Förderprogramm läuft aus So schuf Emden schnell neue Perspektiven für die Innenstadt
Die Stadt gab binnen zwei Jahren knapp 1,3 Millionen Euro dafür aus, das Zentrum aufzuwerten. 90 Prozent dieses Geldes kommen von der EU. Damit wurde vieles erreicht.
Emden - Mobile Stadtmöbel, schöneres Licht, bunte Graffiti und neue Konzepte: Die Innenstadt von Emden hat sich innerhalb von knapp zwei Jahren gemausert. Mit Mitteln der EU setzte die Stadt seit dem Sommer 2021 in einem echten Kraftakt zehn Projekte im Zentrum um und brachte weitere auf den Weg. Die Ziele: die Aufenthaltsqualität der Innenstadt zu erhöhen und über den Handel hinaus Besuchsanreize zu schaffen.
Was und warum
Darum geht es: um die Aufwertung der Emder Innenstadt
Vor allem interessant für: Bewohner und Besucher, die gerne die Emder Innenstadt besuchen, dort wohnen oder arbeiten sowie diejenigen, die von dem Einzelhandel, der Gastronomie und anderen Dienstleistungen im Stadtzentrum leben
Deshalb berichten wir: Projektmanagerin Heika Ring von der Stadt Emden hat bei der sechsten Stadtteilkonferenz Innenstadt eine vorläufige Bilanz des Sofortprogramms Perspektive Innenstadt gezogen. Unsere Redaktion war dabei. Den Autor erreichen Sie unter: h.mueller@zgo.de
Knapp 1,3 Millionen Euro gibt die Stadt dafür aus. 90 Prozent dieser Summe fließen aus dem Sofortprogramm Perspektive Innenstadt, das das Land Niedersachsen im Juni 2021 mit insgesamt 107 Millionen Euro aus EU-Fördermitteln aufgelegt hatte. Damit sollte den unter Kundenschwund und Leerstand leidenden Innenstädten ein Durchstarten nach der Corona-Krise ermöglicht werden, erläuterte Projektmanagerin Heika Ring von der Stadt am Donnerstag in einer vorläufigen Bilanz bei der sechsten Stadtteilkonferenz Innenstadt.
Das wurde mit dem Geld gemacht
Die Stadt hat das Geld mit Billigung des Stadtrates unter anderem für den ersten Emder Kultursommer im vorigen Jahr, die Ausstattung der Innenstadt mit mobilen Möbeln und Parklets, einen Gastro- und Einzelhandelsführer, die neue Fahrradabstellanlage am Stadtgarten sowie für Graffitikunst an vorher eher langweiligen und unschönen Ecken aufgewendet. Damit seien „große Mehrwerte für die Stadt“ geschaffen worden, sagte Ring.
Zudem wurden Konzepte für das Museumsquartier Emden, die Weiterentwicklung des Delfts und der umliegenden Straßen sowie zur nachhaltigen Widerstandsfähigkeit der Innenstadt gegen aktuelle Problemlagen auf den Weg gebracht.
Innenstadt rückt in ein neues Licht
Noch nicht abgeschlossen ist das Projekt Lichterstadt, das neue Akzente in der Beleuchtung des Stadtzentrums setzen soll. Dazu gehört nicht nur die Weihnachtsbeleuchtung aus bunten Geschenkpaketen und Herrnhuter Sternen, sondern unter anderem auch die Illumination des Hafentors, die modernisiert wurde und jetzt auch in wechselnden Farben erstrahlen kann.
Ein solcher Farbwechsel soll künftig auch in den Lichterketten möglich sein, die in den Bäumen des Stadtgartens installiert sind und in diesem Jahr erneuert werden sollen. Außerdem sei geplant, die Illumination des Rathauses zu modernisieren, sagte Ring.
EU stellt längere Frist in Aussicht
Unter ihrer Federführung wurden die Vorhaben aus dem Sofortprogramm in verhältnismäßig kurzer Zeit umgesetzt. Die Stelle der Projektmanagerin ist auf zwei Jahre befristet und wird ebenfalls mit Geld aus dem Programm Perspektive Innenstadt finanziert. Viel Zeit für die restlichen Vorhaben bleibt der Projektmanagerin nicht mehr, denn die Frist des Förderprogramms ist auf Mitte August datiert.
Nach jüngsten Angaben des Landesministeriums für regionale Entwicklung will die EU-Kommission allerdings eine Verlängerung der Frist bis zum Jahresende ermöglichen. EU-Rat und EU-Parlament müssen dem Entwurf zur Fristverlängerung noch zustimmen, die Städte können die Verlängerung aber schon jetzt bei der zuständigen N-Bank beantragen.
Die Zeit zur Umsetzung war knapp
Ursprünglich hatte die N-Bank als Geber der Fördermittel verlangt, dass die meisten Projekte bis Ende März dieses Jahres abgeschlossen sind. Der Niedersächsische Städte- und Gemeindebund und der Niedersächsische Städtetag hatten jedoch befürchtet, dass die Fristen zur Umsetzung nicht reichen könnten. Auch in Emden hatte es einer großen Kraftanstrengung bedurft, die Vorhaben binnen kurzer Zeit zu verwirklichen.
Der Vertrag von Ring läuft im Februar des kommenden Jahres aus. Sie ist das Bindeglied zwischen der Stadtverwaltung, der N-Bank als Fördermittelgeber sowie den Akteuren aus Einzelhandel und Gastronomie. Zugleich unterstützt sie das Innenstadtmanagement, das seit dem März 2022 mit einer eigenen Anlaufstelle in der Großen Straßen ansässig ist.
Wie geht es künftig weiter?
Dort hat auch die neue Citymanagerin Julia Kruse ihr Büro. Sie hat ihr Amt in dieser Woche als Nachfolgerin von Julia Lüder angetreten. Um die Gemeinwesenarbeit in der Innenstadt kümmert sich Griet Alberts, die unter anderem die Stadtteilkonferenzen koordiniert.
Laut Ring wird aber auch künftig jemand benötigt, der sich nach dem Ende des Programms Perspektive Innenstadt um die Fortführung bereits angeschobener Projekte mit anderen Fördermitteln kümmert. „Die Konzepte sollen nicht in der Schublade bleiben“, sagte sie unter anderem mit Blick auf das Museumsquartier, das neue Verknüpfungen zwischen den musealen Einrichtungen in Emden und deren Zusammenarbeit stärken soll. Dafür lägen bereits konkrete Handlungsempfehlungen vor. Es sei aber Sache der Politik, wie es weitergeht, betonte Ring.