Ferber am Freitag Hornhaut für kleinen Hunger
Urlauber beklagen sich über Fische, die ihnen beim Baden in die Füße gebissen haben. Redakteur Florian Ferber wird sich für seinen kommenden Urlaub wappnen.
Aufruhr im 17. deutschen Bundesland: Nein, Hollywood-Legende Ralf Moeller dreht keine Fortsetzung von „Hai-Alarm auf Mallorca“ und Til Schweiger bietet auch nicht neuerdings Nuschel-Workshops auf seiner Finca an. Dafür häufen sich wohl Klagen von Urlaubern, die beim Baden von Fischen in Beine oder Füße gebissen wurden. Die Knabber-Attacken sollen sogar zu kleineren Wunden geführt haben. Als wär‘ die Malle-Qualle nicht genug.
Natürlich hat sich auch die „Mallorca Zeitung“ das Thema geangelt. Sie zitiert unter anderem einen Leser, der sich auf Facebook zu einem Vorfall an der Playa de Palma, etwa 20 Meter vom Ufer entfernt, im Telegram-Stil geäußert hat: „Gestern zweimal ins Knie gezwickt worden! Der Fisch war circa 15-20 cm groß. Unangenehm, aber nicht schmerzhaft.“
Aber woran liegt diese Aggressivität? Laut „Mallorca Zeitung“ haben Meeresbiologen in der Vergangenheit die These aufgestellt, „dass die Fische aufgrund des Klimawandels bei steigenden Wassertemperaturen häufiger im flachen Wasser auf Nahrungssuche gehen würden als früher. Außerdem pflanzen sich einzelne Fische im Sommer fort und könnten auch darum phasenweise aggressiv werden“. Wissenschaftlich gesichert sei das bisher aber nicht. Das Lifestyle-Magazin wmn.de bezieht sich auf Meeresbiologin Silvia García und ergänzt: „In ihrer Not wenden sie sich dann der menschlichen Haut zu, die für sie wie ein leckerer Snack aussieht. Besonders Hornhaut oder Hautabschürfungen sind für die Fische verlockend, da sie perfekt für den kleinen Hunger sind.“
Wie die „Mallorca Zeitung“ weiter berichtet, hat es vor allem im vergangenen Sommer in Südfrankreich zahlreiche Fischbisse gegeben. Offensichtlich fühlt sich der zuvor vor Ort fast ausgestorbene Graue Drückerfisch im aufgeheizten Mittelmeer wieder wohl(er) und angriffslustiger. Vor Mallorca indes tummeln sich nicht nur Brassen, sondern auch Petermännchen. „Diese Fische graben sich mit Vorliebe im flachen Wasser in den Sand ein und geben aus den Stacheln an der Rückenflosse ein Eiweißgift ab. Ein Stich damit kann sehr schmerzhaft sein“, schreibt das Blatt. Derweil hat Francisco Miguez, der die Rettungsschwimmer an der Playa de Muro koordiniert, nach Angaben der „Mallorca Zeitung“ keine außergewöhnliche Häufung von Fischbissen festgestellt.
Ich für meinen Teil verabschiede mich an dieser Stelle in den zweiwöchigen Sommerurlaub – und werde diesmal wohl sicherheitshalber einen Hornhauthobel einpacken.
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