4. Ossiloop-Etappe Von den Super-Zwillingen läuft nur noch einer
Die Favoriten gaben sich auf der 4. Etappe keine Blöße, Hilde Steinke meisterte ihre 250. Etappe. Dann gibt es noch die Zwillinge Timon uns Lasse Andreesen, von denen einer jetzt nur noch anfeuert.
Holtrop/Bagband - Der Ossiloop biegt auf die Zielgerade ein, und die Seriensieger zeigen auch auf der 4. Etappe keine Nerven. Sowohl Verena Coordes als auch Andreas Kuhlen holten sich auf dem Weg von Holtrop nach Bagband den Sieg. „Die Konkurrenz war heute sehr stark“, meinte Andreas Kuhlen. Fußballer Tamme Oldigs von Concordia Ihrhove kam mit nur zwei Sekunden Rückstand ins Ziel. Auch Ossiloop-Königin Hilde Steinke schaffte ihre 250. Etappe in Serie und wurde mit einem Plakat im Ziel von ihrer Familie freudig begrüßt.
Wie in jedem Jahr gingen beim Ossiloop auch dieses Mal wieder viele Kinder und Jugendliche an den Start. Unter ihnen gibt es ein besonderes Duo: Timon und Lasse Andreesen sind 14 Jahre alt, wohnen in Aurich und sehen sich zum Verwechseln ähnlich. Kein Wunder, denn die Brüder sind eineiige Zwillinge. Doch auch sonst haben sie viele Gemeinsamkeiten.
Das Lieblingsfach? Sport
Beide gehen in dieselbe Klasse, nämlich in die 8h auf dem Gymnasium Ulricianum in Aurich. Das Lieblingsfach? Sport. Bei Timon kommt Erdkunde hinzu. Weniger beliebt: Matheunterricht. Sogar die Noten der Zwillinge gleichen sich. Mindestens einen Unterschied gibt es dann aber doch. „Ich bin zwei Zentimeter größer“, behauptet Lasse Andreesen grinsend. Sein Bruder Timon sieht das anders: „Es ist nur ein Zentimeter“, sagt er und schmunzelt.
Bei den Hobbys außerhalb der Schule sind sich die Zwillinge dann wieder einig. Am liebsten spielen sie Fußball – beim SV Großefehn. Beide am liebsten im Mittelfeld. „Auf der Position hat man viele Möglichkeiten, es wird nie langweilig“, erzählt Timon Andreesen begeistert. „Man muss ständig dem Ball hinterher, da braucht man viel Audauer“, ergänzt Lasse. Logisch, dass daher beim Fußballtraining auch Übungen für die Kondition auf dem Programm stehen müssen. „Da laufen wir so fünf bis sechs Kilometer“, sagt Timon.
Schon vierte Teilnahme am Ossiloop
Beste Voraussetzungen also für eine Teilnahme beim Ossiloop. Dass es für die Brüder in der Regel kein großes Problem darstellt, große Distanzen zu laufen, haben sie bereits oft unter Beweis gestellt. Schon vier Mal waren die zwei beim Ossiloop dabei. „Dieses Mal haben wir noch extra mit unserer Mutter trainiert. Sie läuft auch mit“, erzählt Lasse Andreesen. Das hat sich offensichtlich ausgezahlt: Bei den ersten zwei Etappen legten die 14-Jährigen Super-Zeiten hin. Sie liefen sogar gestandenen Spitzenläufern auf und davon und platzierten sich in den Top 30 der rund 1200 Athleten – und das mit 14 Jahren. Natürlich liefen die Zwillinge dabei beide gleich schnell, auch wenn der Zeitmesschip bei der Auftaktetappe eine Sekunde Differenz registrierte.
Besonders gefreut hatten sich die Brüder auf den dritten Streckenabschnitt in Aurich. „Dort sieht man viele Freunde und die Stimmung ist super“, sagten sie im Vorfeld. Umso bitterer, dass es gerade diese Etappe war, auf der einer der beiden ausschied.
Lasse mit Hüftproblemen
„Seit Januar habe ich immer mal wieder Hüftprobleme“, erzählt Lasse Andreesen. „Bei den ersten zwei Läufen war noch alles gut, beim dritten fing es dann an, wehzutun, und ich konnte nicht weiter laufen“, sagt der 14-Jährige. Was genau hinter den Schmerzen steckt, wisse er noch nicht. Ein Arzttermin soll am Montag Licht ins Dunkel bringen. „Ich muss mich schonen und werde die anderen Etappen nicht laufen. Das ist echt schade“, bedauert er.
Auch sein Bruder Timon hätte lieber weiter gemeinsam mit seinem Bruder am Ossiloop teilgenommen. „Es ist doof, dass ich keinen mehr habe, der genauso schnell ist wie ich, mit dem ich reden kann“, sagt er. „Und keiner, dem ich zeigen kann, dass ich besser bin“, fügt er scherzend hinzu. Dennoch: Der 14-Jährige will den Ostfriesland-Lauf zu Ende bringen. „Ich denke, ich bin alleine noch gleich schnell. Obwohl wir uns gegenseitig schon motiviert haben“, so Timon Andreesen. „Ich feuere ihn dann im Ziel an. Vielleicht kann ich am Ende sogar noch ein kleines Stück mitlaufen“, sagt sein Bruder Lasse.
Ob die Zwillinge es im kommenden Jahr noch einmal gemeinsam beim Ossiloop versuchen wollen, lassen sie sich offen. „Es kommt drauf an, wie viel Zeit wir neben Fußball dann haben“, sind sie sich einig. Erst einmal warten auf Timon Andreesen allerdings noch zwei weitere Etappen – bei denen er vom Streckenrand aus von seinem Zwillingsbruder Lasse angefeuert werden wird.
4. Etappe, von Holtrop - Bagband (11,9 km):
Männer
1. Andreas Kuhlen (Braunschweiger LG) 42:41 Min., 2. Tammo Oldigs (Concordia Ihrhove) 42:43 Min., 3. Ingo Janssen (Emder LG) 42:50 Min., 4. Matthias Heinken (Raiffeisen-Volksbank) 42:50 Min., 5. Martin Bergmann (Emder LG) 43:42 Min., 6. Sven Tattje (TuS Weene) 44:15 Min., 7. Hendric Siebolds (MTV Aurich) 44:44 Min., 8. Soeren Buss (LG Papenburg) 44:53 Min. , 9. Jan-Aiko van Hove (Emder LG) 45:20 Min., Enno jun. Klinkenborg (TV Nodern) 45:21 Min.
Gesamt: 1. Andreas Kuhlen 2:33:14 Std., 2. Matthias Heinken 2:34:23 Std. 3. Ingo Janssen 2:34:55 Std.
Männliche Jugend:
1. Tim Veith (MTV Aurich) 43:57 Min., 2. Fabian Weermann (Braunschweiger Laufclug) 44:40 Min., 3. Jannik Jakobs 46:19 Min.
Frauen:
1. Verena Coordes (TuS Weene) 46:46 Min., 2. Frauke Buntjer (TV Bunde ) 49:59 Min. 3. Inga Weerts (obw Team) 51:09 Min., 4. Susanne Schmitz (LSF Oldenburg) 51:36 Min. 5. Insa Franzen (TV Bunde) 52:28 Min., 6. Heike Piotrowski (Friesland-Kliniken) 52:44 Min., 7. Vanessa Busse (Emder LG) 53:53 Min.,8. Kathrin Prigge (Emder LG) 53:52 Min., 9. Nadine Helms (LSF Oldenburg) 54:07 Min. Silke Hillers (LSF Oldenburg) 54:26 Min.
Gesamt: 1. Verena Coordes 2:51:01 Std, 2. Frauke Buntjer 3:02:42 Std., 3. Inga Weerts 3:04:06 Std.
Weibliche Jugend:
1. Fenna Schoon (SV Großefehn) 51:34 Min., 2. Josefine Faß (KGW Wiesmoor) 1:00:49 Min, 3. Finja Alberts (Emder LG) 1:02:43 Min.