Weil Krippenplätze fehlen Landkreis setzt in Leer auf Großtagespflegen
In Leer gibt es viel zu wenig Plätze in Kinderkrippen. Das wird sich so schnell auch nicht ändern lassen, sagt der Landkreis. Der setzt deshalb auf ein anderes Angebot.
Leer - Aktuell fehlen in Leer etwa 50 Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren. Diese Zahl nannte Ute Buntrock, Dezernentin für Ordnung, Jugend, Soziales, Schulen und Gesundheit im Landkreis Leer, in der jüngsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses des Kreistags. Mit zusätzlichen Krippenplätzen sei diese Lücke aber nicht so schnell zu füllen, schon allein weil bundesweit die Fachkräfte fehlten.
Was und warum
Darum geht es: Weil er nicht genügend Krippenplätze schaffen kann, setzt der Landkreis bei der Betreuung für Kinder unter drei Jahren auf Großtagespflegen.
Vor allem interessant für: Eltern von Kleinkindern
Deshalb berichten wir: In Leer sind die Eltern sauer, weil Betreuungsplätze fehlen. Die Autorin erreichen Sie unter: k.mielcarek@zgo.de
Aktuell gibt es nach Auskunft des Landkreises in Leer 334 Krippenplätze. 67 Kinder unter drei Jahren gehen in eine Tagespflege. Dort werden Kinder in kleinen Gruppen von einer Tagesmutter oder einem Tagesvater – zum Teil im eigenen Haushalt – betreut. Laut Sozialgesetzbuch stehen beide Betreuungsangebote gleichwertig nebeneinander.
Vorteile für Landkreis und Eltern
Der Landkreis wird in Zukunft verstärkt auf die so genannte Großtagespflege setzen. In einer solchen Einrichtung können bis zu acht Kinder unter drei Jahren betreut werden. Aus Sicht des Kreises habe das den Vorteil, dass die Anforderungen an die baulichen Gegebenheiten nicht so hoch sind, so dass eine solche Einrichtung leichter und damit schneller umzusetzen sei, so Buntrock. Nichts desto trotz gebe es eine ganze Reihe von Qualitätsstandards, die erfüllt sein müssen. Sie sind im Niedersächsischen Kindertagesstätten-Gesetz festgesetzt.
Auch die Eltern profitierten von einem größeren Angebot an Großtagespflegen, betont die Kreisverwaltung: Durch die kleinen Gruppen hätten die Kinder die Möglichkeit, eine enge Bindung an die Bezugsperson aufzubauen. Eltern könnten in Zukunft frei wählen, ob sie ihr Kind lieber in einer Kindertagesstätte oder einer Tagespflege betreuen lassen wollen – je nachdem, von welchen Bedingungen ihr Kind stärker profitiere.
Der Kreis wird nun ein Interessensbekundungsverfahren starten, in der Hoffnung, dass sich Träger oder Privatpersonen melden und nachweisen, dass sie die geforderten Standards erfüllen können. Im besten Falle könnten die neuen Einrichtungen schon Anfang 2024 ihren Betrieb aufnehmen, so die Kreisverwaltung. Aktuell gibt es im Leeraner Stadtgebiet neun Großtagespflegen. Sieben davon betreibt der Familienservice Weser-Ems, eine die Diakonie und eine wird privat betrieben.