Hundebesitzer frustriert Mit dem Hund auf den Deich? Nicht bei Ottos Leuchtturm
Beim Blick in die Google-Bewertungen zum Pilsumer Leuchtturm wird deutlich: Hundebesitzer sind beim Besuch frustriert. Aber warum?
Pilsum - Es ist fast immer das gleiche Schema: Hundebesitzer sind zum Pilsumer Leuchtturm gefahren, haben Parkgebühren bezahlt – und stehen dann vor den großen Verbotsschildern, die deutlich machen: Keine Hunde auf dem Deich erlaubt! Immer wieder, und das seit Jahren, hinterlassen die Hundebesitzer dann schlechte Bewertungen bei Google. Auch der Deichacht Krummhörn ist dieser Frust nicht unbekannt.
Was und warum
Darum geht es: Auf den meisten Krummhörner Deichen sind Hunde das ganze Jahr über verboten – auch dort, wo viele Touristen sind.
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Deshalb berichten wir: Im Internet regen sich regelmäßig vor allem Touristen darüber auf, dass sie zum Beispiel den Pilsumer Leuchtturm nicht zusammen mit ihrem Hund besuchen können. Wir haben nachgefragt, woher das ganzjährige Hundeverbot kommt. Den Autor erreichen Sie unter: c.hock@zgo.de
In den Kommentaren gibt es die Menschen, die sich über das Hundeverbot allgemein beschweren; diejenigen, die das Hundeverbot nicht nachvollziehen können, wenn keine Schafe auf dem Deich sind; diejenigen, die sich mehr Information gewünscht hätten oder Vergleiche zu anderen Orten ziehen, wo es ja schließlich auch erlaubt sei.
Was ist verboten?
Im Zuständigkeitsbereich der Deichacht Krummhörn ist das Betreten der Deiche mit Hunden fast überall grundsätzlich ganzjährig verboten. Das bestätigt auch Frank Rosenberg, Geschäftsführer und Rendant der Deichacht, auf Nachfrage. Näheres regele das Niedersächsische Deichgesetz. Demnach seien grundsätzlich erstmal alle Nutzungen und Begehungen, die nicht Deichsicherung und -unterhalt dienen, untersagt. „Aber es gibt natürlich Ausnahmen, die wir festlegen“, so Rosenberg. Dazu zähle beispielsweise die Freigabe für Radfahrer und Fußgänger in Abschnitten.
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Während diese Freigaben recht oft erteilt werden, bleibt die Deichacht beim Thema Hunde hart. Ganzjährig ist das Mitführen von Hunden auf den Deichen verboten, egal, ob Schafe da sind oder nicht. Ausnahmen gibt es nur in den Bereichen Campener Leuchtturm bis Campingplatz Upleward sowie auf dem alten Deich in Greetsiel. Hier dürfen Hunde mitgenommen werden, allerdings nur angeleint.
Warum sind Hunde ganzjährig verboten?
Wie Rosenberg erklärt, hat das Verbot zwei Hintergründe. Wenn Schafe auf dem Deich sind, sei es immer wieder vorgekommen, dass vor allem freilaufende Hunde die Schafe gehetzt haben. Dies hätte auch schon zum Tod der Schafe geführt, sorge aber mindestens für Stress.
Dass sich Hunde, egal ob angeleint oder nicht, nur bedingt mit Schafen vertragen, ist auch den meisten Google-Kommentatoren bewusst. Oder man würde zumindest saisonale Begrenzungen verstehen. Das liest sich dann zum Beispiel so: „Wir waren sehr enttäuscht, da man seinen Hund nicht mitnehmen darf. Warum . . . .kann man im November nicht verstehen? Im Sommer und in Ferienzeiten nachvollziehbar.“
Das „Warum“ auch im November erklärt Rosenberg so: Wo Hunde sind, sind auch oft Hinterlassenschaften, also Hundehaufen. Da die Flächen, wenn sie nicht beweidet werden, aber auch als Mähweiden genutzt werden, könnte der Kot in die Futtermittelproduktion geraten. „Das so verunreinigte Futter kann die Schafe krank machen“, sagt Rosenberg. Gleiches gelte für Kot, der auf dem Deich liegenbleibt und danach von den Schafen über das Gras aufgenommen wird. Darauf verlassen, dass alle Hundebesitzer die Hinterlassenschaften spurlos wieder einsammeln, könne man sich nicht.
Wird genügend informiert?
Trotz der Verbote und entsprechender Schilder komme es immer wieder vor, dass Hundebesitzer davon erst vor Ort erfahren und entsprechend frustriert sind – oder sich über das Verbot hinwegsetzen. Im letzteren Fall weisen die Mitarbeiter der Deichacht auf das Verbot hin. „Das macht uns natürlich keinen Spaß und wir können den Frust auch zum Teil nachvollziehen“, so Rosenberg.
Es sei ein Thema, was immer wieder zur Sprache komme. Nicht nur im Internet, wo man häufig solche Formulierungen liest: „Leider erfährt man erst auf dem Parkplatz, dass im gesamten Bereich Hunde verboten sind. Wohl gemerkt . . .nicht angeleinte Hunde, sondern komplett verboten.“ Tatsächlich fehlt der Hinweis auf das Hundeverbot - beispielsweise auf der Internetseite der Krummhörner Touristik. Zumindest, wenn man nur direkt beim Eintrag zum Pilsumer Leuchtturm schaut.
Unter dem Punkt „Urlaub mit dem Hund“, den man bei entsprechender Suche finden kann, wird allerdings der Hinweis der Deichacht wiedergegeben. Unter dem Punkt „Ausflugsziele mit Hund“ fehlt der Pilsumer Leuchtturm dann auch folgerichtig.