Schulstart in Ostfriesland Eltern müssen mehr zahlen für Zeichenblöcke, Stifte und Hefte
Die Preise für Schulhefte und Stifte sind diesen Sommer deutlich gestiegen. Viele Eltern stellt das zum Ferienende vor Herausforderungen. Aber es gibt Möglichkeiten, sich Unterstützung zu holen.
Ostfriesland/Wiesbaden - Die Sommerferien in Niedersachsen neigen sich dem Ende, der Schulstart rückt näher. Und damit steht bei vielen Eltern der Kauf von Stiften, Zeichenblöcken, Arbeitsheften und Büchern für ihre Kinder an. Für Schulmaterialien können hohe Summen zusammenkommen. In diesem Sommer sogar deutlich höhere als ein Jahr zuvor.
Laut Statistischem Bundesamt waren die Preise für Papierprodukte wie Schulhefte oder Zeichenblöcke im Juli 13,6 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Dieser Anstieg war stärker als der der Verbraucherpreise insgesamt, diese stiegen im selben Zeitraum um 6,2 Prozent. Bei anderen Schulmaterialien fiel die Steigerung geringer aus. So mussten Verbraucher im Juli 2023 für Füller, Stifte oder Farbkästen 7,6 Prozent mehr zahlen als im Juli 2022. Die Preise für Schulbücher lagen 5,3 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats.
Hilfe vom Kinderschutzbund
Der Verkauf von Schulbüchern war bei Bücher-Borde in Leer in der letzten Ferienwoche bereits in vollem Gang. Die Stimmung unter den Kunden sei wegen Preissteigerungen in vielen Lebensbereichen schlecht, sagte Geschäftsführerin Kirsten Borde. Was den Kauf von Schulutensilien betrifft, seien die meisten verhalten. „Viele kaufen billiges Material. Das hält nicht lang und dann muss doppelt gekauft werden“, sagte Borde. Inwieweit die gestiegenen Preise den Geschäftsumsatz beeinflussen, könne sie zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. Das Schulgeschäft laufe häufig bis zum Ende der zweiten Woche nach Schuljahresstart.
Eltern und Alleinerziehende, die sich den Einkauf in einem Fachgeschäft nicht leisten können, werden zum Beispiel vom Kinderschutzbund in Leer unterstützt. In der letzten Woche der diesjährigen Sommerferien war die Nachfrage in der Einrichtung jedoch nicht hoch. „Momentan fragen nicht viele Eltern nach Unterstützung für Schulmaterialien“, sagte Christian Hildebrandt, stellvertretender Leiter des Kinderschutzhauses. Das hat laut Hildebrandt verschiedene Gründe. Zum einen sei die Hemmschwelle hoch, die Einrichtung aufzusuchen. Zum anderen wüssten viele nicht, dass der Kinderschutzbund auch ein Ansprechpartner sei, wenn es darum gehe, bei der Anschaffung der Schulmaterialien zu helfen. Andere kämen sehr kurzfristig, unmittelbar vor Schulstart, auf die Einrichtung zu. Hildebrandt weist darauf hin, dass der Kinderschutzbund die Materialien aber nicht immer parat habe, die auf den Listen der Schulen stünden.
Manche Lektüre ist Pflichtkauf
Neben Klebestiften, Tuschkästen oder Scheren stehen auf den Materiallisten von Grundschulen auch Arbeitshefte. Laut einer Liste der Lamberti-Grundschule in Aurich, die auf der Internetseite der Schule einsehbar ist, mussten Eltern von Erstklässlern im vergangenen Jahr allein für Lesebücher und Arbeitshefte 68,20 Euro zahlen. Dazu kamen die Kosten für Schreibmaterial.
Auf den Listen für Jahrgänge der weiterführenden Schulen stehen zwar keine Klebestifte, Tuschkästen oder Scheren, dennoch müssen Hefte und Bücher gekauft werden. Das Max-Windmüller-Gymnasium in Emden stellt die „Liste der Lernmittel 2023/24“ für die Jahrgänge 5 bis 13 online auf seiner Webseite zur Verfügung.
Umfangreiche Materiallisten
Aus der Liste für den fünften Jahrgang geht beispielsweise hervor, dass Arbeitshefte für verschiedene Fächer und ein Atlas gekauft werden müssen. Die Kosten für die verpflichtenden fünf Artikel beträgt in der Summe 74,44 Euro. Neun Bücher, unter anderem für die Fächer Biologie, Deutsch, Erdkunde und Englisch, sind ebenso für den Unterricht verpflichtend zu besorgen. Sie können aber für insgesamt 67 Euro geliehen werden. Der Preis für den Neukauf der Bücher beträgt zusammengerechnet 237 Euro.
Christian Hildebrandt vom Kinderschutzbund rät Eltern, die der Schulstart ihrer Kinder vor finanzielle Herausforderungen stellt, sich an Sozialhäuser oder den Kinderschutzbund zu wenden. Außerdem sei es hilfreich, sich mit der entsprechenden Schule in Verbindung zu setzen. Viele hätten Materiallager oder könnten beim Ausfüllen von Anträgen helfen. „Wenn man Glück hat, bekommt man gebrauchte Bücher außerdem im Internet.“ Schwierig werde es bei Arbeitsheften, in die Schüler der unteren Grundschulklassen direkt reinschreiben. Die müssen neu gekauft werden.
Mit Material von DPA