Kitzbühel  Trotz EU-Sanktionen: Tarnt Putin sein Vermögen in Österreich?

Elena Werner
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Von Elena Werner
| 21.06.2023 18:28 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Wladimir Putin setzt auf seine Vertrauten: Noch immer besitzt er vermutlich verschiedene Besitztümer in Europa. Foto: dpa/AP/Pool Sputnik Kremlin/Ilya Pitalev
Wladimir Putin setzt auf seine Vertrauten: Noch immer besitzt er vermutlich verschiedene Besitztümer in Europa. Foto: dpa/AP/Pool Sputnik Kremlin/Ilya Pitalev
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Eigentlich hat die EU verschiedene Sanktionen gegen Russland, Präsident Wladimir Putin und seinen Führungskreis verhängt. Eigentlich, denn Putin scheint auch weiterhin diverse Wertgegenstände in Europa zu besitzen.

Mitten in Österreich, im Ferienort Kitzbühel, steht eine Villa. Eigentümer soll Arkadij Rotenberg sein, ein enger Freund Putins. Zu Gast waren neben Putin selbst auch dessen Töchter mit Familien, wie Recherchen des „Spiegel“ ergaben.

Der russische Oligarch Rotenberg soll zu den reichsten Männern Russlands zählen und ein enger Freund Putins sein. Er übernehme Staatsaufträge, so wie zuletzt den Bau der prestigeträchtigen Brücke auf der Krim.

Rotenberg, laut dem „Spiegel“ in Kooperation mit dem Rechercheverbund „Organized Crime and Corruption Reporting Projects“ (OCCRP) ein Strohmann Putins, soll die Villa auf dem Papier besitzen. Seit 2014 wird er von den USA und der EU sanktioniert – zumindest theoretisch. Die Villa in Kitzbühel soll er auch weiterhin besitzen. Offenbar ist es ihm gelungen, verschiedene Besitztümer zu verbergen und Behörden jahrelang zu täuschen. Und das, obwohl die EU aktuell ein neues Sanktionspaket gegen Russland beschlossen hat und ein Hauptaugenmerk auf den Geldern Putins und russischer Oligarchen liegt.

Ein besonderes Augenmerk liegt auf Österreich, das wegen seiner russlandfreundlichen Haltung ohnehin in der Kritik steht. Von „Putins Alpenfestung“ schrieb kürzlich das Onlinemedium „Politico“. Dazu passend sollen die Ermittlungen des „Spiegel“ ergeben haben, dass die Villa trotz der Sanktionen nicht beschlagnahmt worden sei; theoretisch könne es jederzeit vermietet oder verkauft werden.

2013 hat offenbar eine österreichische Immobilienfirma das Anwesen für 10,8 Millionen Euro verkauft, seitdem gehört es einem Unternehmen aus Zypern, dessen Eigentümer unklar bleibe, recherchierte der „Spiegel“, will aber über Umwege auf Rotenberg als Unternehmenseigner gestoßen sein. Die Geldern wandern hin und her, auf Anfrage hat das österreichische Innenministerium dem Rechercheverbund mitgeteilt, man ermittle, ob sich das Grundstück sich „im Besitz einer sanktionierten Person“ befinde.

Wegen der Sanktionen im Kontext des Kriegs gegen die Ukraine wurden bis Ende März in Österreich laut der Nationalbank 264 Konten und Depots mit einem Gesamtbetrag von rund zwei Milliarden Euro eingefroren, dazu Immobilien im niedrigen zweistelligen Millionenwert. Welche Oligarchen davon betroffen sind, konnte der Rechercheverbund nicht ermitteln.

Doch nicht nur Österreich muss einen Umgang mit russischem Geld finden, auch in Deutschland gibt es immer wieder Fälle von Eigentümern der Oligarchen.

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