitet, sondern auch an eine Seifenmanufaktur im Vogtland (Grenzgebiet von Bayern, Sachsen, Thüringen und Böhmen) geschickt. „Die Wolle“, sagt sie: „sitzt voller Keratin.“ Das wird am Ende ein Bestandteil der Seife und soll laut ihr besonders gut bei Hauterkrankungen wie Neurodermitis sein.

Von jedem Alpaka gibt es Seife im Hofladen zu kaufen. Schonmal mit Manni geduscht?
Von jedem Alpaka gibt es Seife im Hofladen zu kaufen. Schonmal mit Manni geduscht?

Alpakas und Esel an vorderster Front

Wegen der Wolle entschied sich die Familie vor vier Jahren jedoch nicht zum Kauf der Alpakas, betont Gerd Lüken-Janßen. „Sie sind unser Herdenschutz.“ Auf dem knapp 50 Hektar großen Hof sind viele Schweine, Ziegen und etwa 9000 freilaufende Hühnern. Und gerade Letztere wurden sehr oft Opfer von Füchsen und Bussarden. Durch die Alpakas und auch die Esel sollte das Federvieh geschützt werden – mit Erfolg, wie der 47-Jährige dieser Zeitung erzählt. Im Jahr verdanken mehrere Hundert Hühner auch den Alpakas ihr Leben.

Und warum wurde es kein Herdenschutzhund? Katja Janßen: „Die Alpakas haben es uns einfach angetan.“ Zudem sind diese auch einfacher zu händeln als Hunde, die ein zusätzliches Training absolvieren müssten, ergänzt ihr Mann. Und ganz nebenbei halten sie auch noch das Gras kurz. Es profitieren also alle – und irgendwann wird die dann große Lottje auch Füchse und Bussarde in die Ferne treiben.

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