Foto-Tour Na, erkannt? Diese Filme wurden in der Krummhörn gedreht
Die Krummhörn ist beliebte Filmkulisse. Wir haben eine Tour entlang einiger Drehorte gemacht – zum Durchklicken in der Bildergalerie.
Krummhörn - Die Krummhörn wird von Einheimischen wie Touristen wegen seiner malerischen Landschaft, der schönen alten Dörfer, den alten Mühlen, Gulfhöfen und dem maritimen Flair geschätzt. Das hat auch schon den ein oder anderen Autor und Filmregisseur in die Region gezogen. Die Krimis von Klaus-Peter Wolf oder die beliebten Otto-Filme sind da nur einige Beispiele. Wir haben uns in der Krummhörn einmal umgeschaut und einige bekannte Drehorte besucht.
Otto
„In Russland sagt man Mahlzeit, in Skandinavien Ciao, Nas Dorowje, Servus, Grüß Di, so grüßt hier keine Sau. Doch nun seid ihr in Friesland und sollt es nicht bereuen. In Friesland grüßt man anders, in Friesland sagt man ...“ - In dem Film „Otto der Außerfriesische“ von 1989 begrüßt Otto Waalkes so eine Gruppe Touristen vor dem Pilsumer Leuchtturm. In seiner Rolle als Fremdenführer verkauft er selbstgebastelte Mini-Leuchttürme aus Klopapierrollen und bringt den Gästen ostfriesische Kultur näher.
„Der Pilsumer Leuchtturm diente damals als sein Zuhause, was dazu führte, dass der Leuchtturm bis heute im Volksmund gerne als ‚Otto Turm‘ bezeichnet wird“, schreibt die Krummhörn Touristik dazu auf ihrer Website. Viele Einwohner bezeichnen Otto Waalkes gerne als Botschafter der Krummhörn, da er mit seinen Werken einen großen Anteil an der Bekanntheit der Region beigetragen hat - auch heute kommen sogar in der Woche zahlreiche Touristinnen und Touristen zum Pilsumer Leuchtturm, um ein Foto von ihrem „Otto-Turm“ zu machen. Gedreht wurden die Otto Filme aber nicht nur am Pilsumer Leuchtturm. Auch die alte Schule und der Hafen in Greetsiel sowie die Osterburg in Groothusen und ein Bauernhof in Manslagt dienen als Kulisse.
Tatort
„Kommen Sie schnell - sonst Mord“ steht auf der Postkarte, die an Kommissarin Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) gerichtet ist. Für die Ermittlerin steht fest: Sie reist in das verschlafene Dorf Nordersiel an der Nordsee, in dem die Karte aufgegeben wurde, um Schlimmes zu verhindern. Nordersiel gibt es nur in dem Tatort „Sonne und Sturm“ von 2003 - aber Greetsiel diente als Filmkulisse.
Laut Iris Bents, Sprecherin des Norddeutschen Rundfunks wurde unter anderem am Pilsumer Leuchtturm, in der Teestube und am Hafen in Greetsiel sowie in Norden in der Schwanenapotheke gedreht. Der Film konnte bei seiner Erstausstrahlung 8,68 Miliionen Zuschauer an sich binden, was einem Marktanteil von 23,9 % entsprach.
Friesland-Krimis
„Ry-sum“, schreit Jan Brockhorst (Felix Vörtler), Leiter der Mordkommission aus Wilhelmshaven, in sein Navigationsgerät. Das scheint nicht zu verstehen, dass er damit das Warfendorf in der Krummhörn meint: „Ziel Rysum liegt außerhalb der Europäischen Union. Route enthält Grenzübertritte. Fährverbindung erforderlich. Das Ziel liegt in 1572 Kilometer Entfernung. Bitte wenden.“ Dieser Clip aus dem Film macht in Krummhörner Whatsapp- und Facebook-Gruppen die Runde. Die Handlung: Der Tourismus in Ostfriesland boomt, bald soll deshalb eine Abstimmung für mehr Ferienhäuser in den Dörfern sorgen. Das ist eine Nachricht, die dem Altlandwirt Redenius (Curd Berger) gegen den Strich geht. „Dat geiht nich god – ney, ney, ney“, brummt der Senior und wirft erst einmal eine Pille ein. Kurz darauf liegt er tot auf seinem Hof – erschlagen, aber womit?
Die Friesland-Krimis werden sonst vor allem im Rheiderland und in Leer gedreht. Aber auch der Greetsieler Hafen diente schon das ein oder andere Mal als Kulisse.
Ostfriesland-Krimis
Die Ostfriesland-Krimis von Klaus-Peter Wolf sind wahre Kassenschlager: Seine Bücher wurden laut Wikipedia in 24 Sprachen übersetzt und über 13,5 Millionen Mal verkauft. Einige Ostfriesland-Krimis wurden vom ZDF verfilmt - in den meisten Fällen diente dabei wie in den Büchern auch Norden als Kulisse. Die beiden Teile „Ostfriesenmoor“ und „Ostfriesenblut“ wurden aber zu großen Teilen in der Krummhörn gedreht - etwa in der alten Ziegelei in Pilsum oder in der Osterburg in Groothusen. In „Ostfriesenmoor“ etwa dient die Osterburg als Privatresidenz von Dr. Alexander Ollenhauer (Harald Krassnitzer).
Pfarrer Braun
Pfarrer Braun (Ottfried Fischer) wittert Mord! Nach einem Dummejungenstreich zu Halloween lässt er seinen kriminalistischen Spürsinn erwachen: Auf digitalen Fotomontagen ist neben Bewohnern der kleinen Insel Nordersand ein Skelett zu sehen. Pfarrer Braun wurde zwischen 2003 und 2013 in der ARD ausgestrahlt und galt als eine der erfolgreichsten Produktionen der ARD: Mit bis zu acht Millionen Zuschauern gehörte jede Erstausstrahlung zu den meistgesehenen Filmen des Tages.
„Das Skelett in den Dünen“ ist die zweite Folge der Krimiserie, die meist in ländlichen Gegenden gedreht wurde. Die Aufnahmen für die Serie entstanden aber nicht nur in Ostfriesland: Andere Folgen sind etwa in Qedlinburg im Harz, Eltville am Rhein, Sachsen, Bamberg und Schloss Mainberg in Franken sowie Saarburg in Rheinland-Pfalz, auf Usedom, in Kassel und in der Gegend um Garmisch-Partenkirchen entstanden. Dabei wurden die Ortsnamen oft durch fiktive Bezeichnungen ersetzt, die dem Original aber ähnlich sahen.
Kämen die Touris auch ohne Otto zum Pilsumer Leuchtturm?
Krummhörn - Reiseblogger wie Andrea David aus Hamburg suchen ganz gezielt nach den Kulissen beliebter Filme und Serien. Damit stoßen die Journalisten offenbar auf großes Interesse: über 800.000 Follower zählt Davids Account „filmtourismus“ bei Instagram. Ihre Reisen führten die Bloggerin schon nach Amerika, Island oder Jamaika. Aber auch die Drehorte aus Ottos Filmen hatte sie schon vor der Linse. Welche Rolle spielt das für den hiesigen Tourismus? Laut Wiebke Leverenz, Sprecherin der Ostfriesland Tourismus Gmbh, „sorgen Filme aus der Region für hohe Aufmerksamkeit und machen Lust darauf, diese einmal selbst kennenzulernen. Filme, die in der Region gedreht werden, sind sowas wie der Jackpot im Tourismus – mehr Reichweite kann man mit reinem Tourismusmarketing nicht erzielen“, schreibt sie auf Nachfrage.
Wie steht es um den Pilsumer Leuchtturm? Die Otto-Filme hätten für eine unglaubliche Bekanntheit des Turms gesorgt - der Besuch des Wahrzeichens sei deshalb für viele Gäste zum „Pflichtprogramm“ geworden. Viele kennen den Leuchtturm aus dem Film und möchten diesen natürlich einmal hautnah erleben. „Ich glaube aber, dass die Leute (insbesondere jüngere Generationen) heutzutage nicht allein aufgrund der Filme kommen“, schreibt Leverenz weiter. Der Leuchtturm sei unglaublich markant und werde in unzähligen Magazinen, Beiträgen und Social Media Beiträgen präsentiert, weil er in vielen Augen das Wahrzeichen Ostfrieslands sei. „Aber natürlich haben die Otto-Filme vermutlich für den größten Schub gesorgt.“ Die Touristiker nutzen das Interesse der Gäste an diesen Drehorten und verweisen auf ihren Seiten deshalb auf die Filme, die in der Region gedreht wurden. Die Krummhörn Touristik verlinkt neben den einzelnen Filmen etwa auch den Blogbeitrag von Andrea David.Touristiker nutzen Interesse
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