Für die Ehre Aufgeben ist für uns keine Option
Mitten im Einsatz kann man natürlich nicht die Flinte ins Korn werfen. Es geht aber immer auch noch ein bisschen besser, meint unser Kolumnist.
Wenn die Feuerwehr alarmiert wird zur Menschenrettung bei einem Gebäudebrand, wird so lange gekämpft, bis die Menschen gerettet sind. Es werden möglichst viele Wege gewählt und diverse Versuche gestartet. Aufgeben ist keine Option. Unser innerlichster Auftrag ist es, gutes für Menschen und Tiere zu leisten, selbst wenn es unvorstellbare Kräfte kostet. Aufgeben ist keine Option, wie für mich auch in vielen anderen Bereichen meines ehrenamtlichen Daseins.
Einfach die Flinte ins Korn zu werfen und von nun auf gleich alles egal sein zu lassen, ist nicht meine Art. Gespräche, Hinweise und Unterstützer sind in schwierigen Situationen wichtig. Alles daransetzen, dass sinnvolle und gute Dinge umgesetzt werden. Als Einsatzkraft der Feuerwehr wird so lange gekämpft, bis kein Funke mehr zu sehen ist.
Das merke ich bei vielen Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehren, dass sie auch in ihrem beruflichen und privaten Leben nicht so schnell aufgeben, wenn es schwierig wird. Wichtig ist, sich auch etwas sagen lassen und neue Dinge annehmen zu können. Zulassen, dass auch andere Menschen Ideen und Wissen haben. Das ist die starke Gemeinschaft, die wir in den freiwilligen Feuerwehren haben.
Wichtig ist aber auch zu wissen, dass im Ernstfall nur eine Person den Hut auf hat und alles nach deren Pfeife tanzt, damit es kein Chaos gibt. Hinweise und Tipps zur richtigen Zeit sind selbstverständlich erlaubt. Kritik im Anschluss ist erlaubt und wird auch gefordert. Offen und ehrlich muss sie sein, um für vorausliegende Ereignisse besser gewappnet zu sein. Sollten Dinge gut gelaufen sein, so darf man da auch ein Lob annehmen. Sollten Dinge nicht gut oder nur halbwegs gut gelaufen sein, so muss man sich dieser Kritik annehmen und gemeinsam eine Lösung finden. Aufgeben, weil Fehler unterlaufen sind, gibt es nicht: Verbessern und beim nächsten Mal wird’s besser gemacht. Ein gefährliches Feuer einfach brennen zu lassen, ist nicht unser Stil.
Zur Person
Manuel Goldenstein (42), geboren in Aurich und aufgewachsen in Südbrookmerland, arbeitet eigentlich als Pfleger im Klinikum Emden. Vor allem aber ist er leidenschaftlicher Feuerwehrmann. Er ist Pressesprecher des Kreisfeuerwehrverbands Aurich und Sprecher des Arbeitskreises Presse- & Öffentlichkeitsarbeit des Feuerwehrverbands Ostfriesland.
Kontakt: kolumne@zgo.de
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