Weniger teurer Klinker Besonderes Material für die Zentrale der Kreisfeuerwehr Leer
So soll die neue FTZ aussehen, die in Brinkum gebaut wird: ein flaches Dach, zurückgenommene Front und Windkraft auf dem Dach – vielleicht.
Leer/Brinkum - Zu den größten Projekten, die der Landkreis Leer plant, gehört der Neubau der Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) in Brinkum. Dieses Gebäude, in dem nicht nur die Kreisfeuerwehr Leer sondern auch die Tierseuchenzentrale und der Katastrophenschutz einziehen sollen, wird dort gebaut, wo jetzt noch ein Gebäude der Oberschule Hesel steht. Dieses soll abgerissen werden.
Was und warum
Darum geht es: Seit Jahren ist ein Neubau für die Kreisfeuerwehr Leer geplant. Jetzt wird die Planung konkreter.
Vor allem interessant für: Menschen in Feuerwehren und Einwohner von Brinkum
Deshalb berichten wir: Die Planung für die neue Feuerwehrtechnische Zentrale wurde vom Landkreis vorgestellt. Die Autorin erreichen Sie unter: k.lueppen@zgo.de
Allerdings werden die meisten Bäume und eine Wallhecke bleiben, die jetzt einen malerischen Grüngürtel um die Schule bilden, versicherte Jens Lüning, Leiter des Gebäudemanagements des Landkreises, den Mitgliedern des Feuerschutzausschusses. Er zeigte erstmals Bilder, wie das Gebäude aussehen soll. Das barg einige Überraschungen.
Fensterfront zurückgenommen
Denn die Fassade soll ganz anders aussehen, als es noch am Standort im Industriegebiet Nord geplant war, erst recht als die heutige FTZ in Leer. Um Kosten zu sparen, soll laut Lüning nämlich weniger Klinker verwendet werden. Gedacht wird an einen hellen Stein, aber für große Teile der Außenhaut kommt ein neuartiger Stoff zum Einsatz: ein aus Recyclat hergestelltes dunkles Kunstmaterial. Insbesondere die Fahrzeughalle soll „ganz in Schwarz“ daherkommen.
Aus dem Ausschuss kam die Frage, ob sich das Gebäude mit dem dunklen Werkstoff nicht zu stark aufheizt. Lüning räumte ein, dass dies höchstens im Winter wünschenswert sei. Möglicherweise könnte ein hellerer Farbton gewählt werden, der sich nicht so stark aufheizt. Um sie buchstäblich aus der Sonne zu nehmen, sind die Fensterfronten im Gebäudeteil mit Büros und Schulungsräumen leicht nach hinten versetzt.
Neue Form der Energieerzeugung
Beheizt werden soll das Gebäude über Wärmepumpensysteme, Photovoltaik auf dem Dach unterstützt bei der Stromversorgung und Warmwassererzeugung. „Wir prüfen derzeit den Einsatz von Kleinwindkraftanlagen auf dem Dach“, führte Lüning weiter aus. Das würde jedoch den Platz für die Photovoltaik etwas einschränken. Regenwasser soll gesammelt werden und als Brauchwasser zum Beispiel in den Toiletten verwendet werden.
Die Bauleitplanung werde derzeit mit der Gemeinde Brinkum abgestimmt, die für das Projekt ihren Flächennutzungsplan und den Bebauungsplan ändern muss. Lüning zeigte sich angesichts des Stands dieser Verfahren zuversichtlich, den Bauantrag noch in diesem Jahr stellen zu können. „Wir gehen davon aus, das Projekt in zwei Jahren komplett zu realisieren“, so Lüning. Eine genaue Bausumme nannte er nicht, aber die Kostenschätzung von 26 Millionen Euro sei wohl „anzupassen“.
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