„Fremantle Highway“  Fotos von ausgebranntem Autofrachter sorgen für Unmut

Martin Alberts
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Von Martin Alberts
| 16.08.2023 13:56 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Die „Fremantle Highway“ liegt seit dem 3. August in Eemshaven. Dort wird das Schiff derzeit inspiziert. Foto: Penning/DPA
Die „Fremantle Highway“ liegt seit dem 3. August in Eemshaven. Dort wird das Schiff derzeit inspiziert. Foto: Penning/DPA
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In Eemshaven gehen die Bergungsarbeiten am ausgebrannten Autofrachter „Fremantle Highway“ voran. Derweil zeigen im Internet aufgetauchte Fotos aus dem Inneren des Schiffs das ganze Ausmaß der Schäden.

Eemshaven - Die Bergungsarbeiten auf dem ausgebrannten Autofrachter „Fremantle Highway“ in Eemshaven gehen voran: Es sei zu erwarten, dass im Laufe der Woche das gesamte Schweröl aus dem Schiff gepumpt werde, sagte ein Sprecher der zuständigen Bergungsunternehmen der niederländischen Nachrichtenagentur ANP. Das Leeren der Tanks gehe gut voran, hieß es. Um den schwer beschädigten Frachter, der am 3. August nach Eemshaven geschleppt worden war, stabil zu halten, werde Ballastwasser hineingepumpt.

Das Schiff, das in der Nacht auf den 26. Juli vor der niederländischen Insel Ameland in Brand geraten war, hatte nach Angaben des Bundesumweltministeriums 1600 Tonnen Schweröl und weitere 200 Tonnen Marinediesel an Bord. Nach Ausbruch des Feuers war eine Umweltkatastrophe auch an der deutschen Nordseeküste befürchtet worden, wenn Treibstoff ins Meer geraten wäre. Ein Crewmitglied war infolge des Brandes ums Leben gekommen, die übrigen 22 wurden verletzt.

Wer ist für die im Netz geleakten Fotos verantwortlich?

An Bord der „Fremantle Highway“ laufen laut ANP derzeit die Inspektionen der vom Schiffseigner beauftragten Versicherer sowie der betroffenen Autohersteller – darunter BMW, Mercedes sowie der Volkswagen-Konzern. Der Frachter hatte knapp 3700 Fahrzeuge geladen, wovon etwa 1000 auch nach dem Brand zumindest dem ersten Anschein nach noch in einem guten Zustand sein sollen.

Wie schwer die Schäden an den übrigen Autos mitunter sind, zeigen Fotos aus dem Inneren des Frachters, die nun im Internet aufgetaucht sind. Veröffentlicht hatte sie in den Niederlanden zunächst das Onlineportal „RTL Nieuws“. Zu sehen sind etwa Modelle von Porsche, von denen nicht viel mehr als Teile des Rahmens übrig zu sein scheinen, sowie komplett mit Asche bedeckte Mini-Fahrzeuge. Boskalis, eines der für die Bergung beauftragten Unternehmen, hatte bereits kurz nach der Ankunft der „Fremantle Highway“ in Eemshaven die Erwartung geäußert, dass viele der Autos mit den Decks verschmolzen seien und deshalb gar nicht von Bord geholt werden könnten.

Unklar ist, wer die Fotos gemacht und online veröffentlicht hat. Boskalis zeigte sich jedenfalls wenig erfreut darüber, wie die Zeitung „Leeuwarder Courant“ berichtete. Die Bilder seien nicht von Mitarbeitern der Bergungsunternehmen gemacht worden. Verantwortlich sein müsse jemand, der beim Schiffseigner oder dessen Versicherung angestellt ist. Offizieller Eigentümer der „Fremantle Highway“ ist Luster Maritime mit Sitz in Panama – dem Land, unter dessen Flagge der Frachter fährt. Er gehört allerdings dem japanischen Unternehmen Shoei Kisen Kaisha – einer Tochter des Schiffbaukonzerns Imabari.

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