So geht der SVW die Bezirksliga an SV Wallinghausen will von der Favoritenrolle nichts wissen
Wallinghausens Trainer Ewald Mühlenbrock hat im Vorfeld der Saison kein konkretes Ziel ausgegeben. Er sieht bei seiner jungen Mannschaft in zwei Bereichen noch Entwicklungspotenzial.
Wallinghausen - Mit Rang drei im ersten Jahr nach der Corona-Pandemie erreichte der SV Wallinghausen die beste Platzierung seit dem Aufstieg in die Bezirksliga vor vier Jahren. So gänzlich überrascht vom guten Abschneiden seiner Mannschaft in der vergangenen Saison ist Ewald Mühlenbrock, Trainer des SV Wallinghausen, nicht. „Wir haben eine junge und talentierte Mannschaft. Der Großteil unserer Spieler ist unter 22 Jahren alt und hat im Jugendbereich bereits höherklassig gespielt“, verweist er auf die gute Ausbildung seiner Spieler und nennt einen Grund für das starke Abschneiden seiner Elf.
Dabei hatte der SVW keinen guten Einstieg in die Saison. „Wir sind mit drei Niederlagen in die Saison gestartet“, so Mühlenbrock. „Erst ab November wurde es dann besser. Die Mannschaft hat sich gefunden und dann in der Rückserie Lunte gerochen.“ Ein Ziel wurde jedoch nicht ganz erreicht: „Wir wollten gegen jede Mannschaft mindestens einmal in der Saison gewinnen. Außer gegen Esens ist uns das auch gelungen“, stellt Mühlenbrock mit einem Augenzwinkern fest. „Das konnten wir dann aber im Ostfriesland-Cup geradebügeln.“
Veränderungen im Kader
Mit Tobias Cordes (SV Wallinghausen II) und Bertony Konda (SV Wilhelmshaven) verliert die Mannschaft zwei ihrer erfahrensten Spieler. Dafür rücken mit Nide und Kedin Muwenge, Samir Ismayilov, Kevin Herbold und Jannes Rohl gleich fünf Spieler aus der A-Jugend in den Kader nach. Mühlenbrock ist überzeugt, dass sie in der Lage sind, in der Bezirksliga bestehen zu können. Bereits im Ostfriesland-Cup konnten sie Spielpraxis sammeln. Aber der SVW-Trainer ist auch vorsichtig. „Verheizen werden wir sie nicht.“ Eine wichtige Aufgabe kommt dabei auch dem neuen Co-Trainer Albert Folkers zu, der zuvor die A-Jugend des SVW trainierte. „Er ist ein Riesengewinn für die Mannschaft und das Bindeglied zu den jungen Spielern.“ Mit Kevin Ageev vom SV Holtland, kommt dann ein gestandener Herrenspieler, der zuvor bereits ein Jahr in Großefehn gespielt hat, zum SVW. „Auch er war ein talentierter Jugendspieler. Ich verspreche mir sehr viel von ihm“, sagt Mühlenbrock, der vor seinem Einstieg als Herrentrainer in Wallinghausen mehrere Jahre Jugendtrainer in Großefehn war. Mit Kay Röbkes (SV Plaggenburg) und Oliver Janßen (BSV Wiegboldsbur) wechseln zwei Spieler zum SVW, die noch einmal in der Bezirksliga angreifen wollen. Eine Mannschaft mit vielen jungen Spielern zu haben, hat aber nicht nur Vorteile. „Wir leben mit neun Studenten in der Mannschaft, die nur am Freitag beim Training sind. Dienstags sieht es dann nicht so gut aus“, stellt Mühlenbrock fest. Schließlich weist er noch auf einen anderen positiven Aspekt hin. „Wir haben unglaublich tolle Fans, die den Spielern auch bei Niederlagen noch auf die Schulter klopfen. Diese Euphorie im Verein haben wir im Ostfriesland-Cup gespürt.“
Das sind die Ziele
Nach Ansicht des Wallinghausener Trainers ist die Bezirksliga in der neuen Saison wesentlich stärker besetzt als letztes Jahr. „Das Ziel, sich für den Ostfriesland-Cup zu qualifizieren, haben wir aber nicht“, so Mühlenbrock. „Wir sind ja der Titelverteidiger.“ So ist auch das Erreichen eines einstelligen Tabellenplatzes zur Qualifikation nicht notwendig. Auch ein besseres Abschneiden als in der letzten Saison ist für Mühlenbrock kein Ziel. „Wir wollen genauso viele Punkte holen wie in der Vorsaison. Das sollte dann für einen Platz unter den ersten fünf Mannschaften reichen.“ Die größten Meisterschaftschancen räumt Mühlenbrock dem TuS Pewsum ein. „Die Rahmenbedingungen stimmen und sie haben eine entwicklungsfähige Mannschaft.“ Verbesserungspotential für die eigene Elf sieht Mühlenbrock sowohl im defensiven als auch im offensiven Bereich. „Wir haben in der letzten Saison ein paar Gegentore zu viel bekommen und haben auch keinen richtigen Torjäger.“
Das sagt der Kapitän
Seit drei Jahren ist Marvin Dahlke der Kapitän des SV Wallinghausen. „Ich sehe mich vor allem als Führungsspieler, auch wenn ich erst 26 Jahre alt bin“, sagt Dahlke. Vor allem die Tatsache, dass jeder für jeden da ist, sieht er als großes Plus der Mannschaft. So kümmern sich auch alle Mitspieler um die Integration der Neuzugänge. „Ich bin seit vielen Jahren im Verein. Es passt einfach alles.“ Für die neue Saison hofft er, dass Wallinghausen wieder oben mitspielen kann. Insgesamt erwartet er aber auch eine ausgeglichenere Saison als letztes Jahr.
Die gute Seele im Umfeld der Mannschaft
Auch in Wallinghausen kann man, so Mühlenbrock, nicht nur von einer guten Seele sprechen. „Das Team der Bierbude ist einfach unglaublich. Wenn es um Vereinsevents, Weihnachtsfeiern oder die Betreuung der Zuschauer geht, leistet es Unglaubliches“, stellt Mühlenbrock fest. „Allergrößten Dank dafür.“ Gerne versammeln sich nach den Punktspielen dort die Fans und trinken zusammen mit den Spielern noch ein Bier oder essen eine Bratwurst. „Diese Verbundenheit gibt uns eine zusätzliche Motivation.“
Unsere Prognose
Mit nur drei Abgängen und acht neuen Spielern stellt sich der SV Wallinghausen nicht nur qualitativ, sondern auch quantitativ noch besser auf. Dabei legt der Trainer und der Verein bei den Verstärkungen ihr Hauptaugenmerk auf junge talentierte Spieler. Das ist auf jeden Fall der richtige Weg und lässt für die Zukunft hoffen. Auch wenn die Liga in der Spitze ausgeglichener besetzt scheint, ist auf jeden Fall auch mit dem SVW zu rechnen. Ein Platz unter den ersten fünf Mannschaften ist realistisch.