Reaktion auf Bericht  Stadt Emden wird bei Party-Müllort an der Kirche aktiv werden

Mona Hanssen
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Von Mona Hanssen
| 20.06.2023 16:08 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Graffiti ist fast überall am hinteren Bereich der Martin-Luther-Kirche und des Gemeindezentrums zu finden. Auch Scheiben sind beschmiert. Foto: Hanssen
Graffiti ist fast überall am hinteren Bereich der Martin-Luther-Kirche und des Gemeindezentrums zu finden. Auch Scheiben sind beschmiert. Foto: Hanssen
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Hinter der Martin-Luther-Kirche auf einem öffentlichen Grünstreifen am Wasser wird gerne gefeiert. Müll, Drogen, Graffiti: Bislang wurden dem keine Grenze gesetzt. Jetzt greift die Stadt durch.

Emden - Nachdem der Umweltaktivist Alfred Kieselbach und Pastor Christoph Jebens mit dieser Zeitung über die schlimmen Müllzustände bei der Martin-Luther-Kirche gesprochen haben, will die Stadt Emden nun handeln. Der Verwaltung sei bekannt gewesen, dass es auf dem öffentlichen Bereich hinter der Kirche immer wieder zu nicht regelkonformen Verhalten komme, man sei aber nun über die „dort nun offensichtliche Schädigung des Eigentums der Kirche erschrocken“, schreibt Stadtsprecher Eduard Dinkela auf Nachfrage. Die Kirche und auch das Gemeindezentrum sind mit Graffiti beschmiert. Fast jede Nacht finden sich in dem Bereich Jugendliche, Wohnungslose oder Drogendealer ein.

Eigentlich ein idyllischer Pfad zwischen Kirche und Graben: Der Emder Alfred Kieselbach hatte am Samstag dafür aber auch ganz viel Müll gesammelt. Foto: Hanssen
Eigentlich ein idyllischer Pfad zwischen Kirche und Graben: Der Emder Alfred Kieselbach hatte am Samstag dafür aber auch ganz viel Müll gesammelt. Foto: Hanssen

Aktuelle Beschwerden habe es bei der Verwaltung abgesehen von dem Zeitungsartikel von der Kirche oder der Polizei bislang nicht gegeben. Man nehme jetzt aber die Berichterstattung zum Anlass, sich mit der Kirche, der Polizei, dem Ordnungsamt, der Stadtplanung und anderen Akteuren abzustimmen, „um das weitere mittelfristige Vorgehen zu besprechen“. Kurzfristig sei aber nun bereits das Zurückschneiden der Vegetation in dem Bereich durch den Bau- und Entsorgungsbetrieb (BEE) veranlasst worden. „Eine Reinigung des öffentlichen Geländes hinter der Kirche erfolgt ebenfalls“, so Dinkela. Außerdem soll zunächst ein Bauzaun aufgestellt werden, so dass der Bereich direkt hinter der Kirche nicht mehr betreten werden kann.

Aufhübschen des Bereichs wird infrage gestellt

Das Team des Fachdienstes Öffentliche Sicherheit und Ordnung werde die Fläche nun bei den werktäglichen Kontrollen innerhalb der Stadt berücksichtigen und kontrollieren, kündigt der Sprecher an. Eine Kamera-Überwachung schließt er aus. Die Hürden für eine solche Anbringung wären sehr hoch.

Zuletzt hieß es, der öffentliche Weg, der von der Neutorstraße durch den Torbogen im Turm der Martin-Luther-Kirche zwischen dem Gotteshaus und dem Stadtgraben bis zum Park an der Bollwerkstraße führt, soll im Rahmen des Förderprogramms „Grünes Band“ aufgewertet werden. „Vor dem Hintergrund der dargestellten Entwicklung ist nunmehr zu klären, ob die geplante Maßnahme hinter der Kirche überhaupt zielführend ist“, so Dinkela. Denn nur dadurch, dass der Bereich schön gestaltet werde, würde die „soziale Kontrolle“ sich ja nicht verbessern. Letztlich handle es sich bei dem aktuell beschriebenen Verhalten, der illegalen Müllentsorgung und Sachbeschädigung, um unsoziales Verhalten. „Folglich ist zu überlegen, ob dies dadurch sanktioniert werden muss, dass der Bereich aus der öffentlichen Nutzung herausgenommen wird. Gleichwohl muss allen bewusst sein, dass sich das Verhalten dann nur in andere Bereiche verlagert“, gibt er zu bedenken.

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