Berlin  Miese Getreideernte 2023: So steht es um Deutschlands Selbstversorgung

Lorena Dreusicke, AFP User
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Von Lorena Dreusicke, AFP User
| 03.08.2023 14:33 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Regen beeinträchtigt in Deutschland seit Wochen die Getreideernte. Foto: IMAGO images/Westend61
Regen beeinträchtigt in Deutschland seit Wochen die Getreideernte. Foto: IMAGO images/Westend61
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Die deutschen Bauern melden weniger Erträge auf ihren Getreideäckern. Unsere Grafik zeigt, Deutschland ist von Kornmangel in der Regel weit entfernt. Es sind andere Nahrungsmittel, die zugekauft werden.

Deutschlands Landwirte haben in den vergangenen Wochen nur einen Bruchteil der Getreideernte einbringen können. "Der Regen bremst die Mähdrescher aus", erklärte der Bauernverband (DBV) am Donnerstag. Bei Weizen, Roggen und der Sorte Triticale, einer Kreuzung aus Weizen und Roggen, sei erst ein Fünftel der Anbaufläche gedroschen. "Für die nächsten Wochen braucht es dringend eine stabilere und vor allem trockene Wetterlage."

Für diese Flächen deute sich ein "allenfalls durchschnittliches Ernteergebnis" an, erklärte der Verband. Auch bei der Ernte von Winterraps – zur Hälfte abgeschlossen – rechnen die Landwirte mit leicht unterdurchschnittlichem Ertrag. Bei der schon eingebrachten Wintergerste dagegen war der Ertrag überdurchschnittlich, wie der DBV vor zwei Wochen mitgeteilt hatte.

Die Ernteberichte basieren auf Meldungen aus den 18 Landesbauernverbänden über die tatsächlich geernteten Flächen und erzielten Erträge sowie aktuellen Ertragsschätzungen. Eine abschließende Bewertung will der Verband am 22. August vorlegen.

Insgesamt beträgt der Selbstversorgungsgrad in Deutschland 87 Prozent. Wie die folgende Statista-Grafik zeigt, kann Deutschland seinen Bedarf an Geflügel, sonstigem Fleisch und Getreide selbst decken. Dagegen wird zum Beispiel der Bedarf an Obst und Gemüse nur zu einem Bruchteil aus Eigenanbau gedeckt.

Bei Äpfeln werden laut Daten des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft 50 Prozent des Bedarfs zugekauft. Bei anderen heimischen Obstsorten, wie Brombeeren und Stachelbeeren, Birnen und Kirschen deckt die deutsche Ernte sogar weniger als 20 Prozent ab. Auch Fisch, Öle und Fette werden überwiegend aus dem Ausland für den deutschen Markt importiert.

Tatsächlich ist die Lust der Deutschen auf gesundes Obst und Gemüse groß, wie die folgende Statista-Grafik zeigt.

Sie beruht auf Konsumentenbefragungen und kommt zum Schluss, dass mehr als drei Viertel der Deutschen Brot, Obst und Gemüse regelmäßig essen. Zwei von drei Befragten essen häufig Eier, Kartoffeln, Milch- und Fleischprodukte. Fisch kommt nur bei einem Drittel der Befragten regelmäßig auf den Tisch.

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