Stadt baut weiter aus  128 Kinder gehen in Emden bei der Kita-Platz-Vergabe leer aus

Mona Hanssen
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Von Mona Hanssen
| 14.06.2023 13:31 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Im Kindergarten lernen Mädchen und Jungen vieles, was sie schon auf die Schule vorbereitet. Deswegen haben Kinder, die ins letzte Kita-Jahr kommen, in Emden Priorität bei der Platzvergabe, wenn sie auf der Warteliste stehen. Symbolfoto: Daniel Karmann/dpa
Im Kindergarten lernen Mädchen und Jungen vieles, was sie schon auf die Schule vorbereitet. Deswegen haben Kinder, die ins letzte Kita-Jahr kommen, in Emden Priorität bei der Platzvergabe, wenn sie auf der Warteliste stehen. Symbolfoto: Daniel Karmann/dpa
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Trotz Kita-Neueröffnungen reichen die Betreuungsplätze weiterhin nicht aus. Das sind die aktuellen Ausbau-Pläne der Stadt - und das sollten Eltern, deren Kind keinen Platz haben, jetzt nicht tun.

Emden - Auch im kommenden Kita-Jahr werden nicht alle Kinder in Emden einen Betreuungsplatz bekommen. Laut Renate Bonn-Sommer, bei der Stadt zuständig für die Kita-Planung, werden wohl 128 Mädchen und Jungen leer ausgehen. Die meisten von ihnen sind im Kita-Alter, etwas weniger im Krippen-Alter.

Was und warum

Darum geht es: Wieder gehen Emder Kinder leer aus bei der Kita-Platz-Vergabe.

Vor allem interessant für: Eltern mit Kindern im Krippen- oder Kita-Alter sowie an der Stadtentwicklung Interessierte

Deshalb berichten wir: Im Jugendhilfeausschuss wurden die aktuellen Zahlen für die Kita-Anmeldung vorgestellt. Das Thema ist weiterhin wichtig, weil auch nach Jahren immer noch Kinder auf die Warteliste kommen. Das betrifft nicht nur viele Kinder, sondern auch ihre berufstätigen Eltern, Alleinerziehende und Erziehungsberechtigte.

Die Autorin erreichen Sie unter: m.hanssen@zgo.de

Der größte Bedarf besteht weiterhin in den Stadtteilen Barenburg, Borssum, dem Zentrum und zum Teil auch in Port Arthur/Transvaal, sagte sie im Jugendhilfeausschuss des Rats am Dienstagabend. Trotz Ausbaubemühungen bei vorhandenen Kitas und Neueröffnungen stehen auf den Wartelisten Jahr um Jahr stets mehr als 100 Kinder. Allerdings waren es vor ein paar Jahren noch mehr als 200 Wartende.

Das sollten Eltern besser nicht tun

84 Wiederholungsanmeldungen hat es gegeben, sagte Bonn-Sommer. Das heißt: Die Hauptanmeldezeit für das Online-Kita-Anmelde-Portal war Ende März beendet. Seit dem 16. Mai war es aber wieder für Neuanmeldungen geöffnet. „Viele Eltern, deren Kinder auf der Warteliste stehen würden, haben sich schnell selbst noch einmal angemeldet“, sagt sie.

Das Problem: Die Kita-Leitungen sind angehalten, die Wartelisten zunächst abzuarbeiten und sich dann die Neuanmeldungen anzuschauen. Wer sein Kind aber neu anmeldet, verliert den Platz auf der Warteliste. Im Endeffekt müssen die Eltern, die ihre Kinder noch einmal angemeldet haben, also vielleicht länger warten.

So weit darf der Kita-Platz entfernt sein

Außerdem müssen Eltern bedenken: Wenn sie die Kinder für die Warteliste freischalten, dann dürfen sie nicht wählerisch bei der möglicherweise vorgeschlagenen Kita sein. Bekommt die Familie einen Platz angeboten, darf dieser nicht beanstandet werden, wenn die Entfernung noch akzeptabel ist.

Das heißt: Der Kitaplatz muss mit öffentlichen Verkehrsmitteln vom Wohnort innerhalb von 30 Minuten zu erreichen sein beziehungsweise maximal fünf Kilometer entfernt liegen, hatte der Emder Rechtsanwalt Berndt Potthast im vergangenen Jahr dieser Zeitung erklärt. Kinder, die älter als drei Jahre sind, haben darüber hinaus einen Anspruch auf einen Betreuungsumfang von fünf bis sechs Stunden täglich.

Diese Kinder haben absolute Priorität

Auf die Frage eines beratenden Mitglieds im Ausschuss, ob insbesondere Kinder mit Migrationshintergrund auf der Warteliste stünden, sagte Bonn-Sommer: „Wir filtern nicht nach Nationalität.“ Man stehe beratend genauso Familien mit als auch ohne Migrationshintergrund zur Verfügung. In den Stadtteilen Barenburg und Borssum, in denen der Anteil von Menschen mit Migrationsgeschichte zum Teil größer ist als in anderen Ortsteilen, habe es spezielle Termine gegeben, um das Online-Anmeldeverfahren noch einmal zu erklären, sagte Jörg Christians, Leiter des Fachdienstes Kinder und Familien. Insgesamt merke man aber, dass Eltern in ganz Emden weniger Hilfe bei der Anmeldung bräuchten als noch in der Anfangszeit des neuen Portals.

Absolute Priorität hätten Kinder, die in ihr letzten Kita-Jahr vor der Einschulung gehen, betonte er. Stehe ein Kind in dem Alter auf der Warteliste, dann setze sich der Fachdienst mit besonderem Engagement daran, es unterzubringen. Der Kindergarten ist eine wichtige Vorbereitungszeit auf die Schule.

Das ist der aktuelle Stand des Kita-Ausbaus

Die neue Johanniter-Kita Grüner Baum im Stadtteil Barenburg wurde laut Christians schon in dem Anmeldeverfahren berücksichtigt. Die Kita hat zwei Gruppen mit insgesamt 43 Plätzen für Kinder von drei bis sechs Jahren und drei Krippengruppen (null bis drei Jahre) mit 42 Plätzen. Voraussichtlich am 1. September soll die Einrichtung eröffnen. Auch die neue Ganztagsgruppe in der Kita Up Padd in Constantia-West ist mit 25 Plätzen für Kinder ab drei Jahren berücksichtigt. Die Gruppe soll zum 1. August bezogen werden.

In Planung ist die Erweiterung des Horts „die Kinderinsel“ bei der Förderschule im Stadtteil Barenburg. 19 Plätze sollen langfristig dazukommen, erst einmal sollen 15 geschaffen werden. Denn für diese Kinder kann auch ein Mittagessen bereitgestellt werden, so Bonn-Sommer. Geplant ist außerdem weiterhin, die Emsschule im Stadtteil Port Arthur/Transvaal für Kita- und Krippen-Gruppen zu nutzen. Demnach wären dort zwei Kita-Gruppen mit jeweils 25 Kindern und zwei Krippen-Gruppen mit jeweils 15 Plätzen möglich. Das Vorhaben sei in „fortgeschrittener Planung“, zeitlich aber bislang nicht zu begrenzen.

Im Stadtteil Borssum, wo der größte Bedarf ist, soll außerdem eine Kita mit vier Gruppen à 25 Kindern entstehen. Genaueres konnte Christians dazu aber noch nicht sagen.

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