„Fremantle Highway“ Autos auf Frachter teilweise mit Decks verschmolzen
Ein Großteil der Autos auf dem ausgebrannten Frachter „Fremantle Highway“ kann nicht geborgen werden, sagt ein Experte. Sie seien teilweise geschmolzen. Bei einigen soll es sich um echte Luxus-Karossen handeln.
Eemshaven - Nach dem verheerenden Feuer auf dem Autofrachtschiff vor der niederländischen Küste haben Berger nun das Schiff inspiziert. Die vier obersten Decks der „Fremantle Highway“ seien so schwer beschädigt, dass man sie kaum betreten könne, sagte der Chef des Bergungsunternehmens Boskalis, Peter Berdowski, nach Medienberichten vom Freitag. Daher sei es schwierig, die Ladung zu bergen.
Etwa 2700 der insgesamt rund 3800 Autos an Bord sind nach Einschätzung der Experten zerstört und können vermutlich nicht geborgen werden. „Ein Teil der Decks ist total verschmolzen mit den Autos“, sagte Berdowski Reportern in Eemshaven. Demnächst werde das Öl aus dem Schiff gepumpt. „Damit ist das Risiko einer Umweltkatastrophe deutlich kleiner“, sagte der Boskalis-Chef.
Bei dem Unglück kam ein Crewmitglied ums Leben
Der japanische Frachter war vor gut einer Woche nach Eemshaven geschleppt worden, nachdem das Feuer tagelang gewütet hatte, während das Schiff auf der Nordsee trieb und von Schleppern in Position gehalten wurde. Nach ersten Informationen der Küstenwache nach Ausbruch des Feuers könnte womöglich ein E-Auto Ausgangspunkt des Feuers gewesen sein. Eine Ölpest drohte für die Nordsee und die Inseln. Bei der Evakuierung der Besatzung während der Unglücksnacht am 26. Juli war ein Crewmitglied ums Leben gekommen.
Bei der Inspektion wurde nun deutlich, dass die unteren vier der zwölf Decks weitgehend unbeschädigt sind. Auch etwa 1000 Autos, darunter 500 elektrische, seien auf den ersten Blick in gutem Zustand, sagte Berdowski. Aber noch ist unklar, wie sie geborgen werden können.
Auch Modelle von Rolls-Royce waren an Bord
Experten der Autohersteller, darunter Volkswagen, BMW und Mercedes, sollen nun untersuchen, auf welche Weise die Fahrzeuge transportiert werden können. Die E-Autos hätten einen geladenen Akku, sagte Berdowski. „Das kann sehr gefährlich sein.“ Man will nicht, dass die Autos sich durch den Transport erneut entzündeten, „und alles Elend von vorne anfängt.“
Laut einem Bericht der „Automobilwoche“ soll es sich bei mehr als 1000 der Fahrzeuge an Bord um Wagen aus dem BMW-Konzern handeln, darunter auch Modelle von Mini und Rolls-Royce. Bei Letzteren ist von einer „kleinen Anzahl“ die Rede, der Preis pro Wagen soll sich jedoch auf etwa 500.000 Euro belaufen.
Die „Fremantle Highway“ kann bis zum 14. Oktober in Eemshaven bleiben. Von dort soll der Frachter an einen anderen Ort geschleppt werden, wo es abgewrackt oder repariert wird. Das ist eine Entscheidung des japanischen Reeders.
Mit Material von DPA