Bezahlbare Wohnungen Baustart für 21 Seniorenappartements in Bunde
Der Verein Open Dören verwirklicht sein größtes Projekt. Für 3,5 Millionen Euro entstehen bezahlbare Wohnungen für Senioren und Behinderte. Gerüchten zufolge sind schon alle vergeben. Ist da was dran?
Bunde - Jetzt geht‘s los: Am Kirchring in Bunde haben die Erdarbeiten für das Zukunftsprojekt begonnen. Der Verein Open Dören lässt dort ein zweigeschossiges Mehrparteienhaus bauen. Entstehen sollen dort 21 bezahlbare Wohnungen für Senioren und Menschen mit Behinderungen.
Was und warum
Darum geht es: In Bunde soll bezahlbarer Wohnraum für Senioren und Menschen mit Behinderungen entstehen.
Vor allem interessant für: Senioren und Menschen mit Behinderungen, die eine bezahlbare Wohnung suchen
Deshalb berichten wir: Nach fast zwei Jahren Planung haben jetzt die Bauarbeiten für das Projekt begonnen. Die Autorin erreichen Sie unter: t.gettkowski@zgo.de
Das Gebäude hat ein Erd-, Ober- und ein Dachgeschoss. „Im Westflügel liegen die Wohnungen für Senioren“, berichtet die Open Dören-Geschäftsführerin Insa Franzen. Die Appartements hätten eine Größe zwischen 55 und 60 Metern für Paare, aber auch für alleinstehende Senioren. Im Dachgeschoss gibt es zwei größere Wohnungen mit 80 Quadratmetern.
Wärmepumpe und Photovoltaik
„Im Ostflügel sind zehn Wohnungen für Menschen mit Behinderungen geplant, die eigenständig leben können, aber einen gewissen Unterstützungsbedarf haben“, erklärt Insa Franzen. Weil die Wohnungen nicht über Gästezimmer verfügen, gibt es im Haus ein möbliertes, 40 Quadratmeter großes Appartement. „Dort können Besucher der Bewohner übernachten.“
Bei der Energieversorgung wolle man möglichst autark sein. „Wir planen den Einsatz einer Luft-Wasser-Wärmepumpe. Außerdem bekommt das Haus eine Photovoltaikanlage“, erklärt die Geschäftsführerin. Diese Technik diene nicht allein dem Klimaschutz. Sie soll auch den Geldbeutel der Bewohner entlasten. Die Nebenkosten sollen 50 Euro nicht überschreiten. Wie hoch genau die Miete ausfallen werde, stehe noch nicht genau fest. „Wir machen hier keinen sozialen Wohnungsbau, aber wir sind ein gemeinnütziger Investor und wollen uns hier keine goldene Nase verdienen“, betont die Open-Dören-Geschäftsführerin. Die Mietpreise werden sich daher am ortsüblichen Niveau orientieren. Senioren, die in die Wohnungen einziehen wollen müssen allerdings mindestens den Pflegegrad 1 haben. „Bei Paaren reicht es, wenn das zumindest bei einem Partner der Fall ist“, so Insa Franzen. Die Wahl des Pflegedienstes sei frei.
Viele Mietinteressenten
Das Interesse an den barrierefreien Seniorenwohnungen sei nach ihren Worten schon seit Bekanntwerden der Pläne enorm. Man könne schon spüren, dass sich viele Senioren aus den entlegeneren Ortsteilen wie von den Poldern oder beispielsweise aus Ditzumerverlaat eine ortsnahe Unterbringung wünschten. „In Bunde hält sich hartnäckig das Gerücht, dass schon alles voll ist“, berichtet Insa Franzen. Das sei aber nicht der Fall. „Es ist noch keine Wohnung vergeben worden. Wir führen allerdings schon eine gut gefüllte Interessentenliste.“ Neben dem Pflegegrad werde es wahrscheinlich weitere Vergabekriterien geben. „Wir bauen die Anlage ja nicht für Senioren aus Berlin, sondern wollen vor allem ein Angebot für Menschen aus der Region schaffen.“
Dabei sollen die Senioren im Ort auch integriert werden. Eine Idee ist es beispielsweise, im Haus der Begegnung für Bewohner der Seniorenwohnungen ein Mittagsangebot zu machen. Eine weitere Idee sei es, das inklusive Sportangebot, das jetzt von Senioren schon angenommen werde, weiter auszubauen.
1,5 Millionen Euro Fördergeld
Fast genau vor einem Jahr war das Poppensche Haus abgerissen worden. Auf dem Grundstück des ehemaligen Geschäftshauses soll nun der Neubau errichtet werden. Ursprünglich war der Verein von Baukosten in Höhe von drei Millionen Euro ausgegangen, inzwischen bezifferte die Open-Dören-Geschäftsführerin Insa Franzen angesichts allgemeiner Preissteigerungen und der besonderen Haustechnik die Summe mit 3,5 Millionen Euro. Allerdings ist auch die Höhe der Zuschüsse gestiegen. „Insgesamt bekommen wir für das Projekt Zuschüsse in Höhe von 1,5 Millionen Euro – unter anderem vom Land, der Fernsehlotterie und dem Diakonischen Verband.“
Ende dieses Jahres soll das Gebäude dicht sein, damit im Winter der Innenausbau laufen kann. „Wir stehen unter Zeitdruck. Bis Mitte 2024 muss das Haus fertig sein, weil bis dahin die Fördergelder abgerufen sein müssen“, sagt Insa Franzen.