Baumpflanzungen in Leer  Politik und Stadtverwaltung müssen nachsitzen

Katja Mielcarek
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Von Katja Mielcarek
| 04.06.2023 10:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Parteien in Leer bestehen darauf, dass die Stadtverwaltung anlässlich 200 Jahre Stadtrechte eine Baumpflanz-Aktion startet. Symbolfoto: Zetina/dpa
Die Parteien in Leer bestehen darauf, dass die Stadtverwaltung anlässlich 200 Jahre Stadtrechte eine Baumpflanz-Aktion startet. Symbolfoto: Zetina/dpa
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Auch im dritten Anlauf legte die Stadtverwaltung keinen Vorschlag vor, wie das Stadtrechte-Jubiläum mit einer Baumpflanzaktion zu begleiten. Die Politik ist sauer.

Leer - Auch im dritten Anlauf hat die Stadtverwaltung keinen Vorschlag vorgelegt, wie der Wunsch von Bürgern und der Politik umgesetzt werden könnte, anlässlich des 200-jährigen Stadtrechte-Jubiläums eine Baumpflanz-Aktion umgesetzt werden könnte. Jetzt müssen Stadtbaurat Rainer Kleylein-Klein und die Spitzen der Fraktionen und Gruppen nachsitzen.

„Traurig und auch ein bisschen böse“, sei die CDU-Fraktion, sagte deren Vorsitzender Ulf-Fabian Heinrichsdorff in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Energie, Klima, Umwelt und Verkehr. Grund seines Ärgers: Der Umgang der Stadtverwaltung mit den mittlerweile drei unterschiedlichen Vorschlägen aus der Politik, wie man der Idee aus der Bürgerschaft umsetzen könnte. Die CDU hätte einen konkrete Vorschlag erwartet, über den man im Ausschuss hätte diskutieren können.

Unwillige Stadtverwaltung

Stattdessen hatte die Stadtverwaltung ausgerechnet, welche Kosten für die beiden bis dahin schriftlich vorliegenden Vorschläge von CDU und Grünen auf die Stadtverwaltung zukämen und zwar bis ins Kleinste. Auch die zweistelligen Fahrtkosten und die für die Arbeitszeit der Verwaltungsmitarbeiter waren aufgeführt. „Eine solche Vollkostenrechnung habe ich in den zwölf Jahren meiner Ratsmitgliedschaft noch nicht erlebt“, schimpfte Heinrichsdorff. Die Vorlage zeige „den Unwillen der Verwaltung“.

Die CDU hatte vorgeschlagen, dass von der Stadt angeschaffte Baumsetzlinge an Bürger ausgegeben werden, die die dann ihre Gärten pflanzen. Geht es nach den Grünen, könnten die Bürger Patenschaften für Bäume übernehmen, die sowohl die Anschaffung als auch die Pflanzung und die Pflege für einige Jahre umfassen würde. Und von der Gruppe SPD/Linke kam die Idee einer Baumpflanz-Community. Bei der würden Bürger selber die Bäume anschaffen und pflanzen und das mit Fotos auf einer Internet-Seite der Stadt dokumentieren.

Weg aus dem Dilemma

Dass drei Anträge vorlägen, sei ein deutliches Zeichen, dass alle Fraktionen und Gruppen eine Baumpflanz-Aktion wollten, sagte Bruno Schachner, Vorsitzender der Grünen-Fraktion, „die Frage ist nur, wie wir jetzt aus dem Dilemma rauskommen“. Gut wäre, wenn man sich auf eine Variante einigen könnte, die das Gute aller drei Vorschläge vereinige.

Auch Heinrichsdorff und Dieter Schmidt von der Gruppe FDP/LWG plädierten dafür, sich auf eine gemeinsame Lösung zu einigen. Dafür müssen der Stadtbaurat und die Fraktionsspitzen nun nachsitzen. Sie werden sich zeitnah zusammensetzen und einen Vorschlag ausarbeiten, hinter dem sie alle stehen können. „Das hätten wir früher haben können“, sagte Heinrichsdorff.

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