Hamburg Zoom nutzt Videoanrufe für KI-Training: Was Nutzer jetzt wissen müssen
Die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz schreitet in bahnbrechender Geschwindigkeit voran. Der Videokonferenzdienst Zoom sorgte nun für Aufsehen: Vorwürfe wurden laut, der Dienst nutze Audio- und Videomaterial der Nutzer für das Training von KI.
Chat-GPT, computergenerierte Bilder und sogar künstlich erstellte Videos: Die Technologie der Künstlichen Intelligenz ist auf dem Vormarsch. Fast schon wöchentlich tauchen neue KI-Kreationen wie Bilder oder Videos auf. Für das Training der KI sind dabei große Mengen an Daten erforderlich.
Immer wieder stellt sich dabei die Frage, welche Texte eine KI eigentlich zum Lernen benutzen darf. Und werden dafür sogar die eigene Stimme und Chatverläufe von Unternehmen weitergeben?
Inmitten dieser Diskussion wurden Nutzer der Videokonferenz-Plattform Zoom auf eine Zeile in den Nutzungsbedingungen des Programms aufmerksam. Demnach könne Zoom über „Telemetriedaten, Produktnutzungsdaten, Diagnosedaten und ähnliche Inhalte oder Daten, die Zoom in Verbindung mit Ihrer Nutzung bzw. der Nutzung der Dienste oder Software durch Ihre Endbenutzer erhebt oder generiert“ frei verfügen.
Diese undurchsichtige Formulierung sorgte bei vielen Nutzern für Entsetzen. Der Aufschrei im Netz zog eine Klarstellung von der US-Firma nach sich. „Wir nutzen Audio-, Video- oder Chat-Inhalte zum Training unserer KI-Modelle nicht ohne Kundenzustimmung“, schrieb Produktchefin Smita Hashim in einem Blogeintrag.
Zoom erklärt weiter, dass selbst im Falle einer Zustimmung zur Verarbeitung der Daten nur die eigenen KI-Programme mit den Nutzerdaten gespeist werden, nie fremde Drittprogramme.
Vielmehr seien mit der umstrittenen Zeile in den AGBs Daten gemeint, die Zoom selbst zur Diagnose von Gesprächen und Serverdaten auf Basis der Nutzergespräche erstellt. Zudem seien die kontroversen Änderungen an den Nutzungsbedingungen bereits im März durchgeführt worden.
Hintergrund für die AGB-Änderung im März seien die neuen KI-Funktionen des Programms gewesen. So wurde eine Funktion zur Zusammenfassung von Video-Meetings und eine Schreibhilfe, basierend auf KI, veröffentlicht. Mit der Änderung sollte verhindert werden, dass Nutzer bei der Verwendung der KI-Funktionen immer wieder um Erlaubnis gefragt werden müssen.
Für die Nutzung der Funktionen sei aber nun doch eine Einwilligung nötig. Administratoren können die Funktionen aktivieren und auch der Weiterverwendung ihrer Daten widersprechen.
Es ist nicht das erste Mal, dass Zoom aufgrund von Ungereimtheiten in Sachen Datenschutz auffällt. Bereits während der Corona-Pandemie wurden Datenschützer auf die Videokonferenz-Plattform aufmerksam, damals soll das Programm personenbezogene Nutzerdaten an Dritte weitergegeben haben.