„Aufgabe von nationaler Bedeutung“  Riesiger, schneller Wasserstoff-Speicher in Jemgum geplant

Vera Vogt
|
Von Vera Vogt
| 19.06.2023 14:01 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Eduard Schmitke ist der Geschäftsführer von Astora. Foto: Markus Hibbeler/Astora
Eduard Schmitke ist der Geschäftsführer von Astora. Foto: Markus Hibbeler/Astora
Artikel teilen:

Windparks, Solarparks, die Trassen, die Kavernen: Jemgum ist prädestiniert mit Wasserstoff-Speichern die grüne Wende voranzutreiben, sagen die Betreiber. Jetzt gibt es eine Startzeit.

Jemgum - Der bange Blick auf die Gasspeicher im Winter lenken den Blick vieler Leute wohl zum ersten Mal nach Jemgum – falls sie überhaupt wussten, dass dort einer der größten Erdgasspeicher Deutschlands ist. Nun dürfte bald wieder ein Schlaglicht aufs Rheiderland fallen: als Energiepionier beim grünen Wasserstoff. Bald soll der nämlich in Kavernen gespeichert werden können. Die Studien laufen nach Angaben der Betreiber schon lange, es gebe vielversprechende Ergebnisse. Noch in diesem Jahr könnten die ersten Unterlagen der Öffentlichkeit vorgestellt werden, Mitte/Ende 2025 soll der Plan komplett sein, 2026 soll der Bau losgehen. „In den kommenden Monaten werden wir intern die Pläne vorstellen. Und stellen gerade ein Projektteam zusammen“, sagt Eduard Schmitke, Geschäftsführer von Astora. Damit solle eine neue Ära beginnen: die des grünen Wasserstoffes.

Im November 2022 wurde Sefe, die frühere Gazprom Germania, vom Bund übernommen – damit auch Astora und die Speicher in Jemgum. „Der Bund erwartet nun von uns, dass wir einen signifikanten Beitrag zur grünen Transformation leisten. Und wir arbeiten daran, diese Aufgabe von nationaler Bedeutung zu erfüllen“, so Schmitke. Zum Beispiel in Bayern werde an einer experimentellen Anlage geforscht, in den USA sei eine in Betrieb, zählt er auf. In ihrer Größe und gerade in Sachen Ein- und Ausspeicher-Geschwindigkeit könnten diese aber nicht mit den Kavernen in Jemgum mithalten. Außerdem sei die Lage perfekt: „Die Nähe zu den Windkraftanlagen in der Nordsee für den nötigen Strom zur Herstellung von grünem Wasserstoff, aber auch die Nähe zu den Niederlanden, die bereits vorhandenen Trassen – das alles zeichnet Jemgum aus“, zählt Schmitke auf.

„Ein Problem ist, überhaupt an die Menge Wasserstoff zu kommen, um eine Kaverne dieser Größe zu füllen, so viel ist nicht am Markt“, so Schmitke. Das räume dem Unternehmen andererseits Zeit ein. Zeit für die sorgfältigen Studien und baulichen Maßnahmen und für die Genehmigungen von behördlicher Seite. „Wasserstoff ist flüchtig. Es kommt auf jede Schweißnaht an. Es ist eine große Aufgabe, aber wir arbeiten daran.“

Ähnliche Artikel