Hamburg  Fronleichnam: Was wird gefeiert? Warum nicht alle Deutschen frei haben

Alexander Barklage
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Von Alexander Barklage
| 08.06.2023 13:53 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Fronleichnam ist vor allem im Süden Deutschlands ein gesetzlicher Feiertag. Foto: IMAGO images/ blickwinkel
Fronleichnam ist vor allem im Süden Deutschlands ein gesetzlicher Feiertag. Foto: IMAGO images/ blickwinkel
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Viele deutsche Arbeitnehmer haben an Fronleichnam frei. In den norddeutschen Bundesländern dagegen wird gearbeitet.

Immer am zweiten Donnerstag nach Pfingsten feiern die katholischen Christen Fronleichnam. Während vor allem in den südlichen Bundesländern Fronleichnam ein gesetzlicher Feiertag ist, schauen die Bewohner der norddeutschen Bundesländer an diesem Tag in die Röhre und müssen ganz normal arbeiten.

An Fronleichnam bringen die Katholiken öffentlich ihren Glauben zum Ausdruck, dass Gott in Brot und Wein mitten unter ihnen ist. Als sichtbares Zeichen wird normalerweise eine reich verzierte Monstranz mit einer geweihten Hostie in feierlicher Prozession durch die Straßen getragen.

Fronleichnam ist das "Hochfest des Leibes und Blutes Jesu Christi" in der katholischen Kirche. Es steht in engem Zusammenhang zum letzten Abendmahl am Gründonnerstag. Nach kirchlicher Lehre hat Jesus dabei das Sakrament der Eucharistie eingesetzt, als er den Jüngern Brot und Wein reichte und die Worte sprach "Das ist mein Leib" und "Das ist mein Blut".

Immer am zweiten Donnerstag nach Pfingsten. In Städten und Ländern, in denen Fronleichnam kein gesetzlicher Feiertag ist, finden die Prozessionen oft am folgenden Wochenende statt. Auch Papst Franziskus feiert im Vatikan erst am kommenden Sonntag Fronleichnam.

Fronleichnam hat nichts mit Tod oder Leichnam zu tun. Das Wort stammt aus dem Althochdeutschen. Dort steht "vron" für "Herr" und "licham" für "Leib".

Papst Urban IV. führte das Fest 1264 offiziell für die ganze Kirche ein. Es geht zurück auf eine Vision der Augustinernonne Juliana von Lüttich im Jahr 1209. Etwa 1270 gab es erstmals eine Fronleichnamsprozession, und zwar durch die Straßen von Köln.

Am wichtigsten sind die oft prunkvollen Prozessionen, bei denen in der Regel auch die Kommunionkinder noch einmal in ihren festlichen Gewändern mitgehen. In vielen Gemeinden werden die Prozessionswege besonders geschmückt mit Fahnen, kleinen Altären und Blumen. In einigen Regionen gibt es farbenprächtige Blumenteppiche, die zum Teil mehrere hundert Meter lang sind.

In Sachsen und Thüringen ist nur in einzelnen überwiegend katholischen Regionen arbeitsfrei. Außerhalb Deutschlands ist Fronleichnam unter anderem in Österreich, Polen, Portugal, in einigen Kantonen der Schweiz und in Teilen Spaniens und Brasiliens ein gesetzlicher Feiertag.

In protestantisch geprägten Bundesländern ist Fronleichnam in der Regel kein gesetzlicher Feiertag. Der Grund dafür liegt in der Historie und vergangenen Beziehung zwischen Katholiken und Protestanten. Beide Glaubensgemeinschaften haben ein anderes Verständnis zum Abendmahl gehabt. Zu diesen Bundesländern gehören:

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