Verkehr in Leer Im Juli wird der Stadtring begutachtet
Die Brücken des Leeraner Stadtrings sind wahrscheinlich in schlechtem Zustand. Nun sollen sie überprüft werden.
Leer - Es ist ruhig geworden am Stadtring. Nachdem er im vergangenen Jahr lange gesperrt war, ist es für viele Autofahrer eine Wohltat, ohne Einschränkungen über die wichtige Straße fahren zu können.
Das momentan keine Arbeiten am Stadtring stattfinden, heißt aber nicht, dass er nicht genau im Auge behalten wird. Worum es dabei geht, kann man schon jetzt an der Brücke sehen, die den Alten Weg über den Stadtring führt. Ein schwarzes Vlies spannt sich dort direkt unter dem Bauwerk. Im August des vergangenen Jahres brachte die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau es an, da sich Betonteile vom Bauwerk lösten und auf die Straße zu stürzen drohten.
Untersuchungen geplant
Die Behörde plant, alle Stadtringbrücken einmal genau unter die Lupe zu nehmen. „Das geschieht auch wegen der Erfahrungen, die wir nun gemacht haben“, sagte Behördenleiter Frank Buchholz im August.
Nun gibt es auch einen groben Zeitplan: „Der Auftrag zur Überprüfung der Bauwerke im Zuge des Stadtrings in Leer ist erteilt. Es finden aktuell Gespräche zwischen dem Auftragnehmer und meinem Haus zur Umsetzung statt“, sagt er. Erste Sicht-Überprüfungen vor Ort sollen im kommenden Monat stattfinden. „Wann Materialproben zur Untersuchung zum Beispiel der Betonqualität gezogen werden, steht noch nicht fest“, so Buchholz. Er rechnet jedoch nicht damit, dass es dramatische Verkehrsbehinderungen geben werde, da die Straße an den meisten Stellen zweispurig ist.
Viele Brücken
Die Brücken, die untersucht werden, sind einige: die über die Augustenstraße, über die Heisfelder Straße, die des Alten Wegs, die vom Wendekamp zur Straße An den Gärten und die über die Deichstraße. Dazu kommt auch noch die über die Parkstraße. Deren Oberfläche ist in den vergangenen Monaten parallel zu den Arbeiten an der Brücke über die Bahn erst saniert worden. „Dabei haben wir keine gravierenden Schäden festgestellt“, so Buchholz vor Kurzem. Aber das Ausmaß der Schäden an der im vergangenen Jahr sanierten Brücke sei auch erst nach und nach deutlich geworden. Selbst die gezielte Entnahme von Proben habe anfangs noch den Eindruck vermittelt, dass das Problem in den Griff zu kriegen sei.
Die Hoffnung, dass sie doch noch gut in Schuss sind, bleibt jedoch: Die Brücken über der Bahnlinien und der Fabriciusstraße wurden Mitte der 1950er-Jahre gebaut. Also in dem Zeitraum, in dem auch die Stadtringbrücke entstand, die im vergangenen Jahr so viel Ärger bereitete. Die übrigen Brücken wurden erst Mitte der 60er-Jahre fertig gestellt. Es könnte also sein, dass diese nicht so schwer beschädigt sind. Die Behörde halte es dennoch für möglich, dass sich an den Bauwerken Schäden finden lassen. Unter anderem sollen durch Bohrungen Proben des Stahls gezogen werden. Welche Schäden an den einzelnen Brücken zu erwarten seien und welcher Aufwand getrieben werden müsse, um sie zu beheben, sei nicht vorhersagbar.