Nachruf Die Emder Wirtschaft verliert einen Macher
Der bekannte Unternehmer Siegmund van Grieken ist im Alter von 83 Jahren gestorben. Er war auch der Schifffahrt und dem Sport verbunden.
Emden - Die Wirtschaft und der Sport in Emden trauern um eine Persönlichkeit. Der Unternehmer Siegmund van Grieken ist nach längerer Krankheit gestorben. Er schlief am Mittwoch im Alter von 83 Jahren in seiner Wohnung in Emden im Kreis seiner Familie ein.
Wegbegleiter beschreiben den Unternehmer als Macher, der stets um das Wohl seiner Heimatstadt Emden und deren Wirtschaft bemüht war. Er mischte sich ein, wenn ihm etwas nicht passte, gab der Stadtentwicklung auch oft neue Impulse. Vor allem dem Hafen und der Schifffahrt war er verbunden. Auch als Sponsor machte er sich einen Namen. Bekannt war der hochgewachsene und stattliche Mann für seinen Humor. Wenn man ihm begegnete, hatte er immer einen Spruch parat.
Er führte seit 1991 ein Busunternehmen
Bevor er sich aus dem aktiven Berufsleben zurückzog, hatte van Grieken bis vor wenigen Jahren als geschäftsführender Gesellschafter gemeinsam mit seiner Geschäftsführerkollegin Marion Gravemann das alteingesessene Emder Busunternehmen Reiter’s Busverkehrs-GmbH geführt.
Van Grieken hatte dieses Unternehmen 1991 gemeinsam mit dem Emder Unternehmen Adalbert Janssen übernommen und maßgeblichen Anteil an der Entwicklung dieser Firma zum führenden Anbieter dieser Branche in Emden. In seiner Ägide entstand auch der Betriebshof mit dem Verwaltungsgebäude im Gewerbegebiet am 2. Polderweg. Seit 1993 führt Reiter‘s im Auftrag der Stadtwerke-Tochter Stadtverkehr Emden den innerstädtischen Linienbusverkehr aus.
Den frühen Tod des Vaters nie überwunden
Van Grieken wuchs in sehr bescheidenen Verhältnissen auf. Schon früh verlor er seinen Vater, der als Soldat im Zweiten Weltkrieg umkam. „Darüber ist er selbst nie weggekommen, das hat er immer wieder berichtet“, sagt der Emder Erich Bolinius, ein enger Freund und Wegbegleiter. Die Mutter verdiente den Unterhalt für die Familie als Netzflickerin in einer Emder Heringsfischerei.
Der Verstorbene erlernte zunächst den Beruf des Taklers und wechselte als Geselle in die Taklerei der früheren Emder Nordseewerke. Auf der Schiffswerft arbeitete er sich aus eigener Kraft hoch, kam zunächst in die Konstruktions- und später in die Organisationsabteilung. In den 1970er Jahren begann er an der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie in Leer das Studium zum Betriebswirt.
Seine Leidenschaft galt dem Fußball
Nachdem die Lage auf dem Schiffbaumarkt schwieriger geworden war, wechselte er zur Emder Firma Adalbert Janssen (Gerüstbau, Industriereinigung und Korrosionsschutz). Er wurde Geschäftsführer und übernahm das Unternehmen später. Heute wird es von einem seiner drei Söhne geführt.
In seiner Freizeit widmete sich van Grieken gerne dem Fußball. Er kickte lange für den Emder Traditionsverein FT 03, dessen Führung er von 1981 bis 1983 als Vorsitzender übernommen hatte. „Er hat sich in dieser Zeit sehr für den Verein eingesetzt“, sagt der amtierende 2. Vorsitzende Frank Rogga zum Tod des ehemaligen Klubchefs. Zuletzt gehörte der Verstorbene zur Ü60-Mannschaft des SV Petkum, zu der er über seinen Freund Erich Bolinius kam und mit der er Reisen in viele Teile der Welt unternahm.
Mit der Motoryacht viel in Holland unterwegs
Gerne war van Grieken auch auf dem Wasser. Gemeinsam mit seiner Frau Doris, mit der er länger als sechs Jahrzehnte verheiratet war, unternahm er mit der eigenen Motoryacht viele Törns, die häufig durch die Niederlande führten.
Die Trauerfeier für Siegmund van Grieken ist am kommenden Dienstag ab 14.30 Uhr in der Kapelle des Friedhofs Tholenswehr in Emden. Im Anschluss daran wird der Verstorbene beigesetzt.