Großefehntjer Wahrzeichen Private Spender retten die „Frauke“
Lange hat eine Interessengemeinschaft sich dafür eingesetzt. Nun ist es soweit: Das Torfschiff „Frauke“ aus Großefehn wird saniert.
Großefehn - Ein touristisches Aushängeschild der Gemeinde Großefehn wird wohl im Herbst in neuem Glanz erstrahlen. Das Torfschiff „Frauke“ soll komplett gesandstrahlt und gestrichen werden. Möglich wird das durch die großzügige Spende einer Privatperson, die nicht genannt werden möchte. Der Spender wird einen großen Teil der erforderlichen 30.000 Euro übernehmen. „Wir freuen uns außerordentlich, dass wir das historische Schiff endlich auf Vordermann bringen können“, sagte Frank Schoone. Er gehört zu den ehrenamtlichen Mitgliedern einer Interessensgemeinschaft (IG), sie sich seit 17 Jahren für den Erhalt der „Frauke“ einsetzt.
„Die alte Dame muss dringend mal in die Werft“, hatte Kapitän Fritz Ottersberg schon des Öfteren gesagt. Bisher stieß die IG „Frauke“ mit ihren Wünschen bei der zuständigen Gemeinde Großefehn immer auf taube Ohren. Jetzt aber tut sich was. In einem Pressegespräch kündigte Bürgermeister Erwin Adams (parteilos) jetzt mit großer Freude an, dass die Finanzierung der Sanierung gesichert ist. Verschiedene Vereine, Verbände und Firmen haben für den Erhalt des Torfschiffes gespendet. Auch die Gemeinde gibt 3000 Euro dazu. Das hat der Verwaltungsausschuss beschlossen. Weiteres Geld könnte vom Landkreis Aurich kommen – zwei entsprechende Anträge hat die Gemeinde gestellt.
Am 7. Juli Richtung Niederlande
Das Schiff gehört der Gemeinde Großefehn. Sie hat es 1995 in den Niederlanden gekauft. Zuerst war es noch als Ausflugsschiff in Timmel und Westgroßefehn im Einsatz. Im Dezember 2006 gründete sich die IG und erklärte sich ehrenamtlich bereit, die „Frauke“ zu unterhalten. „Wir sind froh und glücklich, dass die Fehntjer diese Aufgabe übernommen haben“, sagte Bürgermeister Adams. 24 Mitglieder sind heute eingetragen, aber immer weniger waren in den letzten Jahren aktiv, manche sind verstorben. Doch jetzt gibt es neue Hoffnung auf Nachwuchs. „Wir freuen uns, dass gerade sieben neue Mitglieder dazu gestoßen sind und uns eine große Hilfe sein können“, sagte Frank Schoone.
Am Freitag, 7. Juli, wird die „Frauke“ nun mit einer kleinen Besatzung über den Ems-Jade-Kanal, die Ems und den Dollart in die Niederlande fahren. Dort soll das Torfschiff dann ab Anfang September von qualifizierten Fachleuten auf Vordermann gebracht werden. Der Mast und die beiden Schwerter werden von den Männern der IG „Frauke“ in Eigenarbeit restauriert. Dazu treffen sie sich regelmäßig, um den alten Lack zu entfernen und einen neuen Anstrich vorzunehmen. So eine aufwendige Generalüberholung hätte aber nicht nur die „Frauke“, sondern auch das ehemalige Pfannkuchenschiff an der Mühle dringend nötig. Die „Antje“ soll nach Angaben des Bürgermeisters bald aus dem Wasser geholt werden, um zunächst den Zustand feststellen zu können. Danach soll dann entschieden werden, was mit dem weiteren beliebten Fotomotiv der Gemeinde Großefehn geschehen soll.