„Fremantle Highway“  Das geschieht jetzt mit ausgebranntem Frachter

Martin Alberts
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Von Martin Alberts
| 04.08.2023 18:32 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Der schwerbeschädigte Autofrachter “Fremantle Highway“ liegt in Eemshaven, abgeschirmt durch gelbe Container. Gut eine Woche nach Ausbruch des Feuers war das etwa 200 Meter lange Schiff am Donnerstag über Stunden zu dem Hafen geschleppt worden. Foto: Penning/DPA
Der schwerbeschädigte Autofrachter “Fremantle Highway“ liegt in Eemshaven, abgeschirmt durch gelbe Container. Gut eine Woche nach Ausbruch des Feuers war das etwa 200 Meter lange Schiff am Donnerstag über Stunden zu dem Hafen geschleppt worden. Foto: Penning/DPA
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Die „Fremantle Highway“ liegt sicher in Eemshaven. Nun ist es an den Versicherungsexperten, das ausgebrannte Schiff zu begutachten. Allein für die zerstörten Autos an Bord dürfte eine gewaltige Summe zusammenkommen.

Eemshaven - Nachdem der ausgebrannte Autofrachter „Fremantle Highway“ am Donnerstag nach Eemshaven geschleppt wurde, hat die Küstenwache ihren Job vorerst erledigt. Nun ist es am Eigentümer und den zuständigen Behörden, über den weiteren Weg des Schiffs zu entscheiden. An der Emsmündung wird der Frachter nur auf das Abwracken in einem anderen Hafen vorbereitet – und klar ist dabei schon jetzt: All zu viel Zeit bleibt nicht. Denn die „Fremantle Highway“ müsse den Liegeplatz, an dem sie vertäut ist, bis spätestens 15. Oktober wieder räumen, schreibt die Gemeinde Het Hogeland, in der Eemshaven liegt. Ab dann sei der Platz für ein anderes Schiff reserviert.

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Frachter "Fremantle Highway" in Eemshaven
04.08.2023

Der Eigentümer des Frachters werde nun mit einer Untersuchung beginnen, um in Zusammenarbeit mit den Behörden das Ausmaß des Schadens am Schiff sowie die Ursache für den Brand festzustellen, teilte die Reederei Kawasaki Kisen Kaisha (K Line) am Freitag mit. K Line hatte das Schiff gechartert, als in der Nacht auf den 26. Juli an Bord ein Feuer ausbrach, während die „Fremantle Highway“ vor der niederländischen Insel Ameland unterwegs war. Ein Besatzungsmitglied war während der Evakuierung laut K Line infolge des ausströmenden Rauchs gestorben, die übrigen 22 Mitglieder der Crew wurden in Krankenhäusern behandelt. Am Donnerstag habe mit dem Kapitän auch das letzte verbliebene Mitglied der Crew die Klinik verlassen können, teilte die Reederei am Freitag mit.

Das soll mit den zerstörten Autos geschehen

Offizieller Eigentümer der „Fremantle Highway“ ist laut K Line das Unternehmen Luster Maritime mit Sitz in Panama – dem Land, unter dessen Flagge der Frachter fährt. Es gehört allerdings dem japanischen Unternehmen Shoei Kisen Kaisha – einer Tochter des japanischen Schiffbaukonzerns Imabari, auf dessen Werft der Autofrachter 2013 gebaut wurde. Auch der Versicherer Japan P&I Club sieht Imabari als zuständigen Ansprechpartner, wie das Unternehmen auf seiner Internetseite schreibt. Gemeinsam wolle man nun die Höhe des Schadens ermitteln, berichtet das Groninger „Dagbald van het Noorden“ mit Verweis auf einen Sprecher von P&I Club. Öffentlich werde man sich hierzu allerdings nicht äußern, da es im Versicherungsvertrag eine Vertraulichkeitsklausel gebe, heißt es. Hinzukommen dürften die Kosten für die aufwendige Bergung der „Fremantle Highway“, die bisher noch unklar sind.

Enorme Schäden sind in jedem Fall auch an den knapp 3800 Autos entstanden, welche die „Fremantle Highway“ zum Zeitpunkt des Brandes geladen hatte. Am Dienstag hatte der Chef des Bergungsunternehmens Boskalis, Peter Berdowski, in einem TV-Interview noch gemutmaßt, dass bis zu 800 Autos an Bord trotz des Feuers in einem relativ guten Zustand sein könnten. Am Freitag berichtete der NDR jedoch, dass nach Meinung von Versicherungsexperten keines der Fahrzeuge mehr brauchbar sei. Den Schaden an den Autos schätzen Experten laut NDR und „Dagblad van het Noorden“ auf etwa 300 Millionen Euro.

In Eemshaven soll das Schiff bald entladen werden. Die zerstörten Autos sollen laut NDR dann mit der Bahn oder mit Lastwagen abtransportiert und entsorgt werden. Vorläufig geschehe jedoch erst einmal nichts am Schiff, teilte die Gemeinde Het Hogezand mit – man sei damit beschäftigt, die nächsten Schritte zu planen. Derweil wurde am Freitag in Eemshaven ein Sichtschutz aus Containern aufgebaut, um die „Fremantle Highway“ vor neugierigen Blicken zu schützen.

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