„Fremantle Highway“ Zahl nach oben korrigiert – brennender Frachter hat Hunderte E-Autos an Bord
Der brennende Frachter „Fremantle Highway“ in der Nordsee soll deutlich mehr E-Autos geladen haben als ursprünglich angegeben. Das berichten niederländische Medien. Es gibt auch Hinweise, welche Autohersteller betroffen sind.
Ameland/Terschelling - Auf dem brennenden Frachter „Fremantle Highway“ vor der niederländischen Küste befinden sich etwa 500 elektrische Autos und damit weitaus mehr als die 25, die bisher gemeldet wurden. Das berichtete die niederländische Nachrichtenagentur ANP am Freitag. Sie beruft sich auf Angaben des Unternehmens Kawasaki Kisen Kaisha (K Line), das die „Fremantle Highway“ von einem japanischen Reeder gechartert hat. Das Groninger „Dagblad van het Noorden“ und andere niederländische Medien schreiben mit Bezug auf K Line von genau 498 E-Autos, die an Bord sein sollen. Insgesamt befinden sich auf dem Schiff 3783 Fahrzeuge. Unklar ist, was das für die Entwicklung des Feuers bedeutet. Die Batterien von E-Autos sind schwieriger zu löschen. Möglicherweise war auch die Batterie eines E-Autos der Brandherd. Aber das ist noch nicht bestätigt.
Die Anzahl an Autos auf der „Fremantle Highway“ hatte in den vergangenen Tagen schon öfter für Verwirrung gesorgt: Ursprünglich war von 2857 Fahrzeugen an Bord die Rede, später korrigierte die Reederei diese um etwa 1000 nach oben. Ähnlich ist es nun auch bei der Anzahl an E-Autos an Bord. K-Line schreibt in seiner Erklärung an ANP allerdings, dass die Reederei selbst nie von 25 E-Autos gesprochen habe, wie der TV_Sender NOS auf seiner Internetseite berichtete. Die Küstenwache teilte am Freitagvormittag mit, dass sie in ihren Berichten immer die Zahlen geschrieben habe, die ihr genannt worden seien. Ihren Ursprung könnte die Zahl womöglich direkt an Bord des Frachters haben: In Funksprüchen aus der Unglücksnacht, die der niederländische Sender RTL am Donnerstag veröffentlichte, sagt ein Besatzungsmitglied: „Es sind 25 elektrische Autos an Bord.“ Womöglich hatten sich die Beteiligten bisher auf diese – offenbar falsche – Zahl berufen.
Wagen von Mercedes, BMW und Mini sollen an Bord sein
Offen ist weiterhin, von welchen Herstellern die Autos an Bord stammen. Die Agentur Bloomberg berichtete, dass in jedem Fall etwa 300 Mercedes-Fahrzeuge sowie mehrere Hundert Wagen der Marken BMW und Mini geladen worden seien. Renault und die Opel-Mutter Stellantis hätten angegeben, dass keine Fahrzeuge an Bord seien. Volkswagen könne hierzu bisher nichts sagen, hieß es.
Projekt „Zukunft Nordsee“
Dieser Beitrag ist Teil des Projekts „Zukunft Nordsee“ von Ostfriesen-Zeitung, General-Anzeiger, Borkumer Zeitung, Nordsee-Zeitung, Kreiszeitung Wesermarsch und Deutscher Presse-Agentur (DPA). In dieser Serie beschäftigen wir uns mit Themen, die für die gesamte Küstenregion relevant sind – zum Beispiel mit dem Klimawandel, erneuerbaren Energien, der Entwicklung der Wirtschaft und dem Tourismus. Weitere Beiträge dazu finden Sie hier.
Das Feuer war in der Nacht zum Mittwoch auf dem Autodeck des unter der Flagge von Panama fahrenden Schiffs ausgebrochen. Es war unterwegs von Bremerhaven nach Singapur und lag zu dem Zeitpunkt etwa 30 Kilometer nördlich der Wattenmeerinsel Ameland. Zur Zeit liegt es stabil etwa 17 Kilometer im Norden der westlichen Nachbarinsel Terschelling. Beim Kentern oder Auseinanderbrechen droht eine Umweltkatastrophe durch Schadstoffe in Schiff und Ladung sowie Schweröl.
Mit Material von DPA