Neuansiedlung geplant Emden bekommt eine Lithium-Raffinerie
In Emden siedelt sich das Unternehmen Livista Energy Europe an. Ab 2026 will das Unternehmen eine chemische Lithium-Raffinerie betreiben. So sehen die Pläne aus.
Emden - Emden bekommt eine chemische Lithium-Raffinerie. Die Unternehmensansiedlung wurde an diesem Mittwochabend im Wirtschaftsausschuss des Emder Rats von Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos) verkündet. Noch am Abend wurde im Rummel des Emder Rathauses im Beisein des Niedersächsischen Wirtschaftsministers Olaf Lies (SPD) eine Absichtserklärung unterschrieben. Das aus Luxemburg stammende Unternehmen Livista Energy Europe will sich in der Hafenstadt ansiedeln. Genauer: am Wybelsumer Polder. Seit etwa drei Jahren liefen die Gespräche, sagte Kruithoff.
Alte Batteriematerialien werden recycelt
Nach Angaben des Unternehmens auf seiner Website plant Livista Energy, die Raffinerie 2026 in Betrieb zu nehmen. Bis zu 40.000 Tonnen Lithiumprodukte in Batteriequalität sollen pro Jahr produziert werden, davon 30.000 Tonnen Lithiumhydroxid sowie 10.000 Tonnen Lithiumcarbonat. Damit könne nach Angaben des Unternehmens der Bedarf von 850.000 Elektrofahrzeugen gedeckt werde.
Nach Angaben von Livista Energy handelt es sich um die erste chemische Raffinerie für Batterielithium in Europa. Dort könnten alle Arten von Lithium-Quellen veredelt werden, darunter auch Lithiumsulfat oder Lithiumcarbonat aus recycelten Batteriematerialien. Bis 2030 soll die Hälfte der Produktion aus recycelten Rohstoffen bestehen. Die Zukunftspläne des Unternehmens sehen außerdem eine zweite Anlage vor.
Lücke in Lieferketten für Elektrofahrzeuge schließen
Ziel sei es laut Livista Energy Europe, eine kritische Lücke in Europas Lieferketten für Elektrofahrzeuge und Batterien zu schließen und die Energieunabhängigkeit in Europa zu unterstützen. Alle Lithium-Raffinerien würden derzeit in Asien betrieben. Mit der Ansiedlung in Emden solle es europäischen Auto- und Batterieherstellern ermöglicht werden, künftige EU-Vorgaben zu erfüllen. Demnach sollen alle in Europa hergestellten Batterien bis 2030 einen Mindestanteil an Lithiumbatterieprodukten aus lokaler Produktion enthalten, so das Unternehmen. Zudem sehe sich Livista Energy als wichtiger Akteur und Vorreiter der Kreislaufwirtschaft, so Jean-Marc Ichbia, COO von Livista Energy.
Französisches Unternehmen mit Umsetzung beauftragt
Mit der Umsetzung der Anlage wurde Technip Energies beauftragt. Das französische Ingenieur- und Technologieunternehmen, das für die Energiewirtschaft und den Chemiesektor tätig ist, habe ein entsprechendes Ausschreibungsverfahren gewonnen und kümmere sich um die technische Entwicklung, die ersten Beschaffungsaktivitäten, Kostenschätzungen und alle Genehmigungsarbeiten, die für den Bau der ersten Anlage sowie die ersten Arbeiten für die Erweiterung einer zweiten Anlage am gleichen Standort notwendig sind. Darüber hinaus werde es eine Vorprüfung für eine zweite Raffinerie auf der Grundlage des ersten Raffinerieentwurfs geben.