Brandgefährliche Aktion Unbekannte zünden Feuer im Heseler Wald
Förster Gerd Dählmann traute seinen Augen nicht. Trotz Warnungen und wochenlanger Dürre haben Unbekannte im Heseler Wald ein Lagerfeuer gemacht.
Hesel - Gerd Dählmann ist entsetzt. Er zeigt um sich rum: „Da sind überall Nadelbäume“, sagt er. Förster Dählmann steht im Heseler Wald. An der Klosterstätte Kloster Barthe hat er in dieser Woche eine Entdeckung gemacht, die ihn in Aufregung und Sorge versetzt hat. Denn dort, wo an das 1170 errichtete Nonnenkloster erinnert wird, haben Unbekannte ein Feuer gelegt.
Was und warum
Darum geht es: Im Heseler Wald haben Unbekannte ein Feuer gelegt. Förster Gerd Dählmann ist fassungslos.
Vor allem interessant für: Menschen, die sich vor Katastrophen schützen wollen
Deshalb berichten wir: Der Heseler Wald ist wegen fehlender Niederschläge trocken. Ein Feuer hätte zu einem Waldbrand führen können. Die Autorin erreichen Sie unter: n.nording@zgo.de
Dählmann geht davon aus, dass es am vergangenen Wochenende, zwischen dem 16. Juni und dem 19. Juni, dazu kam. Davor hatte es wochenlang in Ostfriesland nicht geregnet. Auch die Regenschauer der vergangenen Woche seien für den Wald nur ein paar Tropfen auf den heißen Waldboden. „Auf die Idee muss man erstmal kommen, hier ein Feuer zu entzünden“, sagt Dählmann. Er findet kaum Worte für seine Empörung über so ein Verhalten.
Die Täter seien zudem auch sehr gezielt vorgegangen. In der Nähe hätten abgebrochene Stämme und Äste vom letzten Sturm gelegen. „Die wurden vermutlich zurechtgeschnitten und im Feuer verbrannt“, sagt der Förster. Eine kleine Zündelei sei es damit nicht, sondern ein richtiges Feuer. „Die haben es sich hier gemütlich gemacht“, sagt er. „Was tut man seinen Mitmenschen an?“, sagt Dählmann mit Hinblick auf die Waldbrandgefahr.
Mehrere kleine Feuerstellen gefunden
In den vergangenen Wochen hat er immer wieder Feuerstellen im Wald gefunden. „Das waren meist kleinere Stellen, wo ein wenig Geäst verbrannt wurde“, sagt der Förster. Nichtsdestotrotz sei das im wahrsten Sinne des Wortes brandgefährlich. Auch rund um den Silbersee würden immer wieder Feuer entzündet.
Das Feuer selbst sei dabei nur ein Problem. Schwerwiegender sei der unkontrollierbare Funkenflug. „Die Gräser in der Umgebung sind trocken“, so Dählmann. Gerade dort ein Funke hinein, könnte sich der Boden entzünden. Gräser, Sträucher, Büsche, die derzeit auch sehr trocken sind, könnten so Feuer fangen. „Das breitet sich dann im Wald aus“, sagt Dählmann. Irgendwann seien auch die Bäume betroffen. „Nadelhölzer brennen deutlich leichter als Laubbäume“, erklärt der Förster. Wenn Fichte, Kiefer oder Tanne erstmal brennen, könne man von einem Großbrand sprechen, so Dählmann, der auch Kreiswaldbrandbeauftragter im Landkreis Leer ist.
Nadelholz erhöht Waldbrandgefahr
Für den Heseler Wald gibt es in diesem Fall ein Waldbrand-Konzept. „Wir üben regelmäßig mit unseren Wehren“, sagt er. Auf einem Plan sei zum Beispiel vermerkt, wo die Feuerwehrautos in den Wald fahren könnten, wo Löschwasserbrunnen sind und grob, welche Baumarten in welchem Gebiet stehen. „So können auch ortsfremde Wehren, die bei einem Großbrand auch angefordert werden, sich orientieren“, sagt Dählmann.
Der Polizei hat er den Vorfall am Wochenende gemeldet. „Wir ermitteln wegen gemeinschädlicher Sachbeschädigung“, sagt Svenia Temmen, Pressesprecherin bei der Polizeiinspektion Leer-Emden. Auch die Polizei hält nichts von Feuerspielchen in einem trockenen Wald. „Das ist grob rücksichtslos“, sagt Temmen. Glücklicherweise käme es nicht so häufig im Inspektionsgebiet vor, dass in Naturlandschaften gezündelt werde. „Mitte Mai hatten wir am Fehntjer Berg in Moormerland Probleme mit zündelnden Jugendlichen“, sagt sie. Dort hätten die Täter mit Deo-Sprays und Feuerzeugen gezündelt und sogar eine Matratze erst angeschleppt und dann angezündet. „Durch regelmäßige Kontrollen hat sich die Lage dort beruhigt“, sagt Temmen.
Das wünscht sich auch Gerd Dählmann für den Heseler Wald. „Regelmäßige Kontrollen der Polizei wären hilfreich“, sagt er. Er appelliert aber auch an Zeugen und couragierte Bürger: „Wenn man beobachtet, dass im Wald ein Feuer gezündet wird, sollte man jemanden darüber informieren und nicht achtlos vorbeigehen“, sagt Dählmann. Als Förster sei er immer erreichbar und auch die Polizei könnte informiert werden. Alles sei besser als ein Waldbrand.