Jagdgeschwader Richthofen  Nach rechtem Konzert verliert Lohnunternehmen Auftrag bei Bundeswehr

Claus Hock Imke Oltmanns
|
Von Claus Hock und Imke Oltmanns
| 09.08.2023 17:09 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Der Umbau des Flugplatzes vom Jagdgeschwader Richthofen in Wittmundhafen ist ein Großprojekt. Auch das in die Kritik geratene Lohnunternehmen aus der Krummhörn war an der Baustelle beteiligt. Foto: Hochmann/Archiv
Der Umbau des Flugplatzes vom Jagdgeschwader Richthofen in Wittmundhafen ist ein Großprojekt. Auch das in die Kritik geratene Lohnunternehmen aus der Krummhörn war an der Baustelle beteiligt. Foto: Hochmann/Archiv
Artikel teilen:

Das Lohnunternehmen Voß hat einen wichtigen Auftrag verloren. Die Krummhörner waren als Subunternehmen auf dem Gelände des Jagdgeschwaders Richthofen beschäftigt.

Krummhörn/Wittmund - Das Lohnunternehmen Voß aus der Krummhörn, das aufgrund eines von Neonazis organisierten Konzerts in die Schlagzeilen geraten war, hat einen wichtigen Auftrag verloren. Demnach wurde Voß als Subunternehmen die Beteiligung am Umbau des Flugplatzes vom Jagdgeschwader Richthofen entzogen.

Entsprechende Hinweise bestätigte die Bundeswehr gegenüber dieser Zeitung am Mittwoch. Die Firma Voß war Subunternehmer für die Firma Johann Bunte tätig, die wiederum Hauptauftragnehmer des Staatlichen Baumanagements für den Umbau des Flugplatzes Wittmundhafen ist. Das bestätigt ein Sprecher des dort ansässigen Richthofen-Geschwaders auf Nachfrage. „Nachdem in der Presse geschildert wurde, dass Voß seine Halle für das Konzert zur Verfügung stellte, hat die Firma Bunte Voß mit sofortiger Wirkung rausgeschmissen“, so der Sprecher.

Lohnunternehmen will das Gespräch suchen

Das bestätigte im Nachgang auch die Firma Bunte. „Die Firma Voß wurde von uns als Dienstleister beschäftigt. Wir haben die Zusammenarbeit eingestellt. Eine Rolle dabei spielte das Konzert“, hieß es auf Nachfrage.

Maike Klaassen, Juniorchefin des Krummhörner Lohnunternehmens, ist offenbar um Schadensbegrenzung bemüht. „Es ist geplant, dass wir in der kommenden Woche ein Gespräch mit der Geschäftsleitung der Firma Bunte führen“, so Klaassen auf Nachfrage dieser Zeitung. Man arbeite schon jahrelang für die Firma Bunte und hoffe auf eine Fortsetzung in der Zukunft. Rechtliche Schritte gegen die Kündigung wolle man zunächst nicht einleiten.

Das Krummhörner Lohnunternehmen hatte am vergangenen Wochenende trotz massiven Protests aus der Bevölkerung sein Gelände für ein Konzert zur Verfügung gestellt. Nicht nur in der Hauptband des Abends spielen Rechtsextreme, auch Sicherheits- und Sanitätsdienst sind der rechten Szene zuzuordnen. Auch der Niedersächsische Verfassungsschutz bestätigt gegenüber dieser Zeitung, dass es „klare Bezüge der in die Organisation eingebundenen Personen in rechtsextremistische Strukturen“ gibt.

Ähnliche Artikel