Zwei Wochen Pause  Warum das Wiesmoorer Hallenbad schon wieder dicht ist

Ole Cordsen
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Von Ole Cordsen
| 22.06.2023 08:27 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Von Ende März bis Mai war das Sportbecken des Hallenbads bereits gesperrt wegen eines technischen Defekts. Seinerzeit musste auch das komplette Wasser abgelassen werden. Fotos: Archiv/Cordsen
Von Ende März bis Mai war das Sportbecken des Hallenbads bereits gesperrt wegen eines technischen Defekts. Seinerzeit musste auch das komplette Wasser abgelassen werden. Fotos: Archiv/Cordsen
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Erst im Frühjahr war das Wiesmoorer Hallenbad wochenlang zu wegen technischer Probleme. In Kürze ist es noch einmal für zwei Wochen dicht – und wann wird saniert?

Wiesmoor - Jetzt im Sommer, wo Luft und Wasser draußen warm sind, mag mancher sowieso lieber in einen Badesee in freier Natur springen oder ins Meer, um sich abzukühlen und zu schwimmen. Zumindest für weitere zwei Wochen müssen diejenigen, die etwa für den Vereinssport das Wiesmoorer Hallenbad nutzen, sich noch einmal Alternativen überlegen. Denn vom 3. bis 16. Juli schließt die Stadt das knapp 60 Jahre alte Bauwerk für Revisionsarbeiten.

Jens Albers, zuständiger Fachbereichsleiter, sagt: „Wir hatten eigentlich ja vor, bis zum Beginn der Sanierung das Bad offen zu halten. Ganz ohne Schließung kommen wir aber nicht aus.“ Diese fällt mit zwei Wochen aber nur halb so lang aus wie in anderen Jahren, weil das Bad im Frühjahr schon außerplanmäßig wochenlang außer Betrieb war.

Revisionspause ist kürzer als sonst

Seinerzeit war erst ein Anschlussstück der Frischwasserleitung kaputt, dann auch eine Pumpe defekt, und für die Arbeiten mussten die Verantwortlichen bereits das Wasser aus dem großen Schwimmbecken nahezu komplett ablassen. All das dauerte deutlich länger als geplant, von Ende März bis Anfang Mai, „aber in dem Zuge konnten wir auch schon einige Arbeiten, etwa die Grundreinigung, mit erledigen, die jetzt sonst auch fällig gewesen wäre“, sagt Albers.

Einige Revisionsarbeiten konnten bereits erledigt werden, während das Wasser im großen Becken im Frühjahr abgelassen war.
Einige Revisionsarbeiten konnten bereits erledigt werden, während das Wasser im großen Becken im Frühjahr abgelassen war.

Kleinere Reparaturen an Fliesen im großen Becken stehen jetzt an. „Auch die Duschen werden grundgereinigt ebenso wie das Bewegungsbecken.“ Man habe den Zeitraum bewusst „größtenteils in die Sommerferien gelegt“, sagt Albers. Die beginnen am 6. Juli.

DLRG sucht nach Alternativen

Hans-Gert Ahrends, 1. Vorsitzender der DLRG-Ortsgruppe Wiesmoor/Großefehn, sagt: „Schön ist es natürlich nicht, dass das Bad jetzt nochmal geschlossen werden muss. Aber wir sind froh, dass wir es haben, und in den Ferien ist es eh schwierig, die Leute zusammenzubekommen. Wir weichen in dem Zeitraum etwa ins Freibad Holtrop aus, wahrscheinlich aber auch in freie Gewässer.“ Und aktuell arbeiten die Verantwortlichen in der DLRG daran, „Alternativen zu finden für den langen Schließzeitraum, wenn die Sanierung beginnt“, sagt Ahrends. „Denn wir möchten die Leute natürlich bei der Stange halten, auch wenn kein Schwimmbetrieb in Wiesmoor möglich ist. Aber wir sind guten Mutes, da gute Alternativen hinzukriegen.“

Denn eigentlich ab Herbst sollen insbesondere die in die Jahre gekommene Technik und der Eingangsbereich des Bades saniert werden. Mit Kosten von 2,5 bis drei Millionen Euro rechnet die Stadt. Eine Million steuert das Land Niedersachsen für die Erneuerung der Technik bei, und damit dieses Geld nicht verfällt, müsste die Stadt wenigstens noch in diesem Jahr mit den Arbeiten beginnen. „Um keine Formfehler zu machen und nichts zu verzögern, haben wir ein in internationalen Ausschreibungen versiertes Anwaltsbüro hinzugezogen, das uns berät und begleitet, weil wir gerade mit Blick aufs Fördergeld rechtssicher agieren wollen“, sagt Fachbereichsleiter Jens Albers.

Wann geht die Sanierung los?

Wann es losgehen kann: Für eine konkrete Aussage scheint es zu früh. Aktuell laufen immer noch Fristen der europaweiten Ausschreibung für die konkrete Planung der Sanierung. Dem Vernehmen nach bis in den Spätsommer/Herbst hinein. Inwiefern, obwohl zunächst noch konkret geplant werden muss, um dann weitere Aufträge auszuschreiben, Arbeiten noch in diesem Jahr angepackt werden können, wird sich zeigen.

Für den Umbau wird das Bad dann nach bisherigem Planungsstand ein Dreivierteljahr lang, für die Öffentlichkeit noch länger, geschlossen. Die verlängerten Zeiten für die Öffentlichkeit rühren daher, dass zunächst die Bad-Technik – eine neue Heizungsanlage mit einem Blockheizkraftwerk sowie weitere technische Modernisierungen und eine Sanierung des Beckenbetons – erledigt werden soll, und sich daran der Umbau des Eingangs anschließt. So soll ein abgesackter Gebäudeteil, wo sich aktuell noch die Küche des Hallenbadcafés befindet, repariert werden. Dort sollen Mitarbeiter- und Sanitätsräume entstehen. Aus dem Café selbst soll ein Aufenthaltsraum werden mit der Möglichkeit, Snacks und Getränke aus Automaten zu ziehen. Eine kleine Vereinsküche für Feiern soll auch entstehen.

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