Positive Bestandsentwicklung Wie das Freepsumer Meer zum Vogelparadies wird
Weil die Bestände der Wiesenbrüter in den 2010er Jahren eingebrochen waren, hat der Runde Tisch Maßnahmen ergriffen. Die scheinen jetzt zu wirken.
Freepsum - Seit einigen Jahren wird im Bereich des Freepsumer Meeres einiges für den Naturschutz getan. Weil die Bestandsentwicklung der Wiesenbrüter seit mehreren Jahrzehnten negativ verlief und in den 2010er Jahren sogar ganz einbrach, sah sich der „Runde Tisch Freepsum zur Förderung der Biodiversität im Freepsumer Meer“ gezwungen, etwas zu unternehmen. So brachten Vertreter von Naturschutzbund (Nabu), Jägerschaft, Gemeindeverwaltung und Landwirtschaft 2018 Maßnahmen auf den Weg, um die Population der Tiere wieder zu stärken. Diese Maßnahmen scheinen ein Erfolgsmodell zu sein, wie aus einer aktuellen Pressemitteilung des Runden Tischs hervorgeht.
Was und warum
Darum geht es: Naturschutz am Freepsumer Meer
Vor allem interessant für: alle, die aus Freepsum kommen und/oder sich für Naturschutz interessieren
Deshalb berichten wir: der Runde Tisch zur Förderung der Biodiversität am Freepsumer Meer hat uns die Zahlen der aktuellen Brutreviere geschickt Die Autorin erreichen Sie unter: h.weiden@zgo.de
2018 hatte der Kibitz demnach beispielsweise nur vier Brutreviere. Nun, 2023, vermehrten sie sich zu insgesamt 20 Brutrevieren. Auch bei der Uferschnepfe gab es einen Anstieg von vier auf nun 18 Brutreviere. Die Brutreviere der Rotschenkel stiegen von vier auf neun. Brutreviere sind die Reviere, die die Vögel während ihrer Brutzeit verteidigen.
Fuchs wurde intensiv bejagt
Laut Heiko Ringena, Vorsitzender der Nabu Gruppe Emden/Hinte/Krummhörn und der Freepsumer Jägerschaft, wurden 2019 die ersten Maßnahmen umgesetzt. Dazu gehörte die „Schaffung einer freien Landschaft“ durch die Umstellung der Pachtverträge der gemeindeeigenen Flächen. Später wurden dann Gehölze entfernt, die Fressfeinde anlocken könnten. Zu diesen Feinden gehört primär der Fuchs, der verstärkt bejagt wurde, so Ringena. Außerdem wurden ab 2020 auf einem Areal von etwa 16 Hektar auch ein Gelege- und Kükenschutzzaun errichtet, durch den insbesondere der Fuchs vom Eindringen in die Brutgebiete abgehalten werden soll. Diese Maßnahmen stellten laut Heiko Ringena einen „Gamechanger“ dar.
Wissenschaftliche Untersuchungen in Schutzgebieten haben laut Nabu gezeigt, dass vor allem der Fuchs den Jungvögeln und Wiesenvögeln in der Brutzeit gefährlich werde. Das liege auch beispielsweise daran, dass die Tollwut, die früher zur Bestandsminimierung des Fuchses beigetragen habe, in Deutschland ausgerottet sei. Der Fuchs wird deshalb landesweit bejagt. Jungfüchse dürfen ganzjährig geschossen werden, für ältere Tiere liegt die Jagdzeit zwischen dem 16. Juni und dem 28. Februar.
Auch andere Arten profitieren
Laut Pressemitteilung profitieren aber nicht nur die Wiesenbrüter von den getroffenen Maßnahmen. Als zusätzliche Beispiele nennt Ringena Bekassienen, Feldlerchen, Wiesenpieper, Löffel-, Schnatter-, Krick- und Moorenten, Brandgänse, Rohrweihen sowie den Feldhasen. „Das Projekt zeigt, dass Nabu und Jägerschaft dieselben Ziele verfolgen und gut miteinander arbeiten, wenn die Beteiligten offen dafür sind und nicht in ideologischen Stereotypen verharren“, so Ringena weiter.
Der Nabu ist als Naturschutzorganisation Träger des Projektes „Maßnahmen des Wiesenvogelschutzes in den zum Landkreis Aurich zählenden Teiles des Vogelschutzgebietes V04 Krummhörn und V09 Ostfriesische Meere“, zu dem auch das Freepsumer Meer gehört. Das Projekt mit den darin entwickelten Maßnahmen ging aus der Arbeit der Schutzgebietsbetreuung hervor und die für das Freepsumer Meer vorgesehenen Maßnahmen wurden im Runden Tisch „Freepsumer Meer“ abgestimmt. Das Projekt wird in Trägerschaft des NABU Niedersachsen durchgeführt und im Rahmen der niedersächsischen Förderrichtlinie „Erhalt und Entwicklung von Lebensräumen und Arten (EELA)“durch die EU, das Land Niedersachsen sowie dem Landkreis Aurich gefördert.