Musik und Kunst Nach Vorwürfen – so steht es um das Rammstein-Konzert in Groningen
Rammstein soll bald in Groningen auftreten. Viele Ostfriesen haben Karten. Was tut sich durch die Vorwürfe – und welche Events kommen diesen Sommer noch?
Rheiderland/Groningen - Rammstein ist derzeit auf Europatour. In Deutschland sind Konzerte in Berlin und München geplant. Fans aus Ostfriesland haben es da ins Nachbarland deutlich kürzer: Am 6. und 7. Juli soll die Rockband im Stadspark in Groningen auftreten, die beiden Konzerte sind seit Monaten ausverkauft. Nun bringen allerdings Vorwürfe gegen die Band Unsicherheit: Nach einem Konzert in der litauischen Hauptstadt Vilnius erhob eine Nordirin den Vorwurf, unter Drogen gesetzt worden zu sein. Die Band bestreitet dies und ein von den litauischen Behörden durchgeführter Drogentest war negativ. Der Veranstalter der aktuellen Münchner Konzerte hat Änderungen angekündigt, so soll es zum Beispiel keine Aftershow-Partys geben.
Was und warum
Darum geht es: Manche Konzertveranstalter reagieren auf die Vorwürfe gegen Rammstein, wir wollten wissen, wie es in Groningen ist. Ein Ausblick auf andere Events inklusive.
Vor allem interessant für: Musikfans
Deshalb berichten wir: Einige Ostfriesen haben Karten für die Rockband, denn Groningen ist nah. Die Autorin erreichen Sie unter: v.vogt@zgo.de
Und wie ist es mit den Konzerten im Nachbarland? Diese Zeitung wandte sich mit der Frage an die Gemeinde Groningen. Derzeit seien keine Änderungen geplant, erklärt Jan Smale, Sprecher der Gemeinde Groningen. Er verweist außerdem auf einen Bericht im Dagblad van het Noorden, in dem der Veranstalter Greenhouse Talent kurz Stellung bezieht. Die geplanten Konzerte im Groninger Stadspark werden fortgesetzt, heiße es in einer schriftlichen Antwort. Die beiden Shows in Groningen würden wie geplant umgesetzt.
Das ist zu beachten
Während die niederländischen Veranstalter keine weitere Stellungnahme zu den Vorwürfen abgeben möchten, äußerte sich die Band wie folgt: „Durch die Veröffentlichungen der letzten Tage sind in der Öffentlichkeit und vor allem bei unseren Fans, Irritationen und Fragen entstanden. Die Vorwürfe haben uns alle sehr getroffen und wir nehmen sie außerordentlich ernst.“ Es sei wichtig, dass sich die Fans bei den Shows wohl und sicher fühlten – vor und hinter der Bühne. „Wir verurteilen jede Art von Übergriffigkeit und bitten euch: Beteiligt euch nicht an öffentlichen Vorverurteilungen jeglicher Art denen gegenüber, die Anschuldigungen erhoben haben. Sie haben ein Recht auf ihre Sicht der Dinge. Wir, die Band, haben aber auch ein Recht – nämlich ebenfalls nicht vorverurteilt zu werden.“
Die Veranstalter haben allerdings Hinweise für Rammstein-Fans, die zum Konzert gehen. Wer keine Unterkunft gebucht hat oder in Groningen lebt, muss einiges beachten. Man solle unter anderem ein Park-Ticket kaufen. Es gibt einen speziell ausgewiesenen Parkplatz am Stadtrand, von wo aus regelmäßig ein Shuttlebus fährt. Man könne ab 15.30 Uhr in den Stadspark – wegen Straßenarbeiten, abendlicher Hauptverkehrszeit und Staus in und um Groningen müsse man mit mindestens 60 Minuten zusätzlicher Fahrzeit rechnen. Nach dem Konzert werde es auch zu erheblichen Verkehrsstaus und Verzögerungen auf allen Parkplätzen kommen, da 55.000 Besucher gleichzeitig nach Hause wollen.
Anreise mit dem Zug – auch für andere Events
Eine Anreise mit dem Zug sei aber eine Alternative, so Sprecher Smale. Der Stadspark in Groningen sei recht nah an der ‚Hoofdstation Groningen‘, dem Hauptbahnhof Groningens. 20 Minuten brauche man zu Fuß, schätzt er. Aus Leer fährt ein Schienenersatzverkehr bis Weener und von dort aus eine Arriva-Bahn nach Groningen (rund 1,5 Stunden). Vom Leeraner Bahnhof fährt aber auch in knapp einer Stunde ein Bus direkt durch. Tickets kosten um die 20 Euro. Die Arriva-Bahn von Weener aus braucht ebenfalls rund eine Stunde und kostet um die 15 Euro.
Nicht nur das Rammstein-Konzert könnte für Ostfriesen lohnenswert sein. Die Stadt hat in der kommenden Zeit einiges zu bieten. Unter anderem das Festival Hongerige Wolf. Im gleichnamigen kleinen Dorf im in der Gemeinde Oldambt – nah am Rheiderland – gibt es „Bands, Kunst, Tanz, Theater, DJs, gutes Essen“ – das versprechen die Veranstalter auf ihrer Internetseite. Das Programm sei traditionell vielseitig. Dabei gehe es nicht um große Namen, sondern die Entdeckung neuer Künstler, ob Musik oder bildende Künste und Literatur „auf einem Strohballen sitzend bei einem Drink“. Es gibt einen Campingplatz am Rande des Dorfs, viele Dorfbewohner bieten Unterkünfte an. Karten und Programm gibt es online. Es gibt einen Shuttleverkehr vom Bahnhof in Bad Neuschanz.
Events ohne Eintritt
Im August folgt das Noorderzon Performing Arts Festival Groningen – oder kurz Noorderzon (Nordsonne) – und geht vom 17. bis zum 27. August. Den „Höhepunkt des Kultursommers in Groningen“, nennt es das Stadtmarketing. Jedes Jahr locke das Festival mehr als 135.000 Besucher in den kostenlos zugänglichen Noorderplantsoen-Park. Ein Teil des Programmes ist es ebenso, für den Rest startet der Ticketverkauf am 17. Juni beziehungsweise 17. Juli. Nicht nur wegen der Vorstellungen, sondern wegen der ungezwungenen, lockeren Atmosphäre sei das Festival beliebt. Die Parkanlage sei voller Terrassen, Imbissstände, Lichter und Kunstinstallationen. Mitten im Park liegt das „Dok“, eine Musikbühne über dem Wasser, auf der jeden Abend Künstler aus dem In- und Ausland auftreten.