Weil Gerichts-Zellen saniert werden  Häftlinge müssen auf Prozesse am Amtsgericht Leer warten

Katja Mielcarek
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Von Katja Mielcarek
| 05.05.2023 07:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Gemütlich sind die Zellen im Leeraner Amtsgerichts-Gebäude weder jetzt noch nach der Sanierung. Unser Foto zeigt die Gewahrsamszelle der Auricher Polizei. Symbolbild: Ortgies/Archiv
Gemütlich sind die Zellen im Leeraner Amtsgerichts-Gebäude weder jetzt noch nach der Sanierung. Unser Foto zeigt die Gewahrsamszelle der Auricher Polizei. Symbolbild: Ortgies/Archiv
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Einige Häftlinge müssen derzeit länger auf ihren Prozess vor dem Amtsgericht Leer warten. Das Problem soll aber behoben sein.

Leer - Ein Polizeirevier hat Arrestzellen, ein Gefängnis natürlich auch. Dass aber auch ein Gerichtsgebäude solche Räume hat, ist womöglich nicht jedem bewusst. Sie werden benötigt, wenn ein Zeuge oder Angeklagter aus der Haft oder Untersuchungshaft heraus dorthin gebracht wird. Vor der Verhandlung, in Pausen oder auch nach der Verhandlung, bevor der Transport in die Haftanstalt kommt, werden diese Personen dort eingeschlossen. Die Wartezeit dort kann durchaus mehrere Stunden betragen, wenn mehrere Häftlinge mit einem Transport von einer Haftanstalt auf verschiedene Gerichtsgebäude oder Gefängnisse verteilt werden.

In Leer mussten in den vergangenen Wochen vor dem Amtsgericht mehrere Verhandlungen abgesagt werden, bei denen Häftlinge eine Rolle hätten spielen sollen. Die Information der Redaktion bestätigte Gerichtssprecher Heiko Brahms. Beide Zellen, die es im Gebäude gibt, sollen in Kürze saniert werden.

Sicherheitsstandard soll erhöht werden

Unter anderem solle der Sicherheitsstandard den heutigen Anforderungen angepasst werden. Vor den Bauarbeiten seien Asbest-Untersuchungen nötig gewesen, weswegen die Zellen vorübergehend nicht zur Verfügung gestanden hätten. Wie viele Verhandlungen genau ausgefallen sind, sagte Brahms nicht. Die Praxis zeigt, dass für eine ausgefallene Verhandlung gerne erst Wochen später ein neuer Termin gefunden wird.

Keine Angaben machte der Gerichtssprecher auch zur heutigen und späteren Ausstattung der Zellen. „Man kann sich darin aufhalten“, sagte er. Dem Vernehmen nach sind sie ziemlich spärlich eingerichtet – wie auch in anderen Gerichtsgebäuden. Es soll nur eine gemauerte Liegefläche und eine Toilette darin geben.

Weitere Ausfälle von Verhandlungen wegen der Renovierung seien nicht wahrscheinlich, so Brahms. Die Sanierung der Zellen werde nacheinander stattfinden, so dass immer eine von ihnen zur Verfügung stehen werde. Neben der Sanierung der beiden Zellen werde in unmittelbarer Nähe ein zusätzliches Besprechungszimmer beispielsweise für Gespräche mit den Anwälten eingerichtet. Das habe es bisher dort noch nicht gegeben.

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