Ex-OLB-Filiale in Pewsum  Büros für sieben Mitarbeiter und 25.000 Euro pro Jahr

Claus Hock
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Von Claus Hock
| 09.06.2023 12:22 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Wird künftig voraussichtlich bis zu sieben Rathausmitarbeitern Platz bieten: die ehemalige OLB-Filiale neben dem Rathaus in Pewsum. Foto: Wagenaar/Archiv
Wird künftig voraussichtlich bis zu sieben Rathausmitarbeitern Platz bieten: die ehemalige OLB-Filiale neben dem Rathaus in Pewsum. Foto: Wagenaar/Archiv
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Nach der Rolle rückwärts gibt es den nächsten Salto: Nun sollen doch Rathausmitarbeiter die seit Dezember angemietete ehemalige OLB-Filiale in Pewsum nutzen. Eigentlich war das Thema schon vom Tisch.

Pewsum - Am Ende der ansonsten recht unspektakulären Krummhörner Ratssitzung am Donnerstagabend in Pewsum gab es dann doch eine Überraschung. Und die hatte ausnahmsweise mal nichts mit der Diskussion um die Kitas und Grundschulen in der Gemeinde zu tun. Vielmehr ging es wieder um die ehemalige OLB-Filiale und die Platznot im Rathaus. Und plötzlich heißt es, dass die Verwaltung das neben dem Rathaus stehende Gebäude doch nutzen will.

Was und warum

Darum geht es: Erst Ja, dann Nein, dann wieder Ja: Ein Teil der Pewsumer Rathausmitglieder wird in die benachbarte ehemalige OLB-Filiale einziehen.

Vor allem interessant für: diejenigen, die die Debatte um die kritisierte Anmietung verfolgt haben und dachten, die Sache sei vom Tisch

Deshalb berichten wir: Am Ende der Ratssitzung gab es die überraschende Nachricht.

Den Autor erreichen Sie unter: c.hock@zgo.de

Warum plötzlich? Nachdem im August vergangenen Jahres bekannt wurde, dass die Gemeindeverwaltung Platznot im Rathaus hat und sich deswegen als Mieter für die benachbarte ehemalige OLB-Filiale in der Rathausstraße beworben hat, gab es Diskussionen. Kritisiert wurde vor allem, dass die Anmietung rund 25.000 Euro pro Jahr kosten sollte – und der Mietvertrag über zehn Jahre laufen soll. Dann hieß es im Februar, dass die Räume doch nicht mehr benötigt werden. Grund sei ein „unvorhergesehener“ Leerstand in der Oase (künftig: Koppke) in Greetsiel. Dieser Leerstand sollte von den Touristik-Mitarbeitern genutzt werden, die bisher noch im Rathaus angesiedelt sind. Daher wolle man den bereits seit Dezember 2022 laufenden Mietvertrag schnellstmöglich kündigen, die Suche nach einem Nachmieter laufe. So das bisherige Hü und Hott.

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25.200 Euro pro Jahr über zehn Jahre = 252.000 Euro

Nun kommt nach der Rolle rückwärts die Rolle rück-rückwärts. Als Antwort auf eine Anfrage der SPD-Fraktion im Gemeinderat gab Bürgermeisterin Hilke Looden (parteilos) am Donnerstagabend bekannt, dass man „bald in die Nutzung“ der neuen Räume gehen werde. Zugleich bestätigte Looden erstmals die genauen Mietkosten: 1800 Euro Grundmiete zuzüglich aktuell 300 Euro Nebenkosten. Also 2100 Euro im Monat, 25.200 Euro im Jahr und 252.000 Euro über die gesamte Laufzeit von zehn Jahren.

Bis Ende Mai hat die Verwaltung also schon 12.600 Euro ausgegeben, ohne die Räume bislang zu nutzen. Dass man nun doch einen Teil der Rathausmitarbeiter umziehen lassen will, habe vor allem zwei Gründe. Das erklärte Looden am Freitag im Gespräch mit dieser Zeitung. Zunächst sei es schwierig, einen Nachmieter zu finden, der den Vertrag übernehmen könne. Noch wichtiger aber: Auch wenn die bisher in Pewsum sitzenden Touristik-Mitarbeiter nach Greetsiel umziehen, würde der Platz im Rathaus dennoch nicht ausreichen. „Das Rathaus wurde unter anderem aus Denkmalschutzgründen schon sehr knapp bemessen erbaut“, so Looden.

Platz für bis zu sieben Mitarbeiter

Seitdem geschehene Neueinstellungen hätten die Platznot noch verschärft. In der ehemaligen OLB-Filiale sollen daher nun bis zu sieben Verwaltungsmitarbeiter Platz finden. Wer genau in das direkt neben dem Rathaus befindliche Gebäude ziehen muss, werde gerade geprüft, so Looden.

Die Verwaltungschefin ist weiterhin davon überzeugt, dass die Entscheidung richtig ist. Andere geeignete anmietbare Räume gebe es in direkter Umgebung zum Rathaus nicht. „Und die zeitlich befristete Anmietung ist günstiger als ein Neubau oder ein Ankauf“, so Looden. Andere Alternativen wie zum Beispiel das Aufstellen von Containern, habe man allerdings ihres Wissens nach nicht geprüft.