Prächtige Stimmung  Zwei Überraschungen beim Ossiloop-Finale

Niklas Homes Rieke Heinig
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Von Niklas Homes und Rieke Heinig
| 12.05.2023 22:59 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Manch ein Ossilooper machte auf den letzten Metern noch Luftsprünge.
Manch ein Ossilooper machte auf den letzten Metern noch Luftsprünge.
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Die letzte Ossiloop-Etappe war ein Spektakel bei bestem Wetter. Hauptorganisator Edzard Wirtjes half erstmals wieder an der Strecke mit. Eine bekannte Tagesläuferin siegte.

Nortmoor/Leer - Es wurde getrommelt, getrötet und geklatscht. Sogar Konfetti flog. Die Stimmung am Freitagabend beim Zieleinlauf des diesjährigen Ossiloops in der Leeraner Innenstadt war fantastisch. Spätestens nachdem die meisten der rund 1400 Läuferinnen und Läufer am Leeraner Denkmalplatz angekommen waren, wurde die Innenstadt zu einer Partymeile. Es blieb eine ganze Weile rappelvoll in der Stadt. Auch in den Nebenstraßen waren Musikboxen zu hören. Den Ossiloopern, die sich nach sechs gemeisterten Etappen nun Dörloper nennen dürfen, war die Freude und durchaus auch der Stolz im Zielbereich anzumerken. Viele reckten eine Faust gen Himmel oder rissen die Arme hoch. Manche sackten erstmal auf die Knie und atmeten laut aus – ganz nach dem Motto „Das hätten wir geschafft!“

Vorjahressiegerin Katharina Saathoff war am Freitag als Tagessiegerin dabei und bewies ihre Klasse.
Vorjahressiegerin Katharina Saathoff war am Freitag als Tagessiegerin dabei und bewies ihre Klasse.

Auch einige Tagesläuferinnen und Tagesläufer waren am Freitag bei der letzten Etappe von Nortmoor nach Leer mit dabei – 181 an der Zahl. Eine von ihnen sorgte für eine Überraschung. Denn Verena Coordes (TuS Weene), die bei den fünf vorherigen Etappen als erste Frau im Ziel angekommen war, schritt in Leer „nur“ als zweitschnellste Teilnehmerin durchs Ziel. Mit gehörigem Vorsprung vor ihr kam nämlich Frauen-Vorjahressiegerin Katharina Saathoff aus Warsingsfehn an. Den Gesamtsieg bei den Frauen streitig machen konnte die Läuferin des Braunschweiger Laufclubs bei nur einer gelaufenen Etappe Verena Coordes natürlich nicht.

Die erst zwölfjährige Fenna Schoon vom SV Großefehn gewann die Wertung der weiblichen Jugend.
Die erst zwölfjährige Fenna Schoon vom SV Großefehn gewann die Wertung der weiblichen Jugend.

Auch Rheuma kann Coordes nicht stoppen

Mitfreuen durfte sich Katharina Saathoff auch beim erneuten Gesamtsieg von ihrem Vereinskollegen Andreas Kuhlen. Dieser feierte am Freitag den 30. Etappensieg – und damit seinen fünften Gesamtsieg – in Folge. „Es hat in diesem Jahr wieder sehr viel Spaß gemacht. Zu gewinnen, war nicht leicht. Der Druck der Konkurrenz wird von Jahr zu Jahr größer“, sagt Kuhlen. „Sofern die Gesundheit mitmacht, möchte ich auch im kommenden Jahr wieder dabei sein“, kündigt er an. Auch bei der diesjährigen Ossiloop-Ausgabe konnte sich Kuhlen wieder auf seine Sprintstärke auf den letzten Metern jeder Etappe verlassen.

Manche Ossilooper sackten im Ziel erschöpft und erleichtert zusammen.
Manche Ossilooper sackten im Ziel erschöpft und erleichtert zusammen.

Ebenfalls überglücklich war Verena Coordes, auch wenn sie diesmal nicht Etappensiegerin geworden war. Mit einem großen Abstand vor Frauke Buntjer gewann sie die Gesamt-Frauenwertung. „Ich hatte überhaupt nicht damit gerechnet, gewinnen zu können“, sagt sie. Die Auricherin ist schon seit längerem gesundheitlich angeschlagen. Erst kürzlich wurde bei ihr Rheuma diagnostiziert. „Ich warte noch darauf, dass das Krankenhaus sich bei mir meldet, wegen eines Aufenthalts dort. Ich dachte nur: hoffentlich nicht diese Woche“, so Coordes, die sich ihr Lächeln trotzdem nicht nehmen lässt.

Zwölfjährige gewinnt in der Jugend

Es ist bereits ihr zweiter Sieg. 2019 konnte Coordes sich schon einmal als schnellste Frau durchsetzen. Im vergangenen Jahr wurde sie Zweite hinter Saathoff. „Es ist allerdings das erste Mal, dass ich in diese Richtung, also vom Meer nach Leer, gelaufen bin“, sagt sie. Die Strecke habe ihr gut gefallen. „Aber natürlich hätte das Wetter besser sein können“, so Coordes. Sie hatte sich außerdem darauf gefreut, dass nach der Corona-Pandemie in diesem Jahr wieder viele Zuschauer am Streckenrand warten würden. „Das waren nun durch den vielen Regen leider nicht so viele – abgesehen von heute. Der Zieleinlauf war echt toll.“

Bei der männlichen Jugend sicherte sich Tim Veith vom MTV Aurich den Ossiloop-Sieg. „Im vergangenen Jahr war ich Dritter. Diesmal lief es sehr gut. Da bin ich schon ein wenig stolz“, sagt der 18-Jährige. Die Siegerin der weiblichen Jugend ist noch einmal deutlich jünger als er. Zwölf Jahre ist Fenna Schoon vom SV Großefehn erst alt – und dennoch ließ sie der Konkurrenz nicht den Hauch einer Chance. „Im vergangenen Jahr habe ich einmal Ossiloop-Luft geschnuppert. Diesmal hat es einfach großen Spaß gemacht“, sagt Fenna Schoon.

Wirtjes wieder an der Strecke

Neben Katharina Saathoff konnten einige der Teilnehmer an der Strecke ein weiteres bekanntes Gesicht erspähen: Edzard Wirtjes. Der Hauptorganisator des Laufes, der aus gesundheitlichen Gründen bei den vergangenen fünf Etappen nicht vor Ort sein konnte, half am Streckenrand beim Getränkeausschank mit. Aus dem Trubel beim Start und im Ziel hielt sich Wirtjes aber raus. Er hatte sich kürzlich einer Herz-Operation unterziehen müssen. „Ich möchte mich persönlich für die vielen lieben Genesungswünsche bedanken. Es geht mir zunehmend besser, ich habe allerdings in drei Wochen eine weitere OP und soll mich weiter schonen“, teilte er im Voraus über die Ossiloop-Webseite mit.

Die Ossilooper wurden am Freitag in Leer von zahlreichen Zuschauern empfangen. Fotos: Ortgies
Die Ossilooper wurden am Freitag in Leer von zahlreichen Zuschauern empfangen. Fotos: Ortgies

Ebenfalls dort ist bereits das Datum für den Ossiloop im kommenden Jahr veröffentlicht worden. Er findet vom 30. April bis zum 17. Mai 2024 statt. Dann geht es wieder in die entgegengesetzte Richtung, also von Leer bis ans Meer.

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