Volkswagen Emden  Offizieller Start des ID.7 noch im August

Martin Teschke
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Von Martin Teschke
| 09.08.2023 14:47 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Der ID.7 bei der Weltpremiere im April in Berlin: Noch im August will Volkswagen das neue Spitzenmodell auch dort präsentieren, wo es für den europäischen Markt gebaut wird – in Emden. Foto: Skolimowska/dpa
Der ID.7 bei der Weltpremiere im April in Berlin: Noch im August will Volkswagen das neue Spitzenmodell auch dort präsentieren, wo es für den europäischen Markt gebaut wird – in Emden. Foto: Skolimowska/dpa
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Es ist so weit: VW in Emden geht mit dem neuen Spitzenmodell ID.7 nun auch offiziell an den Start. In wenigen Tagen geht es los.

Emden - Das VW-Werk in Emden plant den offiziellen Start des neuen Spitzenmodells ID.7 noch in diesem Monat. Wann genau das Event rund um die Elektro-Limousine stattfindet, wollte eine Sprecherin des Unternehmens zwar nicht verraten, aber es dürfte sich nur noch um einige Tage handeln.

Die Mitarbeiter von VW in Emden waren am Montag aus den drei Wochen langen Betriebsferien zurückgekehrt – zumindest jene, die für die Montage der Verbrenner-Autos Passat und Arteon zuständig sind. Die Kollegen, die an den Elektromodellen ID.4 und ID.7 in der neuen Halle 20 arbeiten, kommen eine Woche später zurück. Grund dafür ist die unerwartet schlechte Auftragslage für den ID.4. Eine von zwei Schichten, die Spätschicht, musste bis Ende des Jahres gestrichen werden. Die etwa 1600 Mitarbeiter mit Zeitarbeitsverträgen müssen bis spätestens Ende des Jahres gehen.

Nächstes Modell schon im Frühjahr

Eigentlich sollte bis Ende des Jahres auch der Bau des Passat Variant enden. Nun aber werden Passat und Arteon noch bis Frühjahr nächsten Jahres „nachfragebedingt“ weiter montiert, wie die VW-Sprecherin im Gespräch mit unserer Zeitung sagte. Auch der ID.7 Tourer solle neben der ID.7 Limousine im Frühjahr starten. Das erfordert offenbar noch zahlreiche Vorarbeiten. Alle Mitarbeiter seien ab Montag wieder im Werk, so die Sprecherin. Bei VW heißt das dann trotz der gestrichenen Spätschicht „Personalverschiebungen“. Wie VW Emden betonte, sei aber auch in den Ferien im Werk gearbeitet worden – an mehr als 220 Baustellen. Werktags seien 600 und an den Wochenenden immerhin auch noch 300 Leute dagewesen. Insgesamt beschäftigt VW in Emden etwa 8000 Mitarbeiter.

„Während des dreiwöchigen Urlaubs wurden unter anderem Wartungsarbeiten, darunter zum Beispiel der Tausch der Hauptantriebswellenlagerung der Großraumsaugerpresse im Presswerk mit 7300 Tonnen Presskraft, Revitalisierungen wie der Austausch von Zu- und Abluftkanälen in der Lackiererei, Roboterintegrationen und Stahlbautätigkeiten durch strukturelle Anpassungen im Produktionsbereich durchgeführt“, teilte das Werk auf Anfrage mit. Aber auch Softwareupdates, insbesondere in der Halle 20 sowie Prozess- und Anlaufoptimierungen zählten zu den Tätigkeiten im Werksurlaub.

Unbehagen mit Elektromobilität

Ab Frühjahr nächsten Jahres steht Emden komplett ohne Verbrenner da. Die Hoffnungen ruhen dann auf dem Erfolg des ID.7 und auf ein Wiedererstarken der Nachfrage nach dem ID.4, die nach Kürzung der staatlichen Prämien eingebrochen war. Womöglich warten die Verbraucher im Moment ab, ob es nicht doch wieder höhere Subventionen gibt.

So oder so reißt die Kritik an der Elektromobilität nicht ab. Fast 500.000 Elektroautos wurden 2022 in Deutschland neu zugelassen – so viele wie noch nie. Laut einer Umfrage des Marktforschungsinstituts Uscale müssen die Autobauer allerdings noch einiges an ihren Fahrzeugen verbessern, damit die Lücke zum Verbrenner in den nächsten Jahren geschlossen werden kann. Denn die Autobauer haben ein Problem: Die Zufriedenheit mit den Elektroautos sinkt. Im vergangenen Jahr hätten noch 30 Prozent der Fahrer ihr Auto weiterempfohlen. Ein Jahr später ist der Wert auf 18 Prozent gesunken. Befragt wurden rund 4500 E-Autobesitzer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Erklären lässt sich dieser Zufriedenheitsrückgang laut den Meinungsforschern vor allem durch den wachsenden Marktanteil. In den vergangenen Jahren standen beim Kauf von Elektroautos vor allem ökologische Motive im Vordergrund. Mittlerweile dominieren Aspekte wie Fahreigenschaften und Kosten. Generell stellen die neuen Kunden eine höhere Erwartungshaltung an E-Autos.

Kritik an Reichweite

Die größten Baustellen sind laut Studie die Reichweite und Ladeleistung der Autos. Außerdem kritisieren Besitzer von E-Autos die verschiedenen Smartphone-Apps der Hersteller und allgemein die Softwarequalität ihrer Fahrzeuge. Am wenigsten Handlungsbedarf scheint es beim Bau der Autos zu geben. Denn die Qualität von Karosserie und Innenausstattung wurde nur bei Tesla kritisiert.

Das Unternehmen von Milliardär Elon Musk ist kein klassischer Autobauer und das fällt auch den Kunden auf. Fast die Hälfte der befragten Besitzer nennt die Qualität des Fahrzeugs und die Akustik als Hauptkritikpunkt. Dafür punktet Tesla vor allem bei der Software. Reichweite, Verbrauch, Anzeigen und Softwarequalität werden in der Umfrage überdurchschnittlich gut bewertet.

Volkswagen im guten Mittelfeld

Bei den deutschen Herstellern Audi, Mercedes, BMW und Volkswagen ist die Situation dagegen genau umgekehrt. Während die Qualität der Autos durchweg sehr gut bewertet wird, kommen die Hersteller in Sachen Reichweite und Softwarequalität nicht gut weg.

Teslafahrer würden ihr Auto der Umfrage zufolge mit 69 Prozent am häufigsten weiterempfehlen. Dahinter folgen der südkoreanische Hersteller Genesis (63 Prozent) und Porsche (62 Prozent). Auch BMW schnitt mit einer Weiterempfehlungsquote von 59 Prozent sehr gut ab. Marken wie Mercedes (43 Prozent) und Volkswagen (32 Prozent) landeten im Mittelfeld der Umfrage von Uscale. Besonders schlecht bewertet von ihren Besitzern wurden die Elektroautos von Nissan (13 Prozent), Peugeot (11 Prozent) und Opel (acht Prozent).

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