Preisverleihung beim Filmfest Emden-Norderney  „Divertimento“ gewinnt, ein anderer Film räumt ab

Nina Harms und Claus Hock
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Von Nina Harms und Claus Hock
| 11.06.2023 22:45 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
„Divertimento – Ein Orchester für alle“ hat den „Score Bernhard Wicki Preis“ gewonnen. Regisseurin Marie Castille Mention-Schaar nahm den Preis persönlich entgegen. Foto: Hock
„Divertimento – Ein Orchester für alle“ hat den „Score Bernhard Wicki Preis“ gewonnen. Regisseurin Marie Castille Mention-Schaar nahm den Preis persönlich entgegen. Foto: Hock
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Beim 33. Internationalen Filmfest Emden-Norderney sind am Sonntagabend die Preise vergeben worden. Ein Film gewann gleich mehrere Preise.

Emden - „Divertimento – Ein Orchester für Alle“ heißt der große Gewinner beim 33. Internationalen Filmfest Emden-Norderney. Der Eröffnungsfilm der diesjährigen Ausgabe der Veranstaltung überzeugte das Publikum und erhielt von den Zuschauern die meisten Stimmen bei den Filmen, die für den „Score Bernhard Wicki Preis“ nominiert waren.

Der französische Film nach einer wahren Geschichte von Zahia Ziouanis, einer jungen Französin mit algerischen Wurzeln, die allen gesellschaftlichen Widerständen zum Trotz ihren Traum von einer Laufbahn als Dirigentin verwirklichen will, wurde am Sonntagabend mit dem „Score Bernhard Wicki Preis“ in Gold ausgezeichnet. Die Regisseurin Marie Castille Mention-Schaar nahm den Hauptpreis des Festivals während der festlichen Preisverleihungsgala in der Emder Johannes-a-Lasco-Bibliothek persönlich entgegen.

Platz 3 müssen sich zwei Filme teilen

Eine silberne Auszeichnung erhielt der deutsche Film „Die Geschichte einer Familie“ von Karsten Dahlem. Den dritten Platz teilen sich in diesem Jahr das niederländische Drama „Piece of my heart“ von Dana Nechushtan sowie die französische Komödie „Die einfachen Dinge – Les choses simple“ von Eric Besnard. Der Preis ist mit insgesamt 15.000 Euro Preisgeld dotiert .

Milena Aboyan hat sowohl den DGB-Filmpreis als auch den NDR-Filmpreis für ihr Werk "Elaha" gewonnen. Foto: Hock
Milena Aboyan hat sowohl den DGB-Filmpreis als auch den NDR-Filmpreis für ihr Werk "Elaha" gewonnen. Foto: Hock

Gleich zwei Preise für Milena Aboyan

Gleich zwei Preise konnte die Regisseurin Milena Aboyan für ihren Film „Elaha“ gewinnen. Die Geschichte um eine junge Frau im Widerstreit zwischen persönlicher Emanzipation und traditionellen Werten wurde mit dem mit 7.000 Euro dotierten DGB-Filmpreis und dem mit 5.000 Euro dotierten NDR-Filmpreis für den Nachwuchs ausgezeichnet.

Milena Aboyan hatte bereits 2019 den Emder Drehbuchpreis beim Filmfest gewonnen. Dank des Preisgeldes von 10.000 Euro konnte sie damals ihre Nebenjobs kündigen und mit der Arbeit an dem nun preisgekrönten Film beginnen, hieß es bei der Preisverleihungsgala.

Michaela Schaffrath und Carsten Woike konnten es kaum glauben, dass sie mit dem Film „The Online Shop“ den Ostfriesischen Kurzfilmpreis gewonnen haben. Die Musik zu dem Streifen kommt von dem Krummhörner Filmkomponisten Eike Groenewold. Foto: Hock
Michaela Schaffrath und Carsten Woike konnten es kaum glauben, dass sie mit dem Film „The Online Shop“ den Ostfriesischen Kurzfilmpreis gewonnen haben. Die Musik zu dem Streifen kommt von dem Krummhörner Filmkomponisten Eike Groenewold. Foto: Hock

Weitere Auszeichnungen verliehen

Im Verlauf des Abends wurden in der Emder Johannes-a-Lasco-Bibliothek noch weitere Auszeichnungen an Filmschaffende verliehen:

  • Fokus Future Award,dotiert mit 5.000 Euro: „Vergiss Meyn nicht“ von Fabian Fragale, Kilian Kuhlendahl und Jens Mühlhoff
  • Creative Energy Award, dotiert mit 5.000 Euro: „Letzter Abend“ von Lukas Nathrath
  • Ostfriesischer Kurzfilmpreis, dotiert mit 4.000 Euro: „The Online Shop“ von Carsten Woike
  • Engelke-Kurzfilmpreis, dotiert mit 2.500 Euro: „Lang lebe der Fischfriedhof“ von Elsa van Damke

Einer der Höhepunkte der Preisverleihung war die Verleihung des Emder Schauspielpreises 2023 an Moritz Bleibtreu, dem beim Festival eine besondere Porträtreihe gewidmet worden war. Die Laudatio auf den Schauspieler hielt seine Kollegin Gisa Flake.

Küsschen für das Publikum: Moritz Bleibtreu wurde mit dem Emder Schauspielpreis ausgezeichnet. Foto: Hock
Küsschen für das Publikum: Moritz Bleibtreu wurde mit dem Emder Schauspielpreis ausgezeichnet. Foto: Hock

Rolf Eckard ausgezeichnet

Das Internationale Filmfest Emden-Norderney wurde 1990 von Rolf Eckard gegründet und hat sich seither zu einem bundesweit vielbeachteten Publikumsfest mit – vor Corona – bis zu 25.000 Besuchern entwickelt, so die Veranstalter. Eckard hat das Zepter nun an Edzard Wagenaar übergeben. Für sein langjähriges Engagement wurde Eckard mit einem Sonderpreis ausgezeichnet, der erstmals in der Filmfestgeschichte verliehen wurde. Eckard war von der Geste sichtlich überrascht und zulgeich ergriffen und bedankte sich für alles, was er in den vergangenen 33 Jahren beim Filmfest habe erleben dürfen.

Rolf Eckard (rechts) wurde mit einem Sonderpreis ausgezeichnet. Er hat das Filmfest 33 Jahre lang geleitet. Nun übernimmt Edzard Wagenaar (links). Foto: Hock
Rolf Eckard (rechts) wurde mit einem Sonderpreis ausgezeichnet. Er hat das Filmfest 33 Jahre lang geleitet. Nun übernimmt Edzard Wagenaar (links). Foto: Hock

Filmfest läuft noch bis Mittwoch

Neben deutschen Filmen stehen alljährlich insbesondere Produktionen aus Nordwesteuropa im Mittelpunk des Festivalprogramms – viele davon werden in Emden und auf Norderney als Uraufführung oder deutsche Erstaufführung präsentiert.

Wie viele Besucher in diesem Jahr in die Kinos gekommen sind, ist noch offen. Das Filmfest läuft noch bis diesen Mittwoch. Erst dann wird Bilanz gezogen.

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