Klaus Renken in Ruanda  Der Augenlicht-Schenker aus Wiesmoor hilft wieder in Afrika

Ole Cordsen
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Von Ole Cordsen
| 10.06.2023 11:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Klaus Renken (rechts) mit den Operierten, die dank der Unterstützung des Vereins ihr Augenlicht zurückerlangen. Foto: privat
Klaus Renken (rechts) mit den Operierten, die dank der Unterstützung des Vereins ihr Augenlicht zurückerlangen. Foto: privat
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Der Verein Cornea Help hat einmal mehr einem Dutzend Augenkranker ermöglicht, wieder sehen zu können. Vorsitzender Klaus Renken war selbst vor Ort. Dabei erschwerte etwas die Umstände.

Wiesmoor/Ruanda - Der Wiesmoorer Klaus Renken bleibt unermüdlich, wenn es darum geht, Menschen auf dem afrikanischen Kontinent zu helfen, ihr Augenlicht wiederzuerlangen – insbesondere in Ruanda. Zuletzt war diese Arbeit dadurch erschwert, dass die Augenbank Vision Share aus den USA gespendete Hornhäute bevorzugt Menschen, die im Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine verletzt wurden, zur Verfügung gestellt hatte und Alternativen schwierig zu erlangen und entsprechend teurer waren. Mit Vision Share hatte der von Renken gegründete Verein Cornea Help über Jahre eng zusammengearbeitet. Nun aber konnte Cornea Help weiteren zwölf von Augenleiden betroffenen Menschen eine Hornhaut-Transplantation ermöglichen.

Was und warum

Darum geht es: Der Wiesmoorer Verein Cornea Help hat einmal mehr zwölf Menschen in Afrika durch Hornhaut-Transplantationen ermöglicht, wieder sehen zu können.

Vor allem interessant für: Menschen, denen ehrenamtlicher Einsatz am Herzen liegt

Deshalb berichten wir: Der Vereinsvorsitzende Klaus Renken hat sich aus Ruanda gemeldet.

Der Autor erreichen Sie unter: o.cordsen@zgo.de

Dafür hat Renken mit dem „Rwanda Charity Eye Hospital“ in Runda, knapp außerhalb der Hauptstadt Kigali, eine neue Partnerklinik, die mit Cornea Help seit Jahresbeginn bereits 30 Hornhaut-Transplantationen durchgeführt hat. Wie schon im Februar war für die Transplantationen einmal mehr eine belgische Spezialistin, Dr. Beatrijs Foets aus Leuven, nach Ruanda gereist, um die Operationen gemeinsam mit dem Klinik-Chef Dr. Piet Noe zum Erfolg zu bringen. Dieses Mal war das Beschaffen der Hornhäute offenbar einfacher, wie Renken sagt. Er rechnet mit Kosten von 7500 Euro für die Operationen, die Cornea Help trage – auch dank Spenden der Lions-Clubs Wiesmoor, Großefehn und Uplengen in Höhe von 1500 Euro.

Viele Moskitos, schwierige Aufgaben

Gesundheitlich waren die Umstände für ihn indes schwieriger. „Eine ziemlich anstrengende Reise: Es gibt viele Moskitos, denn Ruanda hatte im Mai viel Regen.“ Eine Mitarbeiterin des Vereins vor Ort, Noella Mugisha, erkrankte an Malaria. Renken selbst drückte es ebenfalls mit einer Infektion mehrere Tage lang ins Bett, wenngleich ein Treffen mit ehemaligen, wieder sehenden Patienten noch möglich wurde.

Eine große, offenbar „sehr sehr schwierige Aufgabe“, wie Renken schildert, bleibt der Aufbau einer eigenen Augenbank in Ruanda oder überhaupt auf dem afrikanischen Kontinent. Schon, um Kosten zu senken, Transporte zu vereinfachen, die Abhängigkeit von US-Einrichtungen zu verringern, und weil grundsätzlich auch dort organspendewillige Menschen sterben, deren gesunde Hornhäute Lebenden das Sehen ermöglichen könnten.

Mangel an Spendergewebe in Afrika

In Ruanda hofft Renken darauf, dass es gelingt, eine solche Einrichtung gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG) aus Hannover aufzubauen. Mit der kooperiert Renkens Verein seit Ende 2021. Die DGFG schreibt: „Eine Hornhauttransplantation ist immer die letzte Therapieoption und einzige Chance auf die Rettung vor der drohenden Erblindung. Jedes Transplantat stammt aus der Gewebespende und ist ein Geschenk ans Leben eines bedürftigen Patienten, gegeben von einer Spenderin oder einem Spender. Während auch in Deutschland, trotz eines der besten Gesundheitssysteme weltweit, noch immer ein Mangel an Spendergewebe herrscht, zeichnet sich in Afrika ein weitaus drastischeres Bild ab.“

Dort könnten sich die wenigen afrikanischen Patienten, die im eigenen Land eine Hornhaut transplantiert bekommen, zur glücklichen Ausnahme zählen. „Der Bedarf an Hornhauttransplantaten in Afrika ist groß: Verletzungen der Augenhornhaut, Vernarbungen oder erblich bedingte Augenerkrankungen sind häufige Indikationen.

Hoffen auf entscheidende Schritte

Weitere Ursache für einen hohen Bedarf an Hornhauttransplantaten ist auch die oft unzureichende medizinische Versorgung: „Vermeintlich leichte Infektionen der Augenhornhaut werden zu spät erkannt, oft nicht rechtzeitig behandelt, so dass den Patienten oft der Verlust ihrer Sehkraft droht. Doch eine verfügbare Spenderhornhaut und Ärzte, die über das nötige Know-How verfügen, zählen in Afrika leider noch zur seltenen Ausnahme“, so die DGFG. Dabei würde es in Afrika, genau wie in Deutschland, ausreichend Hornhautspender geben.

Renken sagte kürzlich: „Wir hoffen, dass wir da bald entscheidende Schritte vorwärtskommen, um Spenden in den Ländern für die Menschen aus den Ländern verwirklichen und so vielleicht auch noch mehr Menschen helfen zu können.“ Es gehe auch darum, „die Kosten für die Versorgung afrikanischer Patienten zu senken und eine sichere Versorgung entsprechend des Bedarfs zu gewährleisten“. Auch die Universität Hamburg arbeitet daran, eine entsprechende Datenbank aufzubauen. Bislang noch ohne Erfolg.

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