Single erscheint Sonnabend  Ostfriesen-Trio produziert Lied mit TV-Sternchen

Werner Jürgens
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Von Werner Jürgens
| 17.08.2023 15:11 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Möchten möglichst viele Ohren erreichen: Bobby Anne Baker und der „Ridding Club“ bestehend aus (von links) Hassen Karoui, Chris M. Cramer und Andi G. Foto: Jürgens
Möchten möglichst viele Ohren erreichen: Bobby Anne Baker und der „Ridding Club“ bestehend aus (von links) Hassen Karoui, Chris M. Cramer und Andi G. Foto: Jürgens
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Gemeinsam mit Hassen Karoui, Chris M. Cramer und Andi G bringt TV-Bekanntheit und Schlagersängerin Bobby Anne Baker das Lied „Sea of Time“ heraus. Das Video dafür wurde in Hilgenriedersiel gedreht.

Ochtelbur - Im Prinzip hätten sie sich auch „Bobby and the Spölplatz Club“ nennen können. Sängerin Bobby Anne Baker arbeitet seit geraumer Zeit mit drei Musikern aus Ostfriesland zusammen, von denen einer in Ochtelbur tatsächlich an einem Spielplatz und einer Stichstraße gleichlautenden plattdeutschen Namens wohnt. Allerdings liegt das Haus, in dem sich die vier regelmäßig treffen, zudem am Rande des Riddings. Und „Bobby and the Ridding Club“ klingt zugegebenermaßen deutlich griffiger, zumal das Quartett mit seiner neuen Single „Sea of Time“ international durchstarten will. Zustande gekommen ist die ungewöhnliche Kooperation über ein paar Umwege.

Einem breiteren Publikum dürfte Bobby Anne Baker sicherlich am ehesten bekannt sein durch ihre Teilnahme an der RTL-Show „Das Sommerhaus der Stars“ und diverse Schlagertitel, die sie anschließend veröffentlicht hat. Das offizielle Video zu ihrer 2020 erschienenen Single „Du“ wurde bisher bereits knapp 180.000 Mal angeklickt. Jedoch ist das lediglich eine Facette der Sängerin, die aus Hamburg stammt und inzwischen in Bispingen lebt. Als Referenz kann sie unter anderem ein Country-Album vorweisen, das sie mit dem Schlagzeuger der Synthie-Pop-Formation „Orchestral Manoeuvres in the Dark“ eingespielt hat.

Die Chemie stimmte sofort

Bei einem Live-Auftritt fiel sie Jonathan Kevin Lond auf. Der organisiert in Osnabrück die „Star Warrior Convention“. Dahinter verbirgt sich eine gemeinnützige Veranstaltung, bei der Stars, Sternchen und Cosplayer ein Zeichen gegen Mobbing und Diskriminierung setzen. „Jonathan brauchte eine Erkennungsmelodie für sein Event und sprach mich darauf an“, erinnert sich Bobby Anne Baker. Als Komponisten empfahl er ihr einen Bekannten aus Ostfriesland, nämlich Andi G, der an besagtem Spielplatz in Ochtelbur wohnt und seinen ehemaligen Band-Kollegen Chris M. Cramer mit ins Boot holte. Der spielt nicht bloß Schlagzeug sondern ist darüber hinaus ausgebildeter Bühnentechniker und Toningenieur. Als der „Star Warrior Convention“-Song fertig war, beschloss das Trio, seine Zusammenarbeit fortzusetzen. „Wir haben sofort gemerkt, dass die Chemie stimmt“, meint Andi G. Das galt und gilt auch für das vierte „Ridding Cub“-Mitglied. Hassen Karoui aus Simonswolde ist ebenfalls ein früherer Band-Kollege von Andi G. und bedient den Bass.

Mehrere Wochen und Monate lang tüftelte dieses Quartett emsig an dem neuen Lied. Der Austausch mit Bobby Anne Baker während dieser Vorproduktionsphase lief hauptsächlich per Whatsapp. Die finale Aufnahmesession fand dann in einem von Chris M. Cramer improvisierten Studio bei Hassen Karoui Zuhause statt. „Das war das das erste Mal überhaupt, dass wir uns alle vier gesehen haben“, erzählt Baker. „Das war am 24. Februar, an meinem Geburtstag.“ Und die Chemie passte nach wie vor. „Das war wirklich ein magischer Moment und hat sich genauso angefühlt wie bei einem Klassentreffen“, berichtet Andi G.

Lied handelt von „der rauen See des Lebens“

Die positive Energie spiegelt sich auch im musikalischen Endergebnis wider. „Sea of Time“, so der Titel, ist ein gleichermaßen frischer wie eingängiger Pop-Song, der mit raffiniert ausgeklügelten „Beats“ aufwarten kann. Bobby Anne Baker demonstriert eindrucksvoll, dass sie mit ihrer Stimme weitaus mehr als nur Schlager drauf hat. Das maritime Flair der Melodie ist ebenso bewusst gewählt worden wie die englische Sprache. „In dem Lied geht es darum, dass wir alle morgens vor der rauen See des Lebens stehen und niemand so genau weiß, was uns da draußen erwartet“, fasst Andi G. die Botschaft von „Sea of Time“ zusammen. „Aber die Hoffnung ist immer da. Egal wie der Tag wird, wir reisen trotzdem über den See, und das Ziel ist der Horizont. Für einen englischen Text haben wir uns hauptsächlich deswegen entschieden, weil sich das international besser verkauft. Wir möchten möglichst viele Ohren erreichen.“

Zu ihrem neuen Song haben „Bobby and the Ridding Club“ auch ein Video aufgenommen. Realisiert worden ist der Clip von Ludwig Nessen und Willi Nessen von der Ostfriesen-Filmklappe aus Norden. Die Dreharbeiten fanden am Strand von Hilgenriedersiel statt. Da steckt also ebenfalls jede Menge Ostfriesland drin. Vielleicht sollte das Quartett seinen Band-Namen ja lieber doch noch einmal überdenken. Denn sie wollen auf jeden Fall weiter zusammenarbeiten. Die nächsten beiden Titel sind bereits in Planung. Die aktuelle Single „Sea of Time“ und das Video erscheinen am Sonnabend.