Emder Neutorstraße  Bei der Straßen-Markierung musste noch einmal nachgebessert werden

Mona Hanssen
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Von Mona Hanssen
| 10.06.2023 09:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Die Neutorstraße ist jetzt so gestaltet, wie sie auch nach einem Umbau, der Mitte 2026 abgeschlossen sein soll, aussehen könnte. Ganz neu sind die Stadtbäume in Kübeln. Sie haben Platz, weil es nur noch eine gemeinsame Spur für Geradeausfahrer und Abbieger gibt. Foto: Hanssen
Die Neutorstraße ist jetzt so gestaltet, wie sie auch nach einem Umbau, der Mitte 2026 abgeschlossen sein soll, aussehen könnte. Ganz neu sind die Stadtbäume in Kübeln. Sie haben Platz, weil es nur noch eine gemeinsame Spur für Geradeausfahrer und Abbieger gibt. Foto: Hanssen
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Uns haben sich noch ein paar Fragen zur neu markierten Neutorstraße aufgedrängt. Die Stadt gibt Antworten - und räumt den kuriosen Fehler einer beauftragten Firma ein. Zwei Arbeiten stehen noch an.

Emden - Seit knapp drei Wochen ist die Neutorstraße im Abschnitt zwischen Agterum und Rathausplatz neu markiert. Genug Zeit also, um mehrfach hindurchzufahren - und die ein oder andere Frage zu entwickeln. Uns sind einige Dinge aufgefallen, die wir bei der Stadtverwaltung nachgefragt haben.

Was und warum

Darum geht es: die Verkehrsführung auf der Neutorstraße

Vor allem interessant für: Emderinnen und Emder sowie Gäste der Stadt, die durch die Neutorstraße mit dem Auto oder Fahrrad fahren oder zu Fuß gehen

Deshalb berichten wir: Wir haben uns die Verkehrssituation nach der neuen Markierung in den vergangenen drei Wochen genauer angesehen. Zu dem, was uns aufgefallen ist, haben wir bei der Stadt nachgehakt.

Die Autorin erreichen Sie unter: m.hanssen@zgo.de

Immerhin: So wie die Verkehrsführung jetzt ist, soll es in etwa auch bei der finalen Lösung sein. Für diese sind noch Umbauarbeiten nötig, die Mitte 2026 beendet sein sollen. Wann sie starten, ist noch nicht klar. Die Arbeiten müssen noch europaweit ausgeschrieben werden. Eine Fördermittelzusagen für den Umbau gibt es aber bereits, sagte Stadtbaurätin Irina Krantz zuletzt.

Wie verwirrend ist das weiterhin sichtbare Blau?

Als beim letzten Verkehrsexperiment, bei dem Fahrräder Vorfahrt hatten, der blaue Farbtopf großzügig zur Verwendung kam und bei der Einfahrt vom Agterum kommend eine große Fläche markiert war, hatte das für einige Diskussionen gesorgt. Jetzt sollen die Radfahrer zwar wieder auf dem „normalen“ Seitenstreifen fahren, doch das Blau ist noch immer überall. Diese Zeitung hat mehrfach beobachtet, dass Radfahrer sich versehentlich oder bewusst auf der Auto-Fahrbahn einsortieren. „Diese Aussage können wir aufgrund unserer eigenen Beobachtungen und eigener, regelmäßiger Nutzung des Bereiches nicht bestätigen“, lässt Hinrich Post, Leiter des Fachdienstes Verkehr, über die Pressestelle mitteilen.

Als die Neutorstraße testweise eine Fahrradstraße war, dürften Radfahrer auf dem blauen Bereich frei fahren. Jetzt zeigt ihnen der weiße Pfeil, wo es lang geht. Ist das für alle deutlich? Foto: Hanssen
Als die Neutorstraße testweise eine Fahrradstraße war, dürften Radfahrer auf dem blauen Bereich frei fahren. Jetzt zeigt ihnen der weiße Pfeil, wo es lang geht. Ist das für alle deutlich? Foto: Hanssen

Die blaue Farbe bleibe als zusätzliches Instrument der Aufmerksamkeit bis zur Sanierung der Straße erhalten. Auch würden die Radfahrer durch die Piktogramme auf den Radfahrstreifen geführt, so Hinrich Post. „Sollte, wider Erwarten, ein Radfahrer auf der Fahrbahn fahren, ist dies nicht weiter tragisch, da durch die gewählte Verkehrsform und der zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h ein Vermischung dieser Verkehrsarten aus Sicht des FD Straßenverkehrs unproblematisch ist“, erklärt er.

Wie problematisch ist das Radfahren auf Klinker?

Vom Rathaus kommend können Radfahrer auf geteerter Straße fahren. Der Radstreifen auf der anderen Seite aber führt größtenteils über Klinker. Wie griffig ist dieses Material, wenn erst einmal Starkregen, Schnee oder Frost kommen? Können die Rillen da für ein Problem sorgen?

Vom Rathausplatz kommend haben es die Radfahrer gut: Sie fahren auf einem geteerten, zum Teil extrabreiten Radstreifen. Auf der anderen Straßenseite fährt man über Klinker. Foto: Hanssen
Vom Rathausplatz kommend haben es die Radfahrer gut: Sie fahren auf einem geteerten, zum Teil extrabreiten Radstreifen. Auf der anderen Straßenseite fährt man über Klinker. Foto: Hanssen

Nein, lässt sich der Antwort der Stadt entnehmen. Diese Art der Wegeführung über Klinker habe sich über Jahre seit der letzten Sanierung der Neutorstraße in den 90er-Jahren bewährt, so Hinrich Post. Dort habe es bis dato auch keine Beschwerden oder Veränderung gegeben. Bei der Sanierung der Straße werde das aber berücksichtigt.

Dürfen Radfahrer vom Agterum kommend in die Osterstraße abbiegen?

Wer mit dem Rad vom Agterum kommend in die Osterstraße einbiegen will, stand zuletzt vor der Frage: Ist das eigentlich erlaubt? Denn der Strich war durchgezogen, für die Autos, die abbiegen, ist er an der linken Seite durchbrochen. Dürfen Radfahrer dort abbiegen oder wird erwartet, dass sie absteigen und über den Zebrastreifen laufen?

Viele Striche, viele Farben: Wo fährt wer? Die weiße Markierung steht für die derzeit geltende Verkehrsregelung. Radfahrer „dürfen“ jetzt auch vom Agterum kommend in die Osterstraße abbiegen. Die Fahrbahnmarkierung wurde nachträglich entsprechend angepasst. Foto: Hanssen
Viele Striche, viele Farben: Wo fährt wer? Die weiße Markierung steht für die derzeit geltende Verkehrsregelung. Radfahrer „dürfen“ jetzt auch vom Agterum kommend in die Osterstraße abbiegen. Die Fahrbahnmarkierung wurde nachträglich entsprechend angepasst. Foto: Hanssen

„Hier wird seitens des Bau- und Entsorgungsbetriebs (BEE) noch nachgearbeitet, führt aber in der täglichen Praxis zu keinen Problemen“, erklärt Hinrich Post am Donnerstag. Die unterbrochene Linie wurde durch das beauftragte Unternehmen versehentlich hinter der Einmündung Osterstraße aufgebacht. Am Freitag war sie schon provisorisch erneuert.

Warum gibt es vor der Ampel nicht mehr zwei Auto-Fahrstreifen?

Vor der neuen Markierung konnten Geradeausfahrer und Rechtsabbieger im Auto vor dem Rathausplatz vom Agterum kommend noch nebeneinander stehen. Dadurch war der Autoverkehr fließender. Jetzt gibt es nur noch eine Spur, wodurch es sich an der Agterum-Kreuzung und in der Neutorstraße häufig staut: Warum diese Änderung? Wird das auch bei der finalen Lösung so sein? Oder muss da noch geschaut werden?

Dass der Autoverkehr einspurig durch die Neutorstraße führt, ist nichts Neues. An der Ampel aber gab es vorher zwei Spuren, jetzt nur noch eine. Das sorgt mitunter für Rückstau bis zum Agterum. Foto: Hanssen
Dass der Autoverkehr einspurig durch die Neutorstraße führt, ist nichts Neues. An der Ampel aber gab es vorher zwei Spuren, jetzt nur noch eine. Das sorgt mitunter für Rückstau bis zum Agterum. Foto: Hanssen

„Durch diese Maßnahme sollte der motorisierte Individualverkehr kanalisiert und Platz für alternative Nutzflächen bzw. den Radverkehr geschaffen werden“, so der Fachdienstleiter. Allerdings: So muss es bei der finalen Lösung nicht zwangsläufig sein. Bei der endgültigen Sanierung der Neutorstraße werden alle Erfahrungen bewertet und einfließen, schreibt er.

Wie wird besser kontrolliert, dass Autos nicht rasen?

In dem Abschnitt, der als verkehrsberuhigter Geschäftsbereich gedacht ist, gilt die bereits die Geschwindigkeitsbegrenzung von 20 Kilometern pro Stunde. Ein kleines Verkehrsschild weist in der Einfahrt daraufhin. Damit sich Autofahrer besser daran halten, sollen Geschwindigkeitsdisplays aufgestellt werden. Die kennt man beispielsweise aus dem Stadtteil Petkum. Es zeigt blinkend an, wenn Verkehrsteilnehmer zu schnell sind. Das Gerät ist kein „Blitzer“, wird aber die gemessenen Geschwindigkeiten aufzeichnen, erklärte die Stadt Mitte Mai. So will man langfristig auswerten, wie schnell auf der Neutorstraße gefahren wird.

Ein kleines Schild weist beim Einfahren in die Neutorstraße auf die Geschwindigkeitsbegrenzung hin. Foto: Hanssen
Ein kleines Schild weist beim Einfahren in die Neutorstraße auf die Geschwindigkeitsbegrenzung hin. Foto: Hanssen

Diese Displays sollen nun in dieser Woche geliefert und die Montage mit dem BEE abgestimmt werden, teilt Hinrich Post mit. Sie dürften in der kommenden Woche hängen, wenn nichts Unvorhergesehenes dazwischen komme. Ein Display kommt an die Neutorstraße und jeweils zwei Displays an die Friedrich-Ebert-Straße sowie die Nordertorstraße.

Wann werden die Ampeln angepasst?

Die Ampelschaltung soll optimiert werden. Die Firma Yunex (früher Siemens) sei mit der Umprogrammierung beauftragt und parallel seien die zugehörigen technischen Komponenten bestellt worden und im Zulauf, schreibt Hinrich Post. Sobald genaue Daten vorliegen, werde man berichten.

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