Kolumne „Digital total“ Cookies gehen einem auf den Keks
Dienstags geht es immer um Digitales – heute um Meldungen zu Drittanbieter-Cookies auf Webseiten. Die gehen unserem Kolumnisten zwar auf den Nerv – doch viel nerviger ist das, was sich dahinter verbirgt.
In der vergangenen Woche schrieb mir ein Leser dieser Kolumne und fragte, warum so viele Internetseiten als Erstes nervige Meldungen einblenden, auf denen man eine Menge Kleingedrucktes abnicken muss, bevor man die Seite selbst zu Gesicht bekommt. Warum ist das so? Und kann man das nicht abschaffen?
Mir selbst gehen diese Warnungen oft sehr auf den Nerv, aber ich halte mir dann immer vor Augen, dass nicht die Warnungen das Problem sind, sondern die Webseite. Diese Warnungen werden vom EU-Gesetzgeber verlangt, wenn eine Webseite sogenannte Drittanbieter-Cookies einsetzt.
Hinter diesem sperrigen Namen verbirgt sich ein Mechanismus, der Daten über den Besucher sammelt, die von der Webseite dann an Dritte weitergegeben werden. Oft geht es darum, welche Webseiten der Besucher aufgerufen hat und was er oder sie sich dort angeschaut hat. Das wird dann meist an Werbefirmen geschickt, die auf der Website – und auf vielen anderen – versuchen, den Besucher mit Werbung auf Webseiten zu locken, die man sonst nicht besucht hätte.
Man kann Webseiten sehr gut ohne diese Technik betreiben, dann muss man auch die nervigen Meldungen nicht einblenden. Aber dann kann der Betreiber der Webseite keine anderen Firmen damit beauftragen, Werbung einzubetten oder das Verhalten der Webseitenbesucher zu analysieren. Der Betreiber der Webseite müsste das selbst machen – was vielen Firmen zu viel Aufwand ist – oder gänzlich auf Werbung oder solche Analysen verzichten. Die meisten Firmen treten diese Daten lieber an Google oder andere Unternehmen ab und bekommen im Gegenzug Geld für die Werbung, die eingeblendet wird.
Die Warnungen sind nervig, vor allem weil sie diesen Umstand nie in einfachen Worten erklären. Aber wir sollten uns immer vor Augen halten, dass es viel nerviger ist, dass Firmen Daten über unser Verhalten im Netz sammeln und an den Meistbietenden verkaufen.
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