Holtrop/Bagband  78-Jährige nimmt seit mehr als 40 Jahren an Etappenlauf in Ostfriesland teil

Rieke Heinig
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Von Rieke Heinig
| 08.05.2023 10:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Sie sind das Etappen-Königspaar des Ossiloops: Hilde und Dietrich Steinke. Foto: Ortgies
Sie sind das Etappen-Königspaar des Ossiloops: Hilde und Dietrich Steinke. Foto: Ortgies
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Seit 1982 nimmt Hilde Steinke aus Ostfriesland am „Ossiloop“ teil. Inzwischen ist es ihre 250. Etappe. Auch ihr Mann steht kurz vor einem Jubiläum.

Es ist eine Etappe der Jubiläen. An diesem Wochenende geht es für die Ossilooper von Holtrop über Spetzerfehn nach Bagband. Mit 11,9 Kilometern ist dies der längste der insgesamt sechs Streckenabschnitte. „Es ist unsere 100. Etappe als Verantwortliche für den Ossiloop seit 2007“, teilt Wirtjes-Vertreter Jasper Poppens mit. Aber nicht nur das: „Letztes Jahr haben wir den Etappen Namen gegeben, die jeweils Personen oder Helfergruppen würdigen, die sich um den Ossiloop verdient gemacht haben. Der Name Steinke steht hier für die Familie, die auf dem Weg ist, 1000 Etappen zu laufen“, so Poppens.

Es passt also, dass für Etappen-Königin Hilde Steinke aus Neermoor genau diese Teilstrecke die 250. ist. Seit 1982 hat sie keine einzige versäumt. Nur eine weniger kann ihr Mann Dietrich vorweisen. Für ihn steht die 250. Etappe am kommenden Dienstag an. Und auch die Steinke-Söhne Peter und Rolf sind schon weit über 100 Etappen gelaufen.

Dass Hilde Steinke ihre 250. Etappe antritt, ist für sie selbst keine große Sache. „Eigentlich ist das nur für alle anderen etwas Besonderes. Für mich ist das ein ganz normaler Lauf“, sagt die 78-Jährige. Eine Feier nach dem Ossiloop sei deshalb nicht geplant. „Ich sehe das inzwischen nur noch als Fitness. Eigentlich mache ich vorwiegend Waldläufe und habe lange überlegt, ob ich überhaupt mitmache“, sagt sie.

Dann habe sie sich doch noch entschieden, anzutreten. „Ich habe ein gutes Körpergefühl. Und wenn ich merke, es geht nicht mehr, dann höre ich auf“, so die 78-Jährige. Gerne erinnert sie sich an die Anfänge ihrer Sportlerinnen-Karriere zurück. Schon als Kind habe sie immer gerne Sport gemacht, war gut darin. Das habe sie bis ins Erwachsenenalter beibehalten. Kein Wunder also, dass Steinke beim ersten Ossiloop im Jahr 1982 mit an den Start ging. „Beim ersten Mal haben nur so ungefähr 27 Leute mitgemacht. Der Lauf war total witzig, wir haben da teilweise gesessen zwischendrin und Tee getrunken“, sagt Steinke und lacht.

Etwas skeptisch hätten einige Menschen damals auf ihre Teilnahme zwar reagiert, „vielleicht, weil ich eine Frau bin. Die haben gefragt, ob ich nichts Besseres zu tun hätte. Aber ich habe immer das gemacht, was ich wollte.“ Noch immer freut die Seniorin sich auf jede Etappe. „Es stehen Leute an der Straße, die da bereits seit Jahren stehen. Die kennt man inzwischen, das ist schön“, so Steinke.

Start ist am Freitag um 19 Uhr auf dem Holtroper Dorfplatz. Der Zielbereich liegt in Bagband, kurz vor dem Festplatz. Teilnehmer und Zuschauer können sich bei der vierten Ossiloop-Etappe neben zwei Jubiläen auf eine besondere Zwischenstation freuen: Wie in den vergangenen rund 20 Jahren, werden die Läufer in Höhe der historischen Kapelle in Spetzerfehn mit Wasser versorgt. Das teilt Hinrich Trauernicht vom Spetzerfehner Ortsrat mit. „Die Schnellsten sind in weniger als einer halben Stunde in Spetzerfehn“, schätzt er.

Auch die Umgebung sollte für eine besondere Atmosphäre sorgen. Für die Läufer geht es nämlich nicht nur vorbei an der historischen Kapelle. Die Windmühle Steenblock ist nur wenige Meter entfernt. Sie ist zusammen mit sechs weiteren Mühlen namensgebend für die Teilstrecke, die als „Mühlenetappe“ bekannt ist – und nun dem Etappen-Königspaar gewidmet ist.

Dieser Artikel erschien zuerst in der Ostfriesen-Zeitung.

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