Bauarbeiten auf der B 210 Bundesstraße zwischen Aurich und Wittmund halbseitig gesperrt
Schutzplanken werden an der Bundesstraße zwischen Aurich und Wittmund gebaut. Das soll gegen Unfälle mit Bäumen helfen. Hierbei hatte die Anzahl der Schwerverletzten und Toten zuletzt zugenommen.
Aurich/Wittmund - Auf der Bundesstraße 210 zwischen Aurich und Wittmund ist seit Montag mit Behinderungen zu rechnen. Das schreibt die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Aurich. Grund hierfür sind Restarbeiten an den Schutzplanken am Fahrbahnrand. Diese sollen sechs Wochen andauern – also bis voraussichtlich Mitte August. Die Straße wird in dieser Zeit abschnittsweise halbseitig gesperrt und der Verkehr mit einer Ampel um die Baustelle geführt. Die Landesbehörde bittet Anwohner und Verkehrsteilnehmer um Verständnis.
„In der gesamten Bundesrepublik sind Baumunfälle ein großes Problem“, sagt der Leiter für den Geschäftsbereich Aurich Frank Buchholz. Ein Zusammenstoß mit einem Baum habe meist schlimme Folgen für Fahrer und Insassen des Fahrzeugs – und kann auch schnell tödlich enden. Meist sind diese Unfälle auf Fahrfehler zurückzuführen, meint Buchholz. Da sei es wichtig, dass die Straßenführung „solche Fehler verzeiht“. Die Schwere der Unfälle soll so also verringert und die Sicherheit erhöht werden. Die Baukosten von rund 1,7 Millionen Euro werden vom Bund getragen.
Mehr Tote und Schwerverletzte bei Baumunfällen
2022 wies die Verkehrsunfallstatistik des Niedersächsischen Ministeriums für Inneres und Sport 18 Verkehrstote mehr als im Vorjahr auf. Damit verloren 370 Menschen im letzten Jahr auf den Straßen Niedersachsens ihr Leben.
Eine gesonderte Erwähnung finden hier die Unfälle auf Landstraßen, auf denen sich 2022 etwa 230 – also etwa zwei Drittel der tödlichen Verkehrsunfälle ereigneten. Und obwohl die Anzahl der Baumunfälle leicht gesunken ist (2021: 3054, 2022: 3021), sind es 114 Fälle mehr an tödlich Verunglückten und Schwerverletzten (2021: 772, 2022: 886). Schutzplanken sollen Fahrzeuge bei Kontrollverlust hindern mit Objekten neben der Fahrbahn zu kollidieren.
Leitplanken versperren Wege?
Aufgestellt werden die Leitplanken dort, wo Hindernisse dichter als 4,50 Meter am Fahrbahnrand stehen und die zulässige Höchstgeschwindigkeit 100 Stundenkilometer beträgt, heißt es in einer Pressemitteilung. Buchholz merkt an, dass man also nicht nur in Kurven, sondern auch auf geraden Strecken arbeiten wird.
Anfang 2021 wurden ebenfalls Schutzplanken zwischen Hesel und Aurich von der Landesbehörde installiert. Damals gab es einen Aufschrei unter den Landwirten. Die Leitplanken blockierten teils die Feldzufahrten. Doch hier kann Geschäftsleiter Buchholz Entwarnung geben: „Jede Zufahrt mit einer Genehmigung wird berücksichtigt.“ Das gelte für Feld-, aber auch für Grundstückszufahrten. Widerrechtliche Zufahrten würden geschlossen.