Ottos 75. Geburtstag  Otto Waalkes reagiert auf Warnhinweise vom WDR

Claus Hock Hannah Weiden
|
Von Claus Hock und Hannah Weiden
| 18.08.2023 16:11 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Otto Waalkes, hier bei einer Autogrammstunde in Emden in diesem Jahr, hatte in den 70er Jahren die „Otto-Show“ im Fernsehen. Die alten Folgen zeigt der WDR jetzt – und warnt vor diskriminierenden Passagen. Foto: Ortgies/Archiv
Otto Waalkes, hier bei einer Autogrammstunde in Emden in diesem Jahr, hatte in den 70er Jahren die „Otto-Show“ im Fernsehen. Die alten Folgen zeigt der WDR jetzt – und warnt vor diskriminierenden Passagen. Foto: Ortgies/Archiv
Artikel teilen:

Otto Waalkes ist in diesem Jahr 75 Jahre alt geworden. Den Anlass nutzt der WDR und zeigt die Otto-Show aus den 70er-Jahren. Vorgeschaltet sind Warnhinweise. Nun hat sich der Komiker dazu geäußert.

Emden - Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) zeigt anlässlich des 75. Geburtstags des Emder Komikers aktuell alte Ausgaben der Otto-Show von Otto Waalkes online in der Mediathek. Allerdings sind die Beiträge aus den 70er-Jahren mit einem Diskriminierungs-Hinweis versehen.

Klickt man auf das Video „Die Otto-Show I (1973)“, erscheint folgende Info: „Das folgende Programm wird, als Bestandteil der Fernsehgeschichte, in seiner ursprünglichen Form gezeigt. Es enthält Passagen, die heute als diskriminierend betrachtet werden.“ Beim Video zu „Die Otto-Show II“ heißt es nach dem gleichlautenden ersten Satz: „Es enthält Passagen mit diskriminierender Sprache und Haltung.“ Im Mediathek-Begleittext wirbt der WDR dafür, dass das Material „ungekürzt und friesisch-derb, holladihiti!“ ist.

Ein Screenshot vom Warnhinweis in der Mediathek des WDR. Screenshot: Hock
Ein Screenshot vom Warnhinweis in der Mediathek des WDR. Screenshot: Hock

Stellungnahme von Otto Waalkes

Diese Zeitung hat Otto Waalkes gefragt, was er davon hält - und nun eine Antwort erhalten. Er schreibt: „Das ist nun ein halbes Jahrhundert her. Die Moralvorstellungen haben sich seit 1970 gewandelt, jede Zeit hat ihre eigenen Tabus.“ Komik habe immer etwas Anstößiges, weil sie alltägliche Regeln verletzt. „Ich war damals Student und habe Scherze gemacht, von denen sich vor allem Autoritäten verletzt fühlten. Andere Leute haben gelacht, ungefähr 30 oder 40 Millionen Zuschauer.“ Vor Komik könne also gar nicht genug gewarnt werden, so Waalkes. Vor allem die Otto-Show könne bei Konsumenten zu „unkontrollierbaren Heiterkeitsausbrüchen und Lachmuskelkater“ führen. Und: „Dann kann jeder selbst entscheiden, ob er sich und seine Kinder der Gefahr zu lachen aussetzen möchte“, schreibt Waalkes.

Der WDR, der zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk gehört, äußerte sich auf Nachfrage so: „Beliebte Programme und Kultsendungen aus unserem Archiv zeigen wir regelmäßig. Dazu gehört auch ‚Die Otto Show‘ ab 1973. Die Programme werden in ihrer ursprünglichen Form gezeigt. Sie enthalten Passagen, die heute als diskriminierend betrachtet werden. Mit der Einblendung zu Beginn machen wir das deutlich und ordnen das Format dementsprechend ein.“ Fragen dazu, wie es zu der Entscheidung kam oder ob noch weitere Videos in der Mediathek einen entsprechenden Hinweis enthalten, wurden nicht beantwortet.

Ähnliche Artikel