Drama zwischen Middels und Esens  Drei Handelfmeter reichen nicht für Sieg nach 90 Minuten

Heiner Steenhoff
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Von Heiner Steenhoff
| 23.07.2023 15:31 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Niklas Sukowski verwandelte im Spiel zwei Elfmeter.
Niklas Sukowski verwandelte im Spiel zwei Elfmeter.
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Mehr Spannung geht kaum. Im dritten Viertelfinale des Ostfriesland-Cups entschied erneut ein Elfmeterschießen über das Weiterkommen. Dabei gewann der TuS Esens mit 8:7 gegen den TuS Middels.

Middels - Gut 150 Zuschauer sahen bei ständigen Regenschauern eine kampfbetonte Begegnung, in der die Gästeelf drei verwandelte Handelfmeter benötigte, um nach regulärer Spielzeit das entscheidende Elfmeterschießen zu erreichen. Aber der Reihe nach. Dirok Omar nutzte die Zuordnungsprobleme in der Gästeabwehr und traf freistehend per Kopfball zum 1:0. Gut fünf Minuten später hieß es sogar 2:0 für Middels. Neuzugang Felix Schmauder traf mit einem Distanzschuss.

In der 25. Minute berührte bei einer Abwehraktion im Strafraum dann ein Middelser Verteidiger den Ball mit der Hand. Niklas Sukowski verwandelte den anschließenden Strafstoß sicher zum 2:1-Anschlusstreffer. Middels-Torjäger Glen Sokoli traf vier Minuten vor der Halbzeit mit einem Freistoß zum 3:1. Esenser Torchancen für Sukowski und Bamezon dagegen verfehlten das gegnerische Tor. Nachdem Malte Ahrend per Freistoß in der 49. Minute nur die Latte des Middelser Tores getroffen hatte, verlief die Partie danach fast ausschließlich in diese Richtung. Der Druck nahm weiter zu, als Schmauder wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte sah.

Ausgleich in der Nachspielzeit

Gute Einschussgelegenheiten gab es in den folgenden Minuten jedoch nur wenige. Nach 73 Minuten musste wieder ein Handspiel eines Middelser Spielers im eigenen Strafraum herhalten. Sukowski verwandelte den Strafstoß zum 3:2. Der Esenser war es auch, der kurz danach mit einem Kopfball und einem Seitfallzieher das Middelser Tor nur knapp verfehlte. Drei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit hatten dann die Gastgeber ihre Großchance, die endgültige Entscheidung zu erzielen.

Der frei vor dem Esenser Tor auftauchende Justin Solomon traf mit seinem Schuss aber nur Torhüter Jannes Havemann. In der sechsminütigen Nachspielzeit stand noch einmal der Unparteiische im Mittelpunkt. Zum Entsetzen der Spieler des TuS Middels erkannte er nach einem erneuten Handspiel im eigenen Strafraum wieder auf Strafstoß. Ahrends nutzte diesen und traf in der 95. Minute zum 3:3-Endstand. Im anschließenden Elfmeter- schießen verwandelten die ersten vier Schützen beider Mannschaften sicher.

TuS Middels: Maaß; Wirz (62. Balhas), Hedirovi, Ivaniadze, Doumbia, Rasim, Omar, Kiasuva (79. Hollmann), Kübler (98. Dacic), Schmauder, G. Sokoli (66. Solomon).

TuS Esens: Havemann; R. Til, Ahrends, F. Til, Rosenboom, Hohn (9. Ocloo), Stainbank (46. Smidt), N. Pinkernell, Meints (69. Janssen), N. Sukowski (82. Claassen), Bamezon (46. Freudenberg).

Tore: 1:0 Omar (11.), 2:0 Schmauder (16.), 2:1 Sukowski (25./Handelfmeter), 3:1 Sokoli (41.), 3:2 Sukowski (72./Handelfmeter), 3:3 Ahrends (95./Handelfmeter).

Elfmeterschießen: 3:4 R. Til, 4:4 Ivaniadze, 4:5 Smidt, 5:5 Balhas, 5:6 Ahrends, 6:6 Rasim, 6:7 N. Pinkernell, 7:7 Hollmann, 7:8 F. Til, 7:8 Dacic verschießt/Torhüter Havemann hält.

Elfmeter wurde wiederholt

Dann hielt Middels-Schlussmann Marco Maaß den Strafstoß von Frank Til. Zum Entsetzen der Middelser Spieler entschied Schiedsrichter Enno Träger jedoch auf Wiederholung. „Der Torwart stand beim Schuss vor der Torlinie. Wir hatten ihn schon vorher darauf aufmerksam gemacht“, sagte Träger hinterher. In der Wiederholung traf Til, anschließend vergab der letzte Middelser Schütze seinen Strafstoß, so dass der Esenser Sieg mit 8:7 feststand und der Landesligist ins Halbfinale einzog.

Es war eine umkämpfte Partie in Middels. Fotos: Steenhoff
Es war eine umkämpfte Partie in Middels. Fotos: Steenhoff

„Hochachtung vor meiner Mannschaft, vor der Leistung und dem Einsatz“, stellte nach Spielende Middels-Trainer Tobias Ryl anerkennend fest. Für Esens-Trainer Ralf Backhaus war das Auslassen der eigenen guten Torchancen der entscheidende Grund dafür, dass es zur „Verlängerung durch Elfmeterschießen“ kam. „Hinten raus haben wir uns dann aber doch noch belohnt.“

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