Konzert in der Krummhörn Vermummte, Drohgebärden, Diskussionen, gasgebende Autos
Bei dem rechtsnahen Konzert am Samstag waren nicht alle mit der anwesenden Presse einverstanden. Eindrücke von der Zufahrt zum Veranstaltungsgelände.
Krummhörn - Ein dunkles Auto biegt von der Emder Landstraße mit viel zu hoher Geschwindigkeit in die Einfahrt ein und geht auch nicht vom Gas, obwohl mehrere Fotografen und Pressevertreter direkt an der Einfahrt stehen. Zweimal spielte sich diese Szene am Samstag an der Einfahrt zum Gelände, auf dem das rechtsnahe Konzert stattgefunden hat, ab. Eine Drohgebärde in Richtung derer, die von den Organisatoren – und einigen Gästen – als Feindbild wahrgenommen werden.
Freundliche Stimmung ist es allgemein nicht, die den lokalen und regionalen Fotografen und Pressevertretern am Samstag am Rande des Geländes entgegenschlägt. Gerade die Personen, vornehmlich Männer, die den Organisatoren zuzuordnen sind, versuchen mehrfach, die Arbeit der Berichterstatter einschränken zu lassen. Aber auch einige Gäste sind wenig begeistert, während manche auch schlicht verunsichert sind.
Erfolglose Versuche, die Presse an der Arbeit zu hindern
Schon am Nachmittag, gegen 17 Uhr, versuchte ein Trupp aus mehreren Personen, fotografische Aufnahmen durch die anwesende Polizei verhindern zu lassen. Der Trupp, der die Aufgabe hatte Verkehrsschilder aufzustellen, wurde begleitet und koordiniert von einem Emder, der nachgewiesenermaßen in der Vergangenheit an einschlägigen Szene-Veranstaltungen und -Demonstrationen teilgenommen hat. Der Emder Neonazi hört noch heute gerne rechte Musik, wie dem Internet zu entnehmen ist. Eine „Abkehr“ von der Szene ist, auch aufgrund seines Gebarens gegenüber der anwesenden Presse, unwahrscheinlich.
Die Polizei wies, auch in den nachfolgenden Stunden, mehrfach darauf hin, dass das Anfertigen von Fotomaterial nicht verboten ist. Diese Antwort begeisterte weder den besagten Trupp noch verschiedene Gäste der Veranstaltung.
Shuttle-Service im Einsatz
Bei den Gästen konnte man aufgrund der Reaktionen gegenüber der Presse meistens recht eindeutig einordnen, wer schon öfters rechtsnahe Veranstaltungen besucht hat und wer tatsächlich eher szenefremd ist. „60 Prozent der Gäste da drin sind ganz normale Leute“, sagte ein Besucher gegenüber der Polizei. Was mit den übrigen 40 Prozent sei, ließ er offen.
Zu Stinkefingern, Rufen wie „scheiß Antifa“ oder ähnlichem kam es im Laufe des Tages mehrfach. Auffällig war, dass neben einem Taxi-Shuttle offenbar auch ein Shuttleservice mit privaten Autos, vorwiegend mit außerörtlichen Kennzeichen, angeboten wurde. Nicht nur das eingangs erwähnte rasende Auto, sondern auch andere Fahrzeuge fuhren mehrfach auf das Gelände und wieder weg.
„Alerta, Alerta, Antifascista“
Kurz darauf versuchte ein weiterer Trupp, teilweise ausgestattet mit Handfunkgeräten, teilweise vermummt, gegenüber der Polizei ein Fotografierverbot zu erwirken. Wiederum erfolglos. Ein Mitglied dieses Trupps stellte sich, während seine „Kameraden“ mit der Polizei diskutierten, demonstrativ in die Mitte der Gruppe der anwesenden Berichterstatter. Es handelte sich dabei nach ersten Erkenntnissen um einen Neonazi aus Westfalen. Eine „Drohgebärde“, die recht wirkungslos verpuffte, auch er musste ohne Erfolg wieder abrücken.
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