Sicherheit in Moormerland Ortsbürgermeister fordert mehr Polizeipräsenz
Die Wache in Warsingsfehn hat weniger Personal als früher. Ingo Brinker (SPD) findet das zu wenig für die große Gemeinde. Die Polizei sagt: Es ist trotzdem sicher.
Moormerland - Die Polizei hat ihre Personalstärke auf der Wache in Moormerland reduziert. Darüber ist Ortsbürgermeister Ingo Brinker (SPD) verärgert: „Es ist erschreckend, wie man die Präsenz der Polizeidienststelle in Warsingsfehn herunterfährt.“ Zwei bis drei Beamte vor Ort seien zu wenig, kritisiert er. Die Polizei sieht das anders. An der Polizeipräsenz habe sich insgesamt nichts geändert.
Was und warum
Darum geht es: Wie gut ist die Polizeidienststelle in Moormerland besetzt? Der Ortsbürgermeister in Warsingsfehn findet es zu wenig für eine Gemeinde dieser Größe
Vor allem interessant für: Einwohner von Moormerland, Hesel und Uplengen
Deshalb berichten wir: Ortsbürgermeister Ingo Brinker hatte sich mit seiner Kritik an unsere Zeitung gewendet Die Autorin erreichen Sie unter: k.lueppen@zgo.de
Allerdings hält sich Polizeisprecherin Frauke Bruhns mit konkreten Angaben zur Polizeistärke in Moormerland zurück. Wie viele Beamte dort täglich in der Wache anwesend sind, will sie nicht nennen. Aber: „Von 7 bis 20 Uhr ist die Dienststelle besetzt.“ Trotzdem will sie nicht ausschließen, dass die Tür der Wache in der Rudolf-Eucken-Straße auch tagsüber mal verschlossen ist. „Größere Einsätze können es erforderlich machen, dass alle Kollegen ausrücken.“
Telefonisch immer erreichbar
Für Menschen, die dann die Polizei ansprechen wollen, gebe es dann die Möglichkeit, anzurufen. Telefonisch sei die Polizei immer erreichbar, weil die Telefone in der Wache bei Abwesenheit und außerhalb der Öffnungszeiten zur Inspektion in Leer umgestellt seien. „Wenn es darum geht, einen Fahrraddiebstahl anzuzeigen, kann man aber ruhig am nächsten Tag wiederkommen“, sagt Bruhns.
Nach wie vor werde in Moormerland Streife gefahren, betont die Sprecherin. Daran habe sich nichts geändert. Komme es zu Notfällen, springe die Autobahnpolizei ein. Diese hat ihren Sitz am Emstunnel direkt an der Autobahnauffahrt in Richtung Oldenburg. „Die Kollegen fahren auch nachts Streife“, versichert Bruhns. Somit sei die Polizei wie gewohnt in Moormerland präsent.
Brinker: Ein Schlag ins Gesicht
Für Brinker ist das nicht ausreichend. „Durch die geringe Personalstärke ist es meistens nicht mehr möglich, Verkehrsunfälle, Diebstähle und so weiter von Moormerland aus anzufahren“, sagt er. In Moormerland habe man vor einigen Jahren dafür gekämpft, dass die Polizeiwache in Moormerland rund um die Uhr besetzt ist. Stattdessen sei die Polizei nicht mal mehr bei größeren Veranstaltungen vor Ort. „Für eine Gemeinde mit mehr als 25.000 Einwohnern ein Schlag ins Gesicht“, urteilt der Ortsbürgermeister.
Bruhns betont, dass die Umstrukturierung der Polizeistationen im vergangenen Jahr bei einem Treffen mit allen Bürgermeistern aus den ländlichen Gemeinden vorgestellt worden sei. Von den Veränderungen ist außer Moormerland auch Rhauderfehn betroffen: Während dort Personal verringert wurde, bekamen Borkum und Weener mehr Beamte zugeteilt. Gleichzeitig wurde die sogenannte Verfügungseinheit deutlich verstärkt.
Beamte werden anders eingesetzt
Diese sei flexibel einsetzbar und ist unter anderem in den Gebieten Verkehrssicherheit, Kriminalitätsbekämpfung und Einsatzbewältigung tätig, hatte Inspektionsleiter Thomas Memering voriges Jahr erklärt. Der Verfügungseinheit gehören seinen Angaben zufolge seitdem 16 statt vorher sechs Beamte an. Diese würden zum Beispiel bei Versammlungen oder größeren Durchsuchungen eingesetzt, aber auch als Ergänzung im Einsatz- und Streifendienst.
Bruhns betont, dass Moormerland bei den Dienstzeiten der Wache nicht schlechter gestellt sei als Rhauderfehn, Westoverledingen und Weener. Die Statistik weise keine auffällig hohe Zahl an Einsätzen oder Straftaten auf, die eine stärkere Präsenz erforderlich mache.
Beschädigungen in der Pandemie
Vor zwei Jahren war es im Zentrum von Warsingsfehn, also in unmittelbarer Nähe zur Polizeistation, häufiger zu Sachbeschädigungen gekommen. Unter anderem wurden der Weihnachtsbaum und die Fenster des Mehrgenerationentreffs beschädigt. Daraufhin hatte die Gemeinde einen Sicherheitsdienst beauftragt, und auch die Polizei war vermehrt Streife gefahren.
Das hatte damals immerhin zur Ermittlung von Straftätern geführt. Allerdings hatte es in der Zeit, in der der Sicherheitsdienst eingesetzt war, keine gravierenden Vorfälle gegeben, hatte die Gemeinde Anfang 2022 mitgeteilt. Somit war der Auftrag an den Sicherheitsdienst ausgelaufen.