Neues zur Mensa  Der neue Caterer für Emder Schulen erhöht stark die Preise

Mona Hanssen
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Von Mona Hanssen
| 15.06.2023 19:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Für neun Ganztagsschulen in Emden gibt es einen neuen (alten) Caterer. Symbolfoto: Franziska Kraufmann/dpa
Für neun Ganztagsschulen in Emden gibt es einen neuen (alten) Caterer. Symbolfoto: Franziska Kraufmann/dpa
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Für die kommenden fünf Jahre ist die Mensa-Verpflegung in Emden wieder gesichert. Doch: Pro Essen verlangt der Caterer rund einen Euro mehr als bisher. Die Stadt hat sich etwas überlegt.

Emden - Einen Caterer für Emder Schulen zu finden, ist schon seit Jahren eine Herausforderung. Seit 2018 ist die Firma Vita Catering aus Wardenburg für die Mittagsverpflegung an mittlerweile neun Ganztagsschulen zuständig. Sie hatte sich damals als einzige auf eine Ausschreibung beworben. Jetzt hat das Unternehmen erneut den Zuschlag für die kommenden fünf Jahre bekommen. Das sagte Lydia Reimann, bei der Stadt zuständig für die Schulverpflegung, im Schulausschuss des Rates am Mittwoch. Ob sich Vita Catering wieder als einziger Anbieter beworben hat, wurde im Ausschuss nicht gesagt. Wir haben bei der Stadt nachgefragt und warten auf eine Antwort.

Was und warum

Darum geht es: Änderungen bei der Schulverpflegung in Emden

Vor allem interessant für: Eltern von Kindern, die in Emden die Ganztagsschule besuchen, Lehrkräfte und anderes Schulpersonal sowie an Schulthemen interessierte Personen

Deshalb berichten wir: Im Schulausschuss des Rats wurde das Ergebnis der Caterer-Suche vorgestellt. Das Thema ist in Emden seit Jahren heiß diskutiert und das Schulessen betrifft viele Kinder und damit Eltern.

Die Autorin erreichen Sie unter: m.hanssen@zgo.de

Klar ist: Der Caterer will die Preise anheben. Zum einen soll es ab dem 1. August unterschiedliche Preise für Grundschulen und weiterführende Schulen geben. Jüngere Kinder essen weniger als ältere, so die Erklärung. Zum anderen soll nicht mehr 3,70 Euro pro Mahlzeit, sondern 4,65 Euro in Grundschulen und 4,85 Euro in weiterführenden Schulen gezahlt werden. „Preissteigerungen waren ja zu erwarten“, sagte Michael Groneveld, Leiter des Fachdienstes Schule, Bildung und Sport. Aber: „Das ist schon hoch.“ Für die Eltern von Kindern, die gerade mal so viel verdienen, dass sie knapp über der Anspruchsgrenze für die „Bildung und Teilhabe“-Förderung liegen, durch die Kindern das Essen gezahlt wird, dürfte das eine große Herausforderung sein.

Wie will die Stadt das auffangen?

Das Land Niedersachsen hatte „überraschend“ Geld an die Stadt Emden überwiesen, so Groeneveld. Dieses sei für den Ausgleich für steigende Energiekosten an Schulen, aber auch bei der Mittagsverpflegung gedacht. „Fälle von Erhöhung sollen dadurch aufgefangen werden“, sagte er. Um Eltern zu entlasten, plant die Stadt eine Preisbremse für die Mensa. Die Kosten sollen nicht auf einen Schlag, sondern stufenweise in den kommenden fünf Jahren erhöht werden, so die Idee.

Damit würde der Preis zunächst von 3,70 Euro für alle auf 3,80 Euro für Essen in der Grundschule sowie 3,90 Euro auf Essen in den weiterführenden Schulen steigen. Die Beträge seien aber so noch nicht in Stein gemeißelt. Jedes Jahr kämen Cent-Beträge hinzu, bis im fünften Jahr dann der von dem Caterer angesetzte Preis fällig werde. Die konkrete Ausarbeitung folgt aber offenbar noch.

Wie ändert sich das Mensa-Essen?

Bei der Suche nach einem neuen Caterer hatten Stadt und Politik einen Kriterien-Katalog entwickelt, nach dem Punkte vergeben werden sollten. Dabei ging es auch um Lebensmittel in Bio-Qualität. Der gewählte Caterer habe zugesagt, dass alle Pasta-Produkte selbstgemacht und biologisch seien, so Reimann. Auch andere Produkte wie Äpfel, Milch oder Ei seien nach Bio-Standards hergestellt. Ob es eine Extra-Kennzeichnung an den Mahlzeiten dazu geben wird, ist aber noch offen. Schon jetzt gebe es viele Hinweise zu Allergenen, tierischen Inhaltsstoffen und anderem. Zu viele könnten Kinder und Eltern verwirren, meinte Reimann.

Wie gewünscht, soll es eine Menü-Linie geben, bei der die Mahlzeit den Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) entspricht. Das soll gekennzeichnet sein. In dieser Menülinie wäre dann über die Woche verteilt ein Gericht mit Fisch, eins mit Fleisch, drei vegetarische Gerichte nach den ernährungswissenschaftlich hohen Standards erhältlich neben den zwei „normalen“ Fleisch/Fisch- und vegetarischen Gerichten.

In jeder Mensa sollen in Zukunft kostenfrei Wasser in Karaffen und Gläser zur Verfügung stehen. Zu dem Kriterium „Verpackungsmüll vermeiden“ habe der Caterer allerdings keine Aussage getroffen, so Reimann. Das müssten sie in den einzelnen Mensa-Ausschüssen besprechen. Zu den Warm-Halte-Zeiten, die so kurz wie möglich sein sollen, habe der Caterer auch keine konkrete Auskunft machen können. Gekocht wird frisch in der Schulküche des Johannes-Althusius-Gymnasiums (JAG). Von da aus wird das Essen an alle Ganztagsschulen geliefert. Gesetzlich ist vorgeschrieben, dass Schulessen nicht länger als drei Stunden warm gehalten werden darf. In dem Rahmen bewege man sich, habe der Caterer gesagt.

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